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Knöchelbruch



(Sprunggelenksfraktur)


Was ist eine Sprunggelenksfraktur und wie entsteht sie?


Das obere Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß. Es wird durch den Außenknöchel, den Innenknöchel, das untere Ende des Schienbeins und das anatomisch zum Fuß gehörende Sprungbein gebildet. Sind eine oder mehrere dieser knöchernen Strukturen gebrochen, spricht man von einer Sprunggelenksfraktur oder einem Knöchelbruch. Die Sprunggelenksfraktur ist der häufigste Knochenbruch der unteren Extremität.

Die Verletzung entsteht meist als Folge von Umknickunfällen im Sprunggelenk ("Fußumknicken), entweder im Alltag oder sehr oft beim Sport. Seltener sind Knöchelbrüche im Rahmen innerer Erkrankungen oder bei Knochenentkalkung (Osteoporose) und Brüche, die im Rahmen einer Tumorerkrankung auftreten.

Wie wird ein Knöchelbruch festgestellt?


Typische Symptome einer Sprunggelenksfraktur sind starke Schmerzen bei Druck und Bewegung sowie eine Schwellung und ggf. auch ein sichtbarer Bluterguss über dem Innen- und Außenknöchel.
Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung ist oft so ausgeprägt, dass die Betroffenen nicht mehr gehen können.

Die Betroffenen sollten nach der Verletzung einen Arzt aufsuchen und ihm den Unfallhergang schildern. Die Diagnose der Sprunggelenksfraktur kann fast immer durch Röntgenaufnahmen bestätigt werden. Um begleitende Verletzungen der Bänder auszuschließen, sind manchmal noch zusätzliche Untersuchungen wie Schichtaufnahmen oder Belastungsaufnahmen notwendig.

Wie wird eine Sprunggelenksfraktur behandelt?


Grundsätzlich gibt es bei Sprunggelenksbrüchen zwei Therapieoptionen: Die konservative und die operative Behandlung. Für welches Vorgehen man sich entscheidet hängt vor allem davon ab, welche Knochenstrukturen verletzt sind, ob der Bandapparat mitbeteiligt und ob das Sprunggelenk instabil ist. Das Alter des Patienten und seine Vorerkrankungen fließen in die Entscheidung ebenfalls mit ein. Erhebliche Durchblutungsstörungen im Rahmen einer Gefäßverschlusskrankheit (AVK) oder einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind z. B. Gründe, eine eigentlich notwendige Operation nicht durchzuführen. Frakturen mit Weichteil- und Hautdurchspießung, so genannte offene Frakturen, sollten jedoch ohne Berücksichtigung des Gesundheitszustandes operativ versorgt werden.

Konservative Behandlung:
Unverschobene, wie der Arzt sagt nicht-dislozierte, Brüche ohne begleitende Bandverletzung lassen sich durch eine Ruhigstellung im Gipsverband und durch Entlastung behandeln. Diese Behandlung kann teilweise ambulant erfolgen. Die Dauer der Gipsruhigstellung beträgt vier bis sechs Wochen. Der Vorteil dieser Behandlungsmethode besteht darin, dass keine operationsbedingten Komplikationen auftreten können.

Der Nachteil liegt in einer längeren Ruhigstellung des Gelenkes, das nachfolgend in seiner Beweglichkeit einschränkt ist. Das Risiko, dass der Bruch nicht verheilt, ist im Vergleich zur Operation höher. Während der Dauer der Gipsruhigstellung besteht außerdem die Gefahr, dass die Blutplättchen verklumpen und sich dadurch in den Beinvenen Blutgerinnsel entwickeln (Thrombose). Um diese Komplikation zu verhindern, bekommt der Patient gerinnungshemmmende Mittel, in aller Regel als Spritze ins Unterhautfettgewebe.

Operative Behandlung:
Bei den operativen Therapieverfahren gibt es wiederum verschiedene Methoden. Welche am besten geeignet ist, richtet sich im Wesentlichen nach der Art der Fraktur. Grundsätzlich werden bei der operativen Behandlung die Bruchenden aneinander gebracht und fixiert, entweder mit Drähten, Schrauben und/oder Platten. Wenn die umgebenden Weichteile sehr stark verletzt sind muss der Knochen unter Umständen von außen fixiert werden. Nach dem Eingriff bleiben die Patienten in der Regel einige Tage im Krankenhaus.

Der Vorteil einer operativen Behandlung besteht darin, dass sich die Gelenkflächen exakt wieder herstellen lassen. Außerdem müssen die Patienten keinen Gips tragen und können deshalb sehr schnell mit krankengymnastischen Bewegungsübungen beginnen. Auch die medikamentöse Therapie zur Verhinderung einer Thrombose braucht nur so lange durchgeführt zu werden, bis das Bein wieder ausreichend bewegt wird.

Ein Nachteil ist die Eröffnung des Gelenkes mit der Gefahr einer Entzündung und den allgemeinen Gefahren einer Teilnarkose oder Vollnarkose. Außerdem muss das Metall meist nach einem Jahr wieder entfernt werden, was eine erneute Operation erfordert.

Wird ein Sprunggelenksbruch nicht behandelt, bestehen lange Zeit Beschwerden in Form von Schwellung und Schmerzen. Es kann zu einem Verheilen in einer Fehlstellung mit nachfolgendem vorzeitigem Verschleiß kommen oder zum Nichtverheilen des Knochenbruchs mit Ausbildung eines falschen Gelenkes.

Wie ist die Prognose und welche Risiken gibt es?


Wenn eine Sprunggelenksfraktur optimal therapiert und intensiv krankengymnastisch nachbehandelt wird, sind die Chancen auf eine vollständige Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Gelenks gut. Je nach Schwere der Verletzung können aber auch Bewegungseinschränkungen zurückbleiben.

In seltenen Fällen kann es auch zum vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) kommen und eine erneute Operation kann notwendig werden.
5 Was kann der Betroffene selbst tun?
In der Nachbehandlungsphase hat eine gute Mitarbeit des Patienten einen wesentlichen Einfluss auf den Behandlungserfolg. Wichtig ist beispielsweise, das Bein zur Rückbildung der Weichteilschwellung möglichst oft hoch zu lagern. Alle nicht ruhig gestellten Gelenke sollten dabei normal bewegt werden.

Nachdem die Schwellung zurückgegangen ist, wird mit einem Gehtraining an Unterarmgehstützen sowie mit Bewegungsübungen unter krankengymnastischer Anleitung begonnen. Dabei muss das verletzte Gelenk streng entlastet werden. Bei der konservativen Therapie kann damit mit der Physiotherapie erst nach der Gipsabnahme begonnen werden.

Je nach Verletzungstyp muss man damit rechnen, dass es vier bis sechs Monate dauert, bis man den gewohnten Tätigkeiten wieder in normalem Umfang nachgehen kann. Zu diesem Zeitpunkt kann auch wieder ein sportliches Training beginnen.

Um Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, auf dem Wetter angepasstes und geeignetes Schuhwerk zu achten.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Durst, J.: Traumatologische Praxis. Schattauer (1997).

Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2004/2005).

Trentz, O.: Checkliste Traumatologie. Thieme (5. Auflage 2000).


Wirth, C.J.: Praxis der Orthopädie, Band 2, Operative Orthopädie. Thieme (2000).

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie: Malleolarfraktur. AWMF-Leitlinie Nr. 033/010
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/033-010.htm (letzte Überarbeitung April 2002).

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie: Sprunggelenksfraktur. AWMF-Leitlinie Nr. 012/003 (März 1999).
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