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Ausschabung



(Abrasio; Kürettage)


Was ist eine Ausschabung?


Bei einer Ausschabung (Abrasio) wird die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut im Bereich der Gebärmutterhöhle und des Gebärmutterhalses durch einen operativen Eingriff durch die Scheide abgetragen.

Wann ist eine Ausschabung notwendig?


Zur Abklärung von Blutungsstörungen und zum Ausschluss bzw. Beweis bösartiger Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut ist die Ausschabung die beste Untersuchungsmethode.

Neben dieser diagnostischen Funktion kann eine Ausschabung auch als Behandlungsmethode zum Abtragen der Frucht bei einer Fehlgeburt, anlagegestörten Schwangerschaft oder auch bei einem Schwangerschaftsabbruch eingesetzt werden.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?


Die Ausschabung wird in der Regel in einer kurzen allgemeinen Narkose durchgeführt. Zunächst wird der Muttermund (der Teil der Gebärmutter, der von der Scheide aus zugänglich ist) aufgedehnt.

Anschließend wird mit einem löffelartigen Instrument (Küretten) die obere Schleimhautschicht der Gebärmutter abgeschabt. Das entfernte Gewebe wird im Anschluss an den Eingriff von einem Pathologen untersucht, um die Art des Gewebes festzulegen und dadurch Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Erkrankung zu erhalten.

Die Ausschabung wird in der Regel ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder einem gynäkologischen Klinik durchgeführt.

Welche Komplikationen können auftreten?


Die Ausschabung ist in der Regel ein kleiner komplikationsarmer Eingriff, der selten länger als 15 Minuten dauert. Eine geringe Nachblutung nach dem Eingriff ist normal. Eine verstärkte oder verlängerte Blutung kann hingegen auf eine Infektion hinweisen und sollte durch den Frauenarzt abgeklärt werden.

In seltenen Fällen wird die Gebärmutter bei der Ausschabung verletzt. Vor allem bei zu rascher Aufdehnung kann die Wand des Muttermundes einreißen (Perforation). Dies erfordert eine mehrtägige Überwachung im Krankenhaus, in wenigen Fällen ist eine Operation notwendig. Sehr selten macht eine starke Blutung eine offene Operation oder eine Bauchspiegelung erforderlich. Bei wiederholten Ausschabungen kann bei folgenden Schwangerschaften eine Muttermundsschwäche mit Neigung zur Frühgeburt auftreten.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Feige et al.: Frauenheilkunde. Urban & Fischer (2. Auflage 2001).

Goerke, K.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer (2002).

Hirsch, H. A.: Atlas der gynäkologischen Operationen. Thieme (1999).

Pfleider, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme (4. Auflage 2001).

Schmidt-Matthiesen, H.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Schattauer (2002).
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