Nasenspiegelung
(Rhinoskopie)
Wie wird eine Nasenspiegelung durchgeführt?
Bei der Nasenspiegelung (Rhinoskopie) sitzen sich Arzt und Patient gegenüber. Mit der einen Hand hält der Arzt den Kopf des Patienten und bringt ihn in die richtige Position zur Untersuchung. Der Kopf wird dabei leicht in den Nacken gelehnt. Mit der anderen Hand führt der Arzt das so genannte Nasenspekulum in das Nasenloch ein. Das Nasenspekulum ist ein zangenartiges Gerät mit trichterförmiger Spitze, das sich bei Druck vorne aufspreizt. Mit Hilfe einer Lichtquelle oder einem reflektierenden Spiegel auf der Stirn des Untersuchers können nun die gesamte Nasenhöhle und die vorderen Nasengänge betrachtet werden.
Falls Blut, Krusten oder Schleim die Sicht behindern, werden sie vorsichtig mit einem Wattestäbchen weggewischt oder abgesaugt. Bei entzündlichen Veränderungen wird ein Abstrich gemacht und das gewonnene Material im Labor untersucht. Sind die Schleimhäute in der Nase stark angeschwollen, werden sie zur besseren Einsicht mit einem abschwellenden Spray behandelt.
Um die hinteren Teile der durchschnittlich 7,5 Zentimeter langen Nasengänge einsehen zu können, verwendet der Arzt ein Nasen-Endoskop. Dieses Instrument besteht aus einer starren oder flexiblen Röhre mit eingebauter Lichtquelle, an dessen hinteren Ende eine Optik befestigt ist. Vor dem Einführen wird die Nasenschleimhaut mit einem Spray betäubt. Eventuell wird bei der Untersuchung auch die Durchgängigkeit der Nasengänge mit einem dünnen Absaugkatheter geprüft.
Die hintere Öffnung der Nasengänge zum Rachen kann der Arzt mit Hilfe eines abgewinkelten Spiegels von der Mundhöhle aus betrachten (hintere Rhinoskopie).
Wann ist diese Untersuchung notwendig?
Die Nasenspiegelung gehört ebenso wie die Ohrenspiegelung und der Blick in den Mund zu den Standarduntersuchungen des Hals-Nasen-Ohrenarztes. Bei nahezu jedem Besuch in der HNO-Praxis wird die Untersuchung mit dem Nasenspekulum vorgenommen, denn sämtliche Erkrankungen im vorderen Nasenbereich können dabei leicht erkannt werden. Wenn keine akuten Krankheiten vorliegen, kann der Arzt Missbildungen oder Neubildungen entdecken.
Das Nasenendoskop kommt zum Einsatz, wenn der Krankheitsprozess in den hinteren Teilen der Nase vermutet wird, die nicht von außen eingesehen werden können. Zum Auffinden von Fremdkörpern, Blutungsquellen oder Geschwülsten ist diese Untersuchung unerlässlich. Auch die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen und des Tränenkanals können damit gut betrachtet werden.
Welche Risiken entstehen durch eine Nasenspiegelung?
Die Rhinoskopie ist normalerweise schmerzlos und ungefährlich. Der Arzt hat Nasenspiegel in verschiedenen Größen und wählt das für jedes Nasenloch passende Instrument aus.
Beim Aufspreizen des Spekulums achtet er darauf, dass kein Druck auf die sensible Nasenscheidewand ausgeübt wird, sondern nur auf die relativ unempfindlichen Nasenflügel. Wenn Entzündungen die Untersuchung schmerzhaft machen, setzt er ein betäubendes Spray ein.
Das Einführen des starren Nasen-Endoskops empfinden Patienten oft als unangenehm. Schmerzen sind jedoch sehr selten, da der Arzt vor dieser Untersuchung die Nasenschleimhäute betäubt.
Literatur/Leitlinien/EBM:
Arnold, W.; Ganzer, U.; Largiader, F.; Sturm, A.; Wicki, O.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme (4.Aufl. 2005).
Lippert, H.: Anatomie. Urban & Fischer (6.Aufl. 2003).


