Erkältungskrankheiten bei Kindern
Was ist eine Erkältung und wie kommt es dazu?
Unter einer Erkältung versteht man im Allgemeinen einen plötzlich auftretenden, meist durch einen Virus verursachten Atemwegsinfekt.
Der typische Übertragungsweg der Erkältungskrankheiten ist die Tröpfcheninfektion.
Bereits kleinste Sekretmengen, die durch Niesen oder Husten eines erkälteten Patienten in die Atemwege gelangen, können eine für die Infektion ausreichend hohe Menge an Erkältungsviren enthalten.
Sind Kinder häufiger erkältet als Erwachsene?
Bis zum Eintritt in das Schulalter kann ein Kind pro Jahr bis zu zehn Erkältungskrankheiten bekommen, die jedoch nicht immer einen schweren, fieberhaften Verlauf haben müssen. Die Zahl der Infekte nimmt dann in den Folgejahren deutlich ab, so dass etwa ab dem zwölften Lebensjahr nur noch etwa zwei bis drei solcher Infektionen pro Jahr zu beobachten sind.
Erst zu diesem Zeitpunkt hat sich das Immunsystem der kleinen Patienten aufgrund vorangegangener Infekte ausreichend entwickelt, um Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Eine weitere Ursache für die häufigen Erkältungskrankheiten im Kindesalter ist außerdem die gegenseitige Ansteckung durch den engen Kontakt unter den Kindern beispielsweise in Kindergärten oder in Schulen.
Wie bemerkt man einen Infekt?
Typischerweise treten zunächst unspezifische Allgemeinbeschwerden auf. Kleinkinder sind oft müde und "quengelig".
Ältere Kinder geben zumeist eindeutige Symptome wie Halsschmerzen, Kopf- oder Gliederschmerzen an. Im weiteren Verlauf manifestiert sich schließlich ein charakteristischer Infektionsort. Je nach Lokalisation dieses Infektes kann es zu einem banalen Infekt der oberen Atemwege, einer Halsentzündung oder zu einer Bronchitis kommen.
Neben Husten, Schnupfen und Heiserkeit können Übelkeit, Appetitlosigkeit und Trinkschwäche sowie Blässe, Abgeschlagenheit und Luftnot auftreten. Ein geröteter Hals, eventuell mit entzündlich vergrößerten Gaumenmandeln, verursacht oft unangenehme Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.
Welche Gefahren birgt eine Erkältung für mein Kind?
In den meisten Fällen verlaufen Erkältungskrankheiten bei Kindern ohne Komplikationen. Nur selten kommt es zu schwereren Erkrankungen wie z. B. einer Lungenentzündung.
Im Rahmen von Erkältungskrankheiten bei Kindern können sich auch möglicherweise Begleitinfektionen, beispielsweise eine eitrige Mandelentzündung, eine Entzündung des Mittelohres oder eine Blasenentzündung entwickeln.
Sollte eine starke Verschlechterung des Allgemeinbefindens oder plötzliche Veränderungen wie Nackensteife, Sehverschlechterung, Lähmungen und Ähnliches auftreten, kann dies für eine Hirn- oder Hirnhautentzündung (Enzephalitis, Meningitis) sprechen. In diesen Fällen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, damit unverzüglich mit einer Behandlung begonnen werden kann.
Wie kann man einer Erkältung vorbeugen?
Erkältungskrankheiten im Kindesalter sind häufig und nicht grundsätzlich vermeidbar.
Außerdem tragen diese Infektionen unter anderem zur Ausbildung eines gut funktionierenden Abwehrsystems bei.
Jedoch sollten Eltern auch bei scheinbar banalen Infekten darauf achten, die vom Arzt verordnete Behandlung zuverlässig durchzuführen, um Komplikationen zu vermeiden. Hierzu zählen neben der Einnahme notwendiger Medikamente auch allgemeine Maßnahmen wie regelmäßige Temperaturkontrollen, eine ausreichende körperliche Schonung und Flüssigkeitszufuhr.
Literatur/Leitlinien/EBM:
Consilium infectiorum: Das infektanfällige Kind in der Praxis. (Heft 3/2000).
Lentze, M.J.; Schaub, J.; Schulte, F.J.: Pädiatrie. Springer (2.Aufl. 2002).
Scholz, H.: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. DGPI-Handbuch. Futuramed Verlag (3.Aufl. 2000).
Sitzmann, F.C.: Pädiatrie. Duale Reihe. Thieme (2.Aufl. 2002).


