Dreitagefieber
(Exanthema subitum)
Was ist das Dreitagefieber?
Das Dreitagefieber (Exanthema subitum, Roseola infantum) ist eine häufige, ansteckende, aber harmlose Viruserkrankung, an der vor allem Kinder vor dem vierten Lebensjahr erkranken. Sie heilt folgenlos aus.
Die Inkubationszeit des Dreitagefiebers, d. h. die Zeit zwischen Kontakt mit dem Virus und den ersten Krankheitssymptome beträgt ein bis maximal zwei Wochen. Der Erreger ist das humane Herpes-Virus 6 (HHV 6) und wird durch so genannte Tröpfcheninfektion, also über Speichelflüssigkeit und Ähnliches übertragen.
Wer einmal erkrankt war, ist anschließend gegenüber einer erneuten Ansteckung immun.
Wie äußert sich das Dreitagefieber?
Das Dreitagefieber beginnt mit hohem Fieber, z. T. über 40 Grad Celsius, das typischerweise drei Tage anhält, ohne dass weitere Krankheitszeichen erkennbar sind. Nach drei Tagen entfiebern die Kinder schlagartig, und es wird ein blassroter Hautausschlag am Rumpf, an Armen und Beinen sowie im Halsbereich sichtbar (Exanthem). Das Gesicht bleibt ausgespart. Der Ausschlag ist flüchtig, d. h. er verschwindet oft schon nach wenigen Stunden. Manchmal ist er so unauffällig, dass man ihn gar nicht bemerkt.
Nach Abklingen des Fiebers bessert sich der Allgemeinzustand der Kinder rasch. Die Krankheit kann sehr leicht verlaufen und nur wenige der typischen Symptome zeigen.
Welche Komplikationen gibt es?
Das Dreitagefieber ist in der Regel eine gutartige und ungefährliche Kinderkrankheit. Bei entsprechender Neigung kann jedoch insbesondere bei Säuglingen ein so genannter Fieberkrampf auftreten. Dabei handelt es sich um einen Krampfanfall, der auch im Rahmen jeder anderen fieberhaften Erkrankung des Kindesalters möglich ist. Obwohl ein solches Ereignis sehr bedrohlich aussehen kann, besteht weder Lebensgefahr, noch das Risiko bleibender geistiger Schäden.
Wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung eines solchen Fieberkrampfs ist die Fiebersenkung, die medikamentös und durch Wadenwickel erfolgen kann. Kommt es zu einem Krampfanfall, ist es unbedingt erforderlich, einen Notarzt zu rufen. Das Kind sollte zur Sicherheit im Krankenhaus beobachtet werden, um mögliche andere Ursachen für den Krampfanfall zu erkennen.
Selten kommt es zur Mitbeteiligung der Leber (Leberentzündung; Hepatitis) oder des Gehirns und der Hirnhäute (Meningoenzephalitis).
Wie wird das Dreitagefieber diagnostiziert?
Die Diagnose wird im Wesentlichen aufgrund des Verlaufs und der charakteristischen Symptome (typischer Fieberverlauf und Hautausschlag) gestellt.
Eine zusätzliche Blutuntersuchung, bei der vor allem die Anzahl der weißen Blutkörperchen eine Rolle spielt, kann hilfreich sein, ist normalerweise aber nicht erforderlich.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Spezielle Medikamente zur Beseitigung des Virus gibt es nicht. Diese sind auch nicht notwendig.
Zur Senkung des Fiebers kann der Arzt entsprechende Medikamente verordnen. Bei Fieberkrämpfen, die nicht innerhalb kurzer Zeit von selbst aufhören, kann der Arzt ein krampflösendes Medikament verabreichen.
Eine Impfung ist weder nötig noch verfügbar.
Was können die Eltern tun?
Bei hohem, anhaltendem Fieber sollte das Kind grundsätzlich einem Arzt, am besten einem Kinderarzt vorgestellt werden, um andere, möglicherweise gefährliche fieberhafte Erkrankungen auszuschließen.
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn bei Fieber verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit über die Haut. Am besten ist es, wenn ein krankes Kind häufiger kleine Mengen trinkt. Geeignet sind z. B. Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte. Trinken die Kinder nicht genug, besteht die Gefahr der Austrocknung. Hiervon sind vor allem Säuglinge bedroht, die unter Umständen vorübergehend Flüssigkeit über die Vene (Infusion) zugeführt bekommen müssen.
Die Kleidung der Kinder sollte der erhöhten Körpertemperatur angepasst werden. Der Körper muss die Möglichkeit haben, Wärme über die Haut abzugeben und so das Fieber zu senken. Deshalb sind leichte Baumwollkleidung, eventuell nur die Unterwäsche oder eine Windel ausreichend. Die Zimmertemperatur darf ebenfalls nicht zu hoch sein.
Zur Fiebersenkung können neben der Durchführung von Wadenwickeln auch Medikamente verabreicht werden, deren Anwendung jedoch vorher mit einem Arzt abgestimmt werden sollte. Die am häufigsten verwendeten Wirkstoffe sind Paracetamol und Ibuprofen. Wichtige Ziele der Fiebersenkung sind die Vorbeugung eines Fieberkrampfs sowie die Senkung des Flüssigkeitsbedarfs. Daneben hat sie positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden und damit auf das Trink- und Essverhalten des Kindes.
Literatur/Leitlinien/EBM:
Lentze, M.J.: Pädiatrie. Grundlagen und Praxis. Springer (2003).
Sitzmann, F.C.: Pädiatrie. MLP Duale Reihe. Thieme (2002).
Netter, F.H.: Pädiatrie. Thieme (2001).


