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Kleieflechte



(Pityriasis versicolor; Tinea versicolor)


Was ist eine Kleieflechte?


Eine Kleieflechte ist eine häufige, oberflächliche, nicht oder kaum entzündliche Pilzerkrankung. Erreger ist der Hefepilz Malassezia Furfur (Pityrosporon Ovale), der sich besonders in Körperregionen mit vermehrter Schweiß- und Talgbildung aufhält.

Kinder sind selten betroffen; in den meisten Fällen erkranken erst Jugendliche nach der Pubertät und Erwachsene. Die Ansteckungsgefahr ist gering, obwohl der Erreger überall verbreitet ist.

Wie kommt es zu einer Kleieflechte?


Grundsätzlich kann die Hautkrankheit jeden befallen. Es gibt jedoch offenbar eine gewisse individuelle erbliche Bereitschaft und darüber hinaus bestimmte Umstände, die diese Pilzerkrankung begünstigen. Hierzu gehören:
  • Das Tragen von Synthetikkleidung, dadurch bedingt verstärktes Schwitzen und mangelnde Abdunstung
  • Mangelhafte Hygiene
  • Subtropisches und tropisches Klima
  • Fettleibigkeit
  • Schwangerschaft
  • Die Einnahme der Anti-Baby-Pille
  • Die Einnahme von Kortison
  • Bestimmte Grunderkrankungen wie Schilddrüsenkrankheiten, Blutzuckerkrankheit oder andere Immundefekte

Welche Erscheinungsformen kann eine Kleieflechte haben?


Bevorzugte Körperstellen für die Pilzinfektion sind die Brustmitte und Mitte des Rückens. Vom Rumpf (Stamm) aus kann sie sich aber über die Oberarme, seltener auch über die Oberschenkel, ausbreiten.

Es zeigen sich scharf begrenzte, wenige Millimeter bis etwa ein Zentimeter große Flecken, die hellbraun, gelblich oder rötlich sein können. Je nach Bräunung der umgebenden Haut erscheinen die Flecken jeweils andersfarbig (heller oder dunkler) im Sommer und im Winter.

Den Flecken liegt eine feine, kleieförmige Schuppung auf, die bei leichtem Kratzen besonders deutlich wird und der Kleieflechte ihren Namen gab. Der Mediziner bezeichnet dies als Hobelspanphänomen. Juckreiz kann vorkommen, besteht aber eher selten.

Wie wird die Erkrankung festgestellt?


In den meisten Fällen kann der Hautarzt die Diagnose anhand des Untersuchungsbefundes der Haut sofort stellen.

Der Arzt kann aber auch ein paar Hautschuppen von der betroffenen Stelle abschaben oder mit einem Stück Klebefilm abreißen und anschließend unter dem Mikroskop untersuchen (Nativmikroskopie). So lässt sich die Diagnose rasch erhärten.

Bei einer sehr ausgeprägten Kleieflechte oder nach erfolgloser Therapie ist es sinnvoll, ein innerliches Leiden, das das übermäßige Schwitzen möglicherweise verursacht, auszuschließen. In diesem Fall werden weitere Untersuchungen (z. B. Blutuntersuchungen), gegebenenfalls bei einem Allgemeinarzt oder einem Arzt für Innere Medizin, notwendig.

Wie wird eine Kleieflechte behandelt?


Meist reicht eine rein äußerliche Behandlung der betroffenen Hautstellen aus. Dazu verwendet man zur lokalen Behandlung fünfprozentigen Salizylsäure-Spiritus und ein Antimykotikum (Anti-Pilzmittel) in Form einer Creme. Als Antimykotika eignen sich besonders die Imidazole Econazol und Ketoconazol.
Antipilzmittel gibt es nicht nur in Form von Cremes, Lotionen und Gelen, sondern auch als Waschlösungen, Duschgele und Shampoos.
Es ist sinnvoll, die behaarte Kopfhaut mit diesen speziellen Shampoos mitzubehandeln..
Die Mittel sind im Allgemeinen gut verträglich; gelegentlich kann es bei Anwendung zu Hautreizungen oder allergischen Reaktionen kommen.

Bei sehr schweren Formen der Kleieflechte, die auf eine rein äußerliche Behandlung nicht ansprechen, kann eine systemische Therapie (innere Anwendung) mit einem Anti-Pilzmittel (Ketoconazol, Fluconazol oder Itraconazol) (z. B. als Tablette) notwendig werden.

Grundsätzlich ist das Tragen von Naturfaserunterwäsche wichtig, um die Abdunstung des Schweißes zu gewährleisten. Die durch die Pilzinfektion hervorgerufene Veränderung der Hautfarbe bleibt oft auch nach erfolgreicher Behandlung noch längere Zeit bestehen, bis sich die Haut wieder vollständig regeneriert hat.


Literatur/ Leitlinien/ EBM:



Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer (1.Aufl. 1997).

Altmeyer, P.; Dirschka, T.; Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer (2. Aufl. 2002).

Braun-Falco O.; Plewig, G.; Wolff, H.H.: Dermatologie und Venerologie. Springer (4.Aufl. 2002).

Fritsch P.: Dermatologie und Venerologie. Springer (2.Aufl. 2003).

Schmoeckel, Ch.: Lexikon und Differentialdiagnose der klinischen Dermatologie. Thieme (1994).

Sterry, W.; Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme (5.Aufl. 2004).
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