Keuchhusten
(Pertussis)
Was ist Keuchhusten?
Keuchhusten (Pertussis) ist eine ansteckende Kinderkrankheit, die aber auch bei nicht geimpften Erwachsenen auftreten kann. Sie wird durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen.
Keuchhusten hinterlässt eine lange, jedoch nicht unbedingt lebenslange Immunität, sodass ältere Menschen, wenn auch selten, erneut erkranken können. Die Krankheit ist weltweit verbreitet.
Wie wird die Krankheit übertragen?
Erkrankte Personen übertragen die Erreger meist beim Niesen und Husten, wobei die Bakterien mit dem Speichel weitergegeben werden. Dieser Übertragungsweg wird Tröpfcheninfektion genannt.
Auch geimpfte Personen können nach dem Kontakt mit an Keuchhusten Erkrankten das Bakterium vorübergehend weitergeben.
Wer kann sich anstecken?
Die Inkubationszeit, das heißt der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt beim Keuchhusten etwa 7 bis 14 Tage.
Ansteckend ist Keuchhusten vom Ende der Inkubationszeit für etwa drei Wochen. Wird mit Antibiotika behandelt, verkürzt sich diese Zeit auf etwa fünf Tage.
Prinzipiell kann sich jeder Mensch anstecken. Allerdings erkranken meist Kinder oder ältere Menschen. Antikörper gegen Keuchhusten werden während der Schwangerschaft nicht von der Mutter auf das Ungeborene übertragen, sodass Säuglinge bis zur Impfung gegen Keuchhusten nicht sicher geschützt sind.
Welche Symptome können auftreten?
Pertussis verläuft klassischerweise in drei Stadien. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, die etwa ein bis zwei Wochen andauern (Stadium catarrhale). Fieber ist meist nur geringfügig ausgeprägt.
Anschließend tritt der charakteristische, anfallsweise auftretende Husten (Stakkatohusten) hinzu, an dem die Krankheit erkannt wird (Stadium convulsivum). Zwischen den einzelnen Hustenstößen erfolgt häufig keine Einatmung, sodass das Gesicht des Erkrankten aufgrund des Sauerstoffmangels blaurot anläuft. Die Betroffenen müssen dabei oft auch würgen oder sogar erbrechen. Die Hustenattacken treten insbesondere nachts auf. Sie können durch körperliche Anstrengung oder psychische Faktoren ausgelöst werden. Täglich können bis zu 30 solcher Anfälle auftreten.
Nach drei bis vier Wochen werden die Anfälle leichter und seltener. Es folgt das so genannte "Stadium decrementi, in dem es zum langsamen Abklingen der Symptome und zum Ausheilen der Erkrankung kommt.
Vor allem Erwachsene mit Pertussis leiden unter hartnäckigem Reizhusten. Dieser Husten kann auch nach abgeheilter Erkrankung noch monatelang bestehen bleiben und durch kalte Luft, Zigarettenrauch oder körperliche Anstrengung ausgelöst werden.
Welche Komplikationen können auftreten?
Gefürchtet ist die Erkrankung bei Säuglingen, bei denen es während der Hustenattacken zu bedrohlichem Sauerstoffmangel insbesondere im Gehirn kommen kann.
Selten treten Krampfanfälle und bleibende Hirnschädigungen auf. Weitere Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen.
Plötzliche Todesfälle werden, wenn auch äußerst selten, beobachtet.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die oben genannten Symptome der Erkrankung liefern dem Arzt die entscheidenden Hinweise auf eine Keuchhusten-Erkrankung. Im Blut findet sich zudem meist eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen als Zeichen einer Infektion.
Im Nasen-Rachen-Abstrich kann der Erreger direkt nachgewiesen werden. Auch der Nachweis von DNA des Bakteriums ist durch spezielle Untersuchungsmethoden möglich.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Eine Behandlung mit Antibiotika ist sinnvoll, solange der Erkrankte den Erreger ausscheidet. Durch Antibiotika werden die Bakterien abgetötet und so eine weitere Ausbreitung im Körper und auf andere Personen verhindert. Außerdem lässt sich mit einer rechtzeitigen Behandlung die Erkrankungsdauer abkürzen und der Verlauf mildern. Enge Kontaktpersonen sollten antibiotisch mitbehandelt werden, sofern sie Keuchhustensymptome entwickeln.
Klassische Hustensäfte oder Hustentropfen sind meist wirkungslos. Lediglich bei zähem Schleim lohnt der Einsatz von schleimlösenden Medikamenten. Man sollte auf reichlich Flüssigkeitszufuhr, reizarme Umgebung und häufige kleinere Mahlzeiten wegen des Würgereizes und des Erbrechens achten.
Gemeinschaftseinrichtungen sollten erst fünf bis sieben Tage nach Beginn einer antibiotischen Behandlung besucht werden.
Wie kann man sich vor Keuchhusten schützen?
Gegen Keuchhusten gibt es eine wirksame Impfung. Diese Impfung sollten alle Säuglinge erstmals in der 9. Lebenswoche erhalten.
Der Impfstoff wird im ersten Lebensjahr insgesamt dreimal verabreicht sowie als Auffrischimpfung im 12. bis 15. Lebensmonat. Die Keuchhusten-Impfung wird meist in Kombination mit anderen Impfstoffen (gegen Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Hepatitis B, Haemophilus influenzae Typ b) durchgeführt. Sinnvoll ist eine erneute Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 17 Jahren.
Da die Wirkung der Impfung nicht lebenslang anhält, wird Angestellten in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter sowie Angestellten in der Kinderheilkunde und Infektiologie eine Impfung auch im Erwachsenenalter empfohlen.
Literatur/Leitlinien/EBM:
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Pertussis (2001).
Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Futuramed (2000).
Robert-Koch-Institut: Impfempfehlungen. www.rki.de (2004).


