Kehlkopfspiegelung
(Laryngoskopie)
Was ist eine Kehlkopfspiegelung?
Der Kehlkopf (Larynx) liegt am Eingang der Luftröhre. Er besitzt ein knorpeliges Gerüst, ist mit zahlreichen Muskeln ausgestattet und in seinem Inneren mit Schleimhaut überzogen. Durch die Bewegungen der Stimmlippen erzeugt dieses Organ den Grundton unserer Stimme.
Man unterteilt den Kehlkopf in den supraglottischen Raum mit Kehlkopfeingang und Kehldeckel, die so genannte Glottisebene mit den Stimmlippen und den subglottischen Raum unterhalb der Stimmlippen. Alle drei Ebenen des Kehlkopfs können mit einer Kehlkopfspiegelung untersucht werden.
Der Arzt schaut dabei insbesondere auf Veränderungen der Schleimhaut und auf die Bewegungsabläufe der Stimmlippen. Man unterscheidet vier Methoden der Kahlkopfspiegelung (Laryngoskopie):
- Indirekte Kehlkopfspiegelung mit einem Spiegel
- Lupen-Laryngoskopie
- Flexible Rhinopharyngo-Laryngoskopie
- Direkte Mikro-Laryngoskopie
Wie wird eine Kehlkopfspiegelung durchgeführt?
Die indirekte Kehlkopfspiegelung mit einem Kehlkopfspiegel, ähnlich den Instrumenten des Zahnarztes, gehört zu den Basisuntersuchungen in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Der Patient öffnet den Mund und streckt die Zunge heraus, die der Arzt mit der einen Hand vorsichtig festhält. Mit der anderen Hand führt er einen kleinen abgewinkelten Spiegel hinter die Zunge. Das Bild des Kehlkopfes zeigt sich indirekt im Spiegel.
Bei der Lupen-Laryngoskopie wird die Lupe, ein ungefähr kleinfingerdicker Metallstab mit Lichtquelle und Optik, in die Mundhöhle bis zur Rachenhinterwand vorgeschoben. Der Untersucher kann mit einem Lupen-Laryngoskop regelrecht "um die Ecke" nach unten schauen und so den Kehlkopf einsehen. Die Lupe erlaubt eine bessere Sicht und ist auch für eine weiterführende Stimmdiagnostik (so genannte Stroboskopie) unerlässlich, denn mit bloßem Auge lassen sich die feinen Schwingungen der Stimmlippen nicht erkennen.
Bei der Rhinopharyngo-Laryngoskopie wird ein beweglicher dünner Endoskopschlauch durch die Nase und den Rachen bis zum Kehlkopf vorgeschoben. Er besitzt eine spezielle Optik, die es dem Arzt erlaubt, den Larynx zu betrachten. Wenn eine Untersuchung des Kehlkopfes durch den Mund mit Spiegel oder Lupe nicht möglich ist, kommt die flexible Rhinopharyngo-Laryngoskopie zum Einsatz.
Die direkte Mikro-Laryngoskopie kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch bei Operationen im Kehlkopf , den so genannten endolaryngealen Operationen, eingesetzt werden. Sie erfolgt in Narkose, der Patient liegt, sein Kopf ist leicht überstreckt. Der Operateur führt ein hohles Metallrohr bis an den Kehlkopf bzw. bis vor die Stimmlippenebene ein. Dieses Rohr wird mit einer speziellen Aufhängung in der endgültigen Position fixiert. Ein vorgeschaltetes Mikroskop erlaubt die direkte Einsicht bei Vergrößerung. Mit speziellen Instrumenten können so auch Operationen im Kehlkopf (z. B. Polypenentfernung, Probenentnahme, Tumorentfernung) vorgenommen werden.
Welche Risiken bestehen bei einer Kehlkopfspiegelung?
Die indirekte Kehlkopfspiegelung, die Lupen-Laryngoskopie und die Rhinopharyngo-Laryngoskopie sind in der Regel unproblematisch. Allein ein starker Würgereiz kann die Untersuchungen erschweren. Mit einem Betäubungsspray lässt sich das unangenehme Würgegefühl aber unterdrücken.
Die direkte Mikro-Laryngoskopie wird in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde häufig durchgeführt. Sie birgt aber wie jede Untersuchungstechnik bzw. Operation auch Risiken, über die der Arzt den Patienten im Vorfeld aufklärt.
Spezielle Risiken sind Zahnschäden, Zungenbeweglichkeits- und Gefühlsstörungen, Verletzung im Schlundbereich, Heiserkeit sowie im Extremfall schwellungsbedingte vorübergehende Atemschwierigkeiten bis hin zur Luftnot.
Literatur/Leitlinien/EBM:
Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme (4. Auflage 2005).
Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer (12. Auflage 2005).
Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme (2. Auflage 2004).
Strutz, J.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie. Thieme (2001).


