Ihre Suche

Bronchitis, akute



(Entzündung der Bronchien)


Was ist eine akute Bronchitis?


Unter einer akuten Bronchitis versteht man die Entzündung der Schleimhäute der Bronchien. Sie wird meist durch Viren (z.B. Rhino-, RS- oder Adenoviren), seltener durch Bakterien hervorgerufen. Die Krankheit ist zwar lästig, insbesondere wegen des quälenden Hustens, verläuft aber in der Regel harmlos und heilt ohne Folgen wieder aus. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man eine akute Bronchitis trotzdem nicht. In jedem Fall macht es Sinn, einen Arzt aufzusuchen.

Begünstigende Faktoren sind Zigarettenrauch, kalt-feuchtes Wetter und Luftverschmutzung. Eine akute Bronchitis tritt auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie z. B. Grippe oder Masern auf.

Was ist das Besondere bei einer Entzündung der Bronchien?


Die Atemwege leiten und verteilen die Atemluft vom Nasen-Rachen-Raum in die beiden Lungenflügel.
Die sich an den Kehlkopf anschließende Luftröhre teilt sich im Verlauf zunächst in zwei Hauptäste, die Hauptbronchien. Im weiteren Verlauf verzweigt sich das System immer feiner, wie das Geäst eines Baumes. Schließlich gehen die Atemwege in Form der Lungenbläschen, der Alveolen, in das eigentliche Lungengewebe über. Hier findet der Gasaustausch statt, das heißt, das die Lungen durchströmende Blut wird mit Sauerstoff angereichert.

Neben der Zuleitung und Verteilung der Atemluft ist es Aufgabe der Bronchien diese zu erwärmen, anzufeuchten und zu reinigen. Die Reinigung der Bronchien selbst erfolgt dann über die Bronchialschleimhaut. Diese produziert einen Schleim, mit dem Staubpartikel, abgestorbene Zellen und andere Verunreinigungen Richtung Mundraum befördert werden. Größere Schleimansammlungen in den Atemwegen lösen einen reinigenden Hustenstoß aus. Darüber hinaus erfüllt der Schleim aber auch eine Aufgabe im Immunsystem, denn er enthält Substanzen und Zellen, die in der Lage sind, Bakterien und Viren abzuwehren.

Wie äußert sich eine akute Bronchitis?


Einer akuten Bronchitis geht häufig eine banale Erkältung mit Schnupfen, Niesen und allgemeinem Krankheitsgefühl voraus. Beginnender Husten mit Schmerzen hinter dem Brustbein weist dann in der Regel auf eine Bronchitis hin. Durch vermehrte Schleimbildung der Bronchien kommt es zu Auswurf. Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen können dann hinzu kommen.

Ernsthaft Komplikationen treten in der Regel nur bei abwehrgeschwächten oder älteren Menschen mit vorbestehenden Erkrankungen auf. Hierzu zählen eine Lungenentzündung sowie eine zusätzliche bakterielle Infektion der Bronchien. Selten kann eine akute Bronchitis in eine chronische Form übergehen.

Wie wird die akute Bronchitis erkannt?


Der Arzt stellt die Diagnose akute Bronchitis in erster Linie anhand der Symptome. Er horcht und klopft die Lunge ab, um zu schauen, ob auch diese von der Entzündung betroffen ist. Manchmal führt der Arzt zudem eine Blutuntersuchung durch. Sie hilft ihm zu klären, ob eine virale oder eine bakterielle Infektion hinter der Erkrankung steckt.

Umfangreiche Untersuchungen wie Röntgen oder gar eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) sind bei einer akuten Bronchitis in aller Regel nicht notwendig.

Hält der Husten über zehn Tage an und bessert sich nicht, kann dies natürlich auch andere Ursachen haben. Blutiger Auswurf gehört üblicherweise nicht zu den Symptomen einer akuten Bronchitis sollte vom Arzt durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden.

Wie wird die akute Bronchitis behandelt?


Die erste Behandlungsmaßnahme bei der akuten Bronchitis besteht darin, zusätzliche Belastungen oder Schädigungen der Bronchialschleimhaut zu vermeiden. Der Patient sollte also beispielsweise nicht rauchen. Der Aufenthalt in schadstoffreicher Umgebung sowie extreme Temperaturen der Atemluft sollten ebenfalls vermieden werden. Ausreichende Luftfeuchtigkeit besitzt eine die Schleimhaut schützende Wirkung.

Schleimlösende Medikamente, die so genannten Mukolytika, helfen, das oft gerade zu Beginn der Erkrankung sehr zähe Bronchialsekret zu verflüssigen, so dass es dann leichter abgehustet werden kann. Inhalationen, die bei vorsichtiger Dosierung auch mit ätherischen Ölen angereichert werden können, dienen ebenfalls diesem Ziel. Menthol und Eukalyptus können zur Schleimlösung und Keimreduktion beitragen, entfalten aber bei falscher Dosierung selbst eine reizende Wirkung. All diese schleimlösenden Maßnahmen sind nur dann wirklich wirksam, wenn der Patient ausreichend viel trinkt. .
Leichte körperliche Betätigung fördert das Abhusten, überanstrengen sollte man sich aber nicht.

Bei schweren bakteriellen Infektionen der Bronchialschleimhaut oder der Lunge verschreibt der Arzt Antibiotika (Bakterien abtötende Medikamente), um den Krankheitsverlauf abzukürzen und eine dauerhafte Schädigung der Lunge zu vermeiden.

Wenn die Atemwege stark geschwollen sind, kann man abschwellende und entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Dies ist aber bei der akuten Bronchitis nur selten notwendig.

Die absolut wirksame Prophylaxe gibt es bei einer akuten Bronchitis nicht, doch eine gesunde Lebensführung mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung beugt der Erkrankung vor. Das Abwehrsystem des Körpers wird so gestärkt und Infektionskrankheiten treten insgesamt seltener auf.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer (9. Auflage 2003).

Harrison, T. R.: Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (2003).

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004).

Matthys, H.: Klinische Pneumonologie. Springer (3. Auflage 2001).

Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme Verlag (2000).

AWMF-Leitlinien. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: Diagnostik und Therapie von Patienten mit akutem und chronischem Husten. (020/003), September 2004
Anzeige
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
Anzeige
Anzeige
Anzeige