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Salmonelleninfektion



(Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen; Salmonellose)


Was ist eine Salmonelleninfektion?


Eine Salmonelleninfektion wird durch bestimmte Bakterien, die Salmonellen, hervorgerufen. Entdeckt hat sie der amerikanische Bakteriologe Daniel E. Salmon, der dann auch als Namensgeber fungierte. Es gibt unterschiedliche Typen von Salmonellen, die im wesentlichen drei verschiedene Krankheiten auslösen:

Salmonella typhi verursacht den Typhus, eine schwer verlaufende Erkrankung, die vor allem in tropischen und subtropischen Ländern auftritt. Nach Schätzungen sterben weltweit jedes Jahr 600.000 Menschen an der Infektionskrankheit, das Gros in Regionen mit schlechten hygienischen Verhältnissen. In Deutschland werden lediglich 50 bis 60 Fälle pro Jahr beobachtet, was auch damit zusammenhängt, dass hierzulande viele Menschen geimpft sind.

Paratyphus, eine ähnliche Erkrankung, wird durch Salmonella paratyphi ausgelöst.

In unseren Breiten treten am häufigsten Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis) auf, die durch Bakterien der Sorte Salmonella enteritidis oder Salmonella typhimurium hervorgerufen werden. Diese Keime kommen in Milchprodukten, Eiern und Ei-Produkten wie etwa Mayonnaise, Geflügel, Fisch und rohem Fleisch vor. Sie können über mehrere Monate überleben und lassen sich auch durch Einfrieren nicht abtöten. Besonders schnell vermehren sie sich in befallenen Lebensmitteln, die nicht richtig gekühlt sind. Das erklärt auch, warum die meisten Krankheitsfälle im Sommer auftreten. Betroffen sind überwiegend Kleinkinder, alte Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem (z. B. Leukämie- oder AIDS-Kranke).

Da die Erkrankung auf andere übertragen werden kann, muss schon der Verdacht auf eine Salmonelleninfektion vom Arzt beim Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wie bekommt man eine Salmonellen-Gastroenteritis?


Infektionsquelle Nummer eins für Salmonellen sind befallene Nahrungsmittel. Durch den Verzehr gelangen die Bakterien in den Magen-Darm-Trakt und rufen die typischen Symptome hervor. Produkte aus Eiern, Milchprodukte, Geflügel und rohes Fleisch sind besonders gefährlich, da Tiere Wirte der Erreger sein können. Nicht ausreichend gekühlt gelagerte Lebensmittel bilden einen ausgezeichneten Nährboden für die Bakterien, hier vermehren sie sich besonders schnell.

Salmonellen werden auch durch Menschen verbreitet, die selbst an einer Salmonelleninfektion erkrankt sind und die Bakterien mit dem Stuhl ausscheiden. Wenn sie sich nach dem Toilettengang die Hände nicht ausreichend reinigen, können sie die Erreger an andere weitergeben, entweder über direkten Hand-Mund-Kontakt oder über Geschirr und Nahrungsmittel, die sie angefasst haben.

Salmonellen bilden ein Gift (Enterotoxin), das an der Darmwand des Menschen wirkt. Es verursacht eine gesteigerte Flüssigkeitsabgabe in den Darm und löst so Durchfälle aus.

Woran erkennt man eine Salmonellen-Gastroenteritis?


Die ersten Krankheitssymptome zeigen sich wenige Stunden bis drei Tage nach Aufnahme der Erreger. Typisch sind plötzlich einsetzende wässrige Durchfälle, die Blut oder Schleim enthalten können. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, starke krampfartige Bauchschmerzen und hohes Fieber. Die Betroffenen fühlen sich schwer krank.

Nach zwei bis fünf Tagen klingen die Krankheitszeichen meist ab. Manchmal dauert die akute Phase nur wenige Stunden.

Häufig verursacht eine Salmonelleninfektion auch nur leichte Durchfälle auf, oder sie verläuft sogar ganz ohne Beschwerden.

Was können die Folgen sein?


Meist heilt eine Salmonelleninfektion bei sonst gesunden Menschen schnell und folgenlos aus. Aufgrund der wässrigen Durchfälle verliert der Körper aber sehr viel Flüssigkeit und wichtige Körpersalze. Dies kann, wenn die Verluste nicht ausreichend ersetzt werden, zu einem Kreislaufkollaps führen Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist die Gefahr dieser so genannten Dehydratation am größten.

Personen, die an anderen Erkrankungen leiden, z. B. an einer Schwäche des Abwehrsystems, bei alten Menschen und bei Säuglingen kommt es vor, dass die Erreger eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. In diesem Fall können die Salmonellen andere Organe befallen und weitere Komplikationen verursachen. Dazu zählen Herzklappen-, Hirnhaut- oder Brustfellentzündungen sowie Knochen- und Gelenkentzündungen. Alle Komplikationen können im schlimmsten Falle zum Tode führen.

Bei einigen Patienten sind Salmonellen auch nachdem die akute Infektion abgeklungen ist und die Beschwerden verschwunden sind weiterhin im Stuhl nachweisbar. Ist dies auch nach einer Zeit von sechs Monaten der Fall, werden diese Personen als "Dauerausscheider" bezeichnet. Sie sind zwar nicht mehr krank, scheiden die Erreger jedoch mit dem Stuhl aus und können sie weiter verbreiten. Im Vergleich zum Typhus ist bei der Salmonellen-Gastroenteritis eine Dauerausscheidung aber selten und meist nur vorübergehend.

In wenigen Fällen tritt einige Tage bis Wochen nach Beginn des Durchfalls eine Gelenkentzündung (sog. reaktive Arthritis) auf, die jedoch meist nach einiger Zeit von selbst verschwindet.

Wie lässt sich die Erkrankung nachweisen?


Die typischen Symptome wecken beim Arzt den Verdacht auf eine Salmonellen-Enteritis. Beweisen kann man sie aber nur durch den Erregernachweis. Dazu wird vor allem der Stuhl untersucht, zusätzlich können aber auch Erbrochenes, verdächtige Speisen oder Blut auf Salmonellen getestet werden.

Dazu entnimmt man kleine Proben, und bebrütet diese auf einem speziellen Nährboden. Wächst ein Bakterienteppich, werden die Bakterien mit verschiedenen Methoden analysiert, bis man weiß, um welchen Keim es sich handelt. Auf diese Weise lässt sich eine sichere Aussage treffen, ob und welche Salmonellen die Krankheitszeichen verursachen.

Wie behandelt man eine Infektion?


In den meisten Fällen ist bis auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr keine weitere Therapie erforderlich. am besten nimmt man nur leichte, ballaststoffarme Kost zu sich. Geeignete Nahrungsmittel sind zum Beispiel Tee, Mineralwasser ohne Kohlensäure, Reis- oder Haferschleim, Zwieback, Salzstangen oder Kartoffelbrei.

Gegebenenfalls kann zu Beginn der Erkrankung der vorübergehende Verzicht auf Essen, niemals jedoch aufs Trinken, notwendig sein. Insbesondere bei Kleinkindern, Säuglingen und älteren Personen muss die Flüssigkeit manchmal über die Vene zugeführt werden, um starke Flüssigkeitsverluste zu vermeiden.

Für Erkrankte, die unter Bauchkrämpfen leiden, stehen krampflösende Medikamente zur Verfügung, die auch schmerzlindernd wirken. Die Medikamente, die als Zäpfchen verabreicht werden, können gelegentlich zu einem Harnverhalt führen. Andere seltene Nebenwirkungen wie eine verminderte Schweißsekretion, Herzrasen oder Mundtrockenheit sind im Allgemeinen nur bei zu hoher Dosierung zu befürchten.

Die Therapie der Salmonellen-Gastroenteritis mit Antibiotika ist bei schweren Krankheitsverläufen mit Blutvergiftung sowie bei Risikopatienten wie jungen Säuglingen, älteren Menschen oder Patienten mit einer Abwehrschwäche oft unabdingbar. Durch die Antibiose soll einer weiteren Vermehrung der Salmonellen und möglicher anderer Bakterien entgegengewirkt werden, mit dem Ziel, schlimmere Komplikationen zu verhindern.

Bei leichten Verläufen verabreicht der Arzt keine Antibiotika, da diese den Krankheitsverlauf kaum positiv beeinflussen beeinflussen, jedoch die Ausscheidungsdauer der Salmonellen verlängern können. Typhus und Paratyphus hingegen müssen in jedem Fall antibiotisch behandelt werden. Als Nebenwirkung der Antibiotika-Behandlung kann es unter anderem zu allergischen Hautausschlägen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen kommen.

Wie kann man einer Salmonelleninfektion vorbeugen?


Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Salmonellen-Infektionen zu vermeiden, ist eine gute Lebensmittelhygiene. Lebensmittel wie Eier, Geflügelfleisch, Salate, Mayonnaisen, Speiseeis, Seetiere sowie rohe Fleisch- und Wurstwaren sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Bei der Zubereitung ist auf eine ausreichende Erhitzung zu achten. Salmonellen werden bei Temperaturen über 70° C für mindestens zehn Minuten sicher abgetötet. Kritisch sind Speisen, die zwischen 10° C und 60° C gehalten werden, da sich Salmonellen in diesem Temperaturbereich besonders schnell vermehren können.

Beim Auftauen von gefrorenem Geflügel sollte man besonders auf eine strenge Hygiene achten, da das Auftauwasser häufig Salmonellen enthält. Hände und alle Gegenstände, die damit in Kontakt kommen, müssen gründlich gereinigt werden. Weiterhin ist auf eine gute persönliche Hygiene zu achten, insbesondere nach dem Besuch der Toilette.

Eine Impfung gegen die Magen-Darm-Infektion durch Salmonellen gibt es nicht. Einer Erkrankung an Typhus kann durch eine Impfung vorgebeugt werden. Die Typhusimpfung ist aber nur bei Reisen in bestimmte tropische oder subtropische Länder notwendig.


Literatur/ Leitlinien/ EBM:



Hof, H. et.al.: Duale Reihe - Mikrobiologie. Thieme (2. Auflage 2002)

Brandis, H. et al.: Medizinische Mikrobiologie. Gustav Fischer (1994).

Hahn, J. M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme (4. Auflage 2003).

Hahn, E. G. / Riemann, J. F.: Klinische Gastroenterologie. Thieme (2000).

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004).

Robert-Koch-Institut
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Merkblatt für Ärzte: Salmonellose (letzte Aktualisierung Dez. 2002).

Robert-Koch-Institut
Steckbriefe seltener und "importierter" Bakterien - Salmonellosis, Salmonellen-Enteritis (2003).

Robert-Koch-Institut
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten. Merkblatt für Ärzte: Typhus abdominalis, Paratyphus (2000).
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