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Außenbandriss am Fußgelenk



(Bänderriss am Außenknöchel)


Wie entsteht ein Außenbandriss?


Der Außenbandriss am Sprunggelenk zählt zu den häufigsten Sportverletzungen.
Es gibt drei verschiedene Außenbänder am Fuß, welche die Spitze des Außenknöchels mit dem Fersenbein und dem Sprungbein verbinden.

Eine Verletzung der Außenbänder entsteht meist durch Umknicken des Fußes. Mediziner beschreiben den Unfallhergang als "Sprunggelenks-Distorsion". Dabei können die Bänder nur "gezerrt" werden (Überdehnung), es können einzelne oder auch alle drei Bänder anreißen (Teilriss) oder auch ganz durchreißen (Bänderriss/Ruptur).

Vor allem bei Sportarten wie Fußballspielen, Tennis oder Inline-Skaten kommt es häufig zu Verletzungen des Außenband-Apparates. Aber auch das Tragen von Schuhen mit hohem Absatz birgt die Gefahr, mit dem Fuß umzuknicken.

Welche Beschwerden verursacht ein Außenbandriss?


In der Regel erkennt man beim Bänderriss eine deutliche Schwellung im Bereich des Außenknöchels, der durch einen Bluterguss bedingt ist.

Es besteht ein starker Druck- und Bewegungsschmerz über den verletzten Bändern. Das Auftreten und Belasten des Fußes ist schmerzhaft und nur bedingt möglich.

Wie wird die Diagnose gestellt?


Für den Betroffenen gibt es keine sicheren Kriterien, selbst zu erkennen, ob es sich um eine Überdehnung oder einen Riss des Außenbandes handelt. Daher ist zur Klärung der Verletzung wichtig, einen Arzt, möglichst einen Orthopäden, aufzusuchen.
Der Arzt wird Fragen zum Unfallhergang stellen, den Fuß untersuchen und eine Röntgenaufnahme anfertigen, um die Verletzung eines Knochens ausschließen zu können.

Außerdem wird die Stabilität des Gelenkes überprüft, was bei frischer Verletzung schmerzhaft sein kann. Bestehen weiter Zweifel, gibt eine so genannte gehaltene Röntgenaufnahme zusätzlich Aufschluss. Dabei wird der Fuß in eine Halterung eingespannt und das Gelenk aufgedehnt, so dass im Röntgenbild die Stabilität beurteilt werden kann.
Da Gelenke bei jedem Menschen unterschiedlich weit aufgespreizt werden können, fertigt der Arzt in der Regel eine Kontroll-Röntgenaufnahme des gesunden Sprunggelenkes an.

Wie wird ein Außenbandriss behandelt?


Unmittelbar nach der Verletzung sollte man das Fußgelenk ruhig halten, hoch lagern und kühlen. Auf diese Weise wirkt man der Bildung eines Blutergusses entgegen. Nachdem der Arzt festgestellt hat, welche Art von Verletzung vorliegt, wird möglichst zügig eine gezielte Behandlung eingeleitet.

Ziel jeder Therapie ist die Ausheilung des Bänderrisses mit Erhaltung der Stabilität und Belastbarkeit des Sprunggelenkes. Bei Nicht-Behandlung kann es zu bleibender Instabilität des Gelenkes mit vorzeitiger Gelenkabnutzung (Arthrose) kommen.

Konservative Therapie:
Entlastung und Schonung sind die Grundlage der Therapie. Alle Maßnahmen zielen auf eine Reduktion der Schmerzen ab und wirken einer Schwellung entgegen. Zur Stabilisierung des Gelenkes und zur Verminderung der Schwellung dienen Stützverbände, Bandagen oder Kunststoffschienen. Bei ausgeprägter Schwellung oder starken Schmerzen kann in Ausnahmefällen auch ein Gipsverband angelegt werden. Schmerzmittel verschaffen Linderung.

Wenn die Schwellung und die Schmerzen abgeklungen sind, kann damit begonnen werden, das Bein zunächst vorsichtig zu belasten. Die Belastung sollte durch eine krankengymnastische Behandlung unterstützt werden mit dem Ziel, die Muskeln zu kräftigen sowie die Koordination der Bewegung und die Eigenreflexe zu verbessern. Dies ist auch wichtig, um einem erneuten Umknicken vorzubeugen. In den meisten Fällen heilen die Bänder, und das Gelenk wird wieder ausreichend stabil. Ist die Behandlung nicht erfolgreich, kann eine operative Bandnaht auch nach einigen Monaten durchgeführt werden.

Operative Therapie:
Wenn zusätzlich zum Bänderriss auch noch Verletzungen des Knochens und des Knorpels vorliegen, oder eine konservative Behandlung erfolglos war, können die Bänder genäht werden. Allerdings wird nur in Ausnahmefällen, wie z. B. bei Leistungssportlern, vordringlich zur Operation geraten, da sie nicht grundsätzlich zu einer schnelleren oder vollständigeren Heilung führt. In seltenen Fällen treten bei dem Eingriff Komplikationen auf. Wie bei jeder Operation kann es zu Infektionen, Blutungen oder Verletzungen an Nerven oder Blutgefäßen im Bereich des Sprunggelenks kommen. Sehr selten ist die Beweglichkeit im Gelenk nach einer Operation dauerhaft eingeschränkt. Im Anschluss an den Eingriff wird das Sprunggelenk für sechs Wochen mit einem Unterschenkel-Gipsverband ruhig gestellt.

Unabhängig von der Art der Behandlung besteht bei jeder Ruhigstellung des Beines die Gefahr, eine Venenthrombose zu entwickeln. Diese Komplikation ist durch die Verabreichung von gerinnungshemmenden Medikamenten, die zum Beispiel den Wirkstoff Heparin enthalten, weitestgehend vermeidbar. Alle geeigneten Medikamente werden in Form von Spritzen verabreicht. Eine Thrombose kann einerseits zu einer Schädigung der Venen selbst, andererseits zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen.

Nach einem Außenbandriss darf Sport erst wieder frühestens nach zwölf Wochen, Leistungssport erst nach sechs Monaten ausgeübt werden. Die Gefahr einer erneuten Ruptur ist bei zu früher Belastung sehr groß.

Die krankengymnastische Therapie spielt auch nach der operativen Behandlung eine entscheidende Rolle. Kräftige Muskeln stabilisieren das Gelenk während des Bewegungsablaufes, so dass die Bänder weniger belastet werden.

Welche Auswirkungen hat ein Bänderriss auf den Alltag?


Ein frischer Bänderriss am Außenknöchel hat aufgrund der Bewegungseinschränkung große Auswirkungen auf die Mobilität im Alltag des Betroffenen. Auf Tätigkeiten wie Auto- oder Fahrradfahren muss zunächst verzichtet werden. Auch Treppensteigen und langes Stehen ist nur bedingt möglich.

Betroffene, die vor der Verletzung viel Sport getrieben haben, werden sowohl durch den Bänderriss selbst, als auch durch dessen Therapie (z. B. Gips bzw. Schiene) erheblich in ihren Aktivitäten eingeschränkt.

Grundsätzlich gilt es, Geduld aufzubringen und das Fußgelenk zu schonen, um nach erfolgreicher Therapie möglichst die gleiche Beweglichkeit wie vor der Verletzung zu erzielen.

Impressum


Copyright: sanvartis GmbH
Erstellungsdatum: November 2001
Autor: Wolfgang Reifenhäuser (Facharzt für Chirurgie)
Letzte Aktualisierung: Juni 2005
Durch: Janna Christoffers, Medizinjournalistin

Literatur/Leitlinien/EBM:


Debrunner, A. M.: Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Huber (4.Aufl. 2002).

Lynch S.A., Renstrom P.A.: Treatment of acute lateral ankle ligament rupture in the athlete. Conservative versus surgical treatment. Sports Med 1999 Jan; 27(1):61-71.

Wirth, C. J.; Zichner, L.: Orthopädie und orthopädische Chirurgie: Fuß. Thieme (2002).

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie: Frische Außenbandruptur oberes Sprunggelenk.
AWMF-Leitlinien-Register Nr. 033/023. (Letzte Aktualisierung: 2002).
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