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Hepatitis C




Was versteht man unter einer Hepatitis C?


Ganz generell bezeichnet der Begriff Hepatitis eine Entzündung des Lebergewebes. Die Ursache einer Hepatitis C ist in diesem Fall die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV), von dem es unterschiedliche Subtypen gibt.

Die Infektion erfolgt in erster Linie über Blut, seltener über andere Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen oder Sperma. Gemeinsame Nutzung von Injektionsnadeln, z. B. beim Drogenkonsum, ist eine wichtige Infektionsquelle. Früher stellten Blutübertragungen ein Risiko dar, diese Gefahr hat in den letzten Jahren jedoch deutlich abgenommen, da Blutprodukte seit Anfang der 1990er Jahre auf das Hepatitis-C-Virus getestet werden.

Das Risiko der Übertragung durch Geschlechtsverkehr bei stabiler Partnerbeziehung, während der Geburt von der Mutter auf das Kind oder beim Stillen ist gering, kann aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Mit weltweit etwa 170 Millionen Virusträgern gehört die Hepatitis-C-Infektion zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. In Deutschland tragen nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 275.000 Menschen den Erreger in sich. Einen wirksamen Impfstoff gegen das Hepatitis-C-Virus gibt es bisher nicht. Der Schutz vor einer Infektion ist daher umso wichtiger.

Was sind die Krankheitszeichen?


Die Infektion mit Hepatitis C verläuft in 75 Prozent der Fälle ohne erkennbare Symptomatik oder nur mit unspezifischen Beschwerden. Mögliche auftretende Symptome ähneln einem grippalen Infekt und werden daher oft nicht mit der eigentlichen Erkrankung in Verbindung gebracht.

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) liegt zwischen 2 und 26 Wochen, beträgt aber in der Regel 6 bis 9 Wochen.

Selten tritt die akute Infektion mit Anzeichen einer akuten Leberentzündung in Erscheinung. Der Beginn der Krankheit ist dann meist durch unspezifische Symptome gekennzeichnet. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Magendruck mit Völlegefühl sind häufig die ersten Anzeichen. Seltener treten Juckreiz und Gelenkbeschwerden auf.

Später bemerkt der Betroffene eine Gelbverfärbung der Haut (Ikterus). Im Volksmund wird eine Hepatitis deshalb oft auch als "Gelbsucht" bezeichnet. Der Stuhl verliert seine dunkelbraune Farbe, der Urin färbt sich braun.

Schwere akute Verläufe mit raschem Fortschreiten und Tod durch Leberversagen kommen nur sehr selten vor.

Weshalb ist die Hepatitis C eine ernste Erkrankung?


Die Hepatitis C ist eine Erkrankung, die im Vergleich zu anderen Hepatitisarten seltener mit akuten Symptomen im Sinne einer schweren Leberentzündung einhergeht. Die Krankheit nimmt aber, und das ist das Gefährliche, bei 50 bis 85 Prozent der Betroffenen einen chronischen Verlauf, der schwerwiegende Folgen haben kann.

Bei 20 Prozent der chronisch Infizierten kommt es zu einer zunehmenden Verschlechterung der Leberfunktion mit Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) innerhalb von 20 bis 30 Jahren. Menschen, die eine Leberzirrhose haben, laufen Gefahr, dass sich ein Leberzellkarzinom (Leberkrebs) bildet. Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist daher dringend erforderlich.

Die ausreichende Funktion der Leber ist für den menschlichen Körper lebensnotwendig. Die Leber erfüllt wichtige Aufgaben bei der Entgiftung. Sie produziert Gerinnungsfaktoren für die Blutstillung. Eiweiße, die man mit der Nahrung aufnimmt, werden in der Leber abgebaut, und daraus neue Baustoffe für die Zellen aufgebaut. Zuckermoleküle (Kohlenhydrate) werden in Fette umgewandelt, die als Energiespeicher dienen.

Sind diese Leberfunktionen durch die Hepatitis C eingeschränkt, ist mit einer Vielzahl von Komplikationen zu rechnen. Hierzu zählen Blutungen, Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites), Milzvergrößerung, Hirnschädigung, Gelbsucht (Ikterus), Mangelernährung u. a. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen, diese Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Wie wird eine Hepatitis C diagnostiziert?


Fehlen die Beschwerden der akuten Hepatitis C, so wird die Erkrankung oft nicht frühzeitig und unmittelbar nach der Ansteckung, sondern erst später beim Auftreten von Komplikationen (im chronischen Stadium) festgestellt. Im Fall einer akuten Leberentzündung führen die geschilderten Symptome den Betroffenen zum Arzt und lenken den Verdacht auf eine Hepatitis.

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt die Leber oft unter dem rechten Rippenbogen ertasten. Gelegentlich ist diese Region beim Abtasten schmerzempfindlich. Da diese Zeichen aber auch bei anderen Lebererkrankungen auftreten können, muss durch eine Blutuntersuchung die Art der Erkrankung festgestellt werden. Im Blut kann RNA (Genmaterial) des Hepatitis-C-Virus nachgewiesen werden. Ebenso findet man spezifische Antikörper gegen das Virus.

Außerdem kann die Beeinträchtigung der Leberfunktion anhand der Leberenzyme, der Gerinnungswerte sowie anhand von weiteren Substanzen, welche die Leber produziert, beurteilt werden. Urin- und Stuhluntersuchungen ergänzen die Diagnostik.

Bei einer chronischen Hepatitis C sollte eine Leberbiopsie durchgeführt werden. Sie erlaubt es dem Arzt, zu beurteilen, wie weit die Leber geschädigt ist und ob bereits eine Leberzirrhose vorliegt.

Wie wird die Hepatitis C behandelt?


Eine Impfung gegen Hepatitis C existiert zur Zeit nicht. Die Therapie der Hepatitis C besteht zunächst in einer an den Symptomen orientierten Form. Schwere Verläufe bedürfen der Behandlung im Krankenhaus.

Bei der akuten Hepatitis C wird eine Therapie mit dem antiviral wirksamen Interferon-alpha über 24 Wochen durchgeführt. Dadurch wird der Übergang in das chronische Stadium in über 90 Prozent der Fälle verhindert, das heißt, die Erkrankung heilt aus.

Die chronische Hepatitis C behandelt man mit Interferon-alpha in Kombination mit Ribavirin. Diese Therapie wird über 24 oder 48 Wochen ambulant durchgeführt. Sie bewirkt in der Mehrzahl der Fälle (je nach Typ des Hepatitis-C-Virus zwischen 50 und 80 Prozent) eine Heilung oder verhindert zumindest ein Fortschreiten der Erkrankung. Die verschiedenen Typen des Hepatitis-C-Virus sprechen unterschiedlich gut auf die Medikamente an.

Als Nebenwirkung dieser Therapie können seelische Verstimmungen bis hin zu Depressionen auftreten. Weiterhin beobachtet man unter der Therapie mit Interferon-alpha und Ribavirin grippeähnliche Symptome, Magen-Darm-Beschwerden, vermehrten Haarausfall und vorübergehende Blutbildveränderungen. Eine Alternative zu dieser Therapie gibt es zurzeit nicht.

Liegt bereits eine Leberzirrhose vor, muss diese behandelt ebenfalls werden. Die letzte Möglichkeit besteht in der Lebertransplantation. Wird die Hepatitis C nicht therapiert, droht der Mehrheit der Erkrankten ein fortschreitendes Leberversagen, das zum Tode führen kann.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Hahn, E. G., Riemann, J. F.: Klinische Gastroenterologie. Thieme (1999).

Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme (2000).

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2005).

Harrison, T. R.: Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (16. Auflage 2005).

AWMF online. Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung: Hepatitis C
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/068-012.htm (Erstellungsdatum April 2002)

AWMF online. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und Ernährung:
Behandlung der chronischen Virushepatitis B/D und der akuten und chronischen Virushepatitis C (1999)

Z Gastro 2004; 452(8), S.677-730:

Robert-Koch-Institut: Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Hepatitis C (2004).
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