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Tumormarker




Was sind Tumormarker?


Ganz allgemein bezeichnet der Begriff Marker Erkennungszeichen, die auf etwas ganz bestimmtes hinweisen. Bei Tumormarkern handelt es sich um im Blut messbare Substanzen, die bei Vorliegen von Tumorerkrankungen in erhöhter Konzentration auftreten können. Diese Substanzen, meist Proteine, werden entweder von den Krebszellen selbst oder vom Körper als Reaktion auf den Krebs gebildet.

Da Tumormarker innerhalb gewisser Grenzen jedoch auch im Blut gesunder Menschen vorkommen und ihre Konzentration bei einzelnen gesunden Personen sehr unterschiedlich sein kann, ist es nicht möglich, anhand eines Tumormarkers die Diagnose einer Krebserkrankung zu stellen. Trotzdem besitzen diese Substanzen in der Medizin eine wichtige Bedeutung. Sie eignen sich dazu, den Verlauf und den Erfolg einer Krebstherapie zu beurteilen. Außerdem lassen sich mit ihrer Hilfe Rückfälle (Rezidive) nach der Therapie frühzeitig erkennen. Entscheiden ist dabei, vor Beginn der Behandlung einen Wert zu bestimmen, mit dem sich alle danach gemessenen Werte vergleichen lassen.

Allerdings werden die Markerwerte werden auch durch von der Krebserkrankung unabhängige Faktoren und Erkrankungen wie Rauchen, Schwangerschaft, Leberzirrhose, Nierenerkrankungen, Gifte und Infektionen beeinflusst. Außerdem differieren die Werte je nach Labormethode und sollten deshalb immer im gleichen Labor bestimmt werden.

Im Folgenden werden die Marker der häufigsten Tumorerkrankungen genannt.

AFP


AFP (Alpha-Fetoprotein) ist ein Marker für Keimzelltumoren des Hodens und der Eierstöcke sowie für Tumoren der Leber. Das AFP stellt insofern eine Ausnahme dar, dass es auch in der Früherkennung von Leberzellkrebs bei Personen mit einem erhöhten Risiko für diese Tumorerkrankung eingesetzt werden kann. Hierzu zählen u. a. Menschen, die an einer Leberzirrhose oder an chronisch aktiver Hepatitis (Leberentzündung) leiden.

Normalwert: Maximal 10 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter)

CA 15-3


Das CA 15-3 (Cancer Antigen 15-3, Krebsantigen) ist ein Marker vor allem für Tumoren der weiblichen Brust. Auch bei Eierstockkrebs kann der Blutspiegel dieses Zucker-Einweiß-Moleküls erhöht sein.

Normalwert: Maximal 30 U/ml (Units pro Milliliter)

CA 19-9


Das CA 19-9 (Cancer Antigen 19-9, Krebsantigen) ist ein Marker für Tumoren der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege, des Magens und des Dickdarms.

Normalwert: Maximal 40 U/ml (Units pro Milliliter)

CA 125


CA 125 (Cancer Antigen 125, Krebsantigen) ist ein Marker für Tumoren der Eierstöcke, teilweise auch der Gebärmutter.

Normalwert: Maximal 35 U/ml (Units pro Milliliter)

Calcitonin


Calcitonin ist ein Marker für bestimmte Schilddrüsen-Tumoren, die so genannten C-Zell-Tumoren.

Normalwert: 30 - 100 pg/ml (Picogramm pro Milliliter)

CEA


CEA (Carcinoembryonales Antigen) ist ein vergeichsweise unspezifischer Marker, der auf Tumoren verschiedener Organe hinweisen kann, vor allem des Dickdarmes, des Magens, der Lunge und der weiblichen Brust.

Normalwert: Maximal 3 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter)

Achtung: Raucher weisen CEA-Werte bis zu 20 ng/ml auf!

HCG


Das HCG (Humanes Choriongonadotropin), das physiologischerweise auch in der Schwangerschaft produziert wird, dient als Marker für Tumoren der Keimzellen der Eierstöcke oder des Hodens.

Normalwert: Männer: Maximal 5 U/l (Units pro Milliliter)
Frauen (vor den Wechseljahren): Maximal 5 U/l (Units pro Milliliter)
Frauen (nach den Wechseljahren): Maximal 10 U/l (Units pro Milliliter)


NSE (Neuronenspezifische Enolase)


Die NSE (Neuronenspezifische Enolase) ist ein Marker für das kleinzellige Bronchialkarzinom, einen Lungenkrebs.

Normalwert: Maximal 12 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter)

PSA


Das PSA (Prostataspezifisches Antigen) ist ein Marker für Tumoren der Prostata.

Normalwert: Maximal 3 ng/l (Mikrogramm pro Liter)

Achtung: Bei gutartigen Prostataadenomen ist das PSA ebenfalls erhöht, allerdings in 98 Prozent der Fälle weniger als 10 ng/l.


Thyreoglobulin (TG)


Thyreoglobulin ist ein Marker für das diffuse Schilddrüsenkarzinom, eine Form des Schilddrüsenkrebs.

Normalwert: 13 - 30 mg/l (Milligramm pro Liter)


Literatur/Leitlinien/EBM:



Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer Verlag (2003).

Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (15. Auflage 2002)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2005).

Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer Verlag (2003).

Thomas, L.: Labor und Diagnose. Th-Books Verlagsgesellschaft (2000).

Krebsinformationsdienst: Tumormarker (1999), www.krebsinformation.de
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