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Magenschleimhautentzündung



(Gastritis)


Gastritis - Was ist das?


Die Bezeichnung Gastritis stammt aus dem Griechischen und beschreibt eine Entzündung der Magenschleimhaut. In Magenwand und Magenschleimhaut verändert sich dabei die Zusammensetzung der Zellen.

Entzündungsstoffe können rasch einsetzende (akute) Beschwerden auslösen. Sich langsam entwickelnde (chronische) Veränderungen der Magenschleimhaut verursachen kaum oder gar keine Beschwerden.

Woran erkennt man eine Magenschleimhautentzündung?


Die Symptome einer Gastritis sind relativ unspezifisch: Völlegefühl, ein diffuser Druck in der Magengegend, saures Aufstoßen oder Sodbrennen, eventuell Blähungen. Auf Nahrungszufuhr reagieren die Betroffenen unterschiedlich. Bei manchem legen sich die Beschwerden nach dem Essen, bei anderen nehmen sie eher zu. Appetitlosigkeit sowie eine Abneigung gegen bestimmte Speisen können ebenfalls auf eine Magenschleimhautentzündung hinweisen, sind aber keinesfalls ein sicheres Zeichen.
Die akute Magenschleimhautentzündung wird oft von Übelkeit, seltener auch von Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch begleitet. Ein anhaltendes, dumpfes Schmerzgefühl weist häufig auf langsame Veränderungen der Magenschleimhaut im Rahmen einer chronischen Gastritis hin.

Kommt es bei einer Gastritis zur gefürchtetsten Komplikation, der Blutung, kann sich der Stuhlgang als Folge der Reaktion des Blutes mit der Säure des Magens schwarz verfärben. Man spricht dann vom Teerstuhl. Manchmal erbrechen die Betroffenen auch Blut.

Welche Ursachen hat eine Gastritis?


Zum Schutz der Magenschleimhaut vor der zur Verdauung benötigten Magensäure ist die Innenwand des Magens mit einer schleimartigen Schutzschicht versehen. Überwiegt die Säurebildung oder wird die Schutzschicht geschädigt, sind die Voraussetzungen für eine Entzündungsreaktion gegeben. Dies ist die häufigste Ursache für eine Gastritis.

Grundsätzlich werden drei Typen der Magenschleimhautentzündung (Gastritis) unterschieden (Typ A, B, C):

Typ-A-Gastritis
Die Typ-A-Gastritis entsteht durch einen Autoimmunprozess. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Abwehrsystem des Körpers, das eigentlich für die Bekämpfung von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren zuständig ist, aus meist ungeklärten Gründen gegen Teile des Körpers selbst- bei der Typ-A-Gastritis gegen die Schleimhaut des Magens.

Autoimmunreaktionen spielen bei vielen chronischen Erkrankungen eine Rolle. Für die Entstehung einer akuten Gastritis ist der Prozess kaum verantwortlich. Es handelt sich vielmehr um einen chronischen (langdauernden) Vorgang, der meist nur sehr geringe Beschwerden hervor ruft. Allerdings kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Störung der Nahrungsverwertung kommen.

Dies bedeutet, dass Nahrungsbestandteile nicht mehr in ausreichenden Mengen aus dem Verdauungstrakt aufgenommen werden. So kann z. B. ein Mangel an dem Vitamin B12 und damit eine Blutarmut entstehen. Insgesamt betrachte gehört die Typ-A-Gastritis zu den seltenen Formen der Magenschleimhautentzündung.

Typ-B-Gastritis
Die Typ-B-Gastritis tritt wesentlich häufiger auf. Ursächlich verantwortlich für die Erkrankung ist eine Infektion von Teilen der Magenschleimhaut durch das Bakterium Helicobacter pylori. Beschwerden können, müssen aber nicht auftreten.

Typ-C-Gastritis
Bei der Typ-C-Gastritis, der chemisch-toxischen Form, wird die Magenschleimhaut z. B. durch übermäßigen Alkoholgenuss, regelmäßige Einnahme von Schmerzmedikamenten oder durch den Kontakt mit Gallensäuren gereizt.

Wie wird die Entzündung der Magenschleimhaut diagnostiziert?


Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung führen die Beschwerden den Patienten oft zum Arzt. Die beschriebenen Symptome wecken oft schon den Verdacht auf eine Gastritis.
Die Magenspiegelung, die zu den so genannten endoskopischen Untersuchungsverfahren zählt, hilft dem Arzt dann, die Diagnose eindeutig zu stellen.

Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt auch kleine Gewebestückchen (Biopsien) aus den auffälligen Magenabschnitten entnehmen und somit sowohl gutartige Veränderungen wie eine Entzündung oder ein Magengeschwür, als auch eine bösartige Veränderung (Magenkrebs) erkennen.

Außerdem lässt sich das Bakterium Helicobacter pylori als möglichen Auslöser für die Typ-B-Gastritis mit Hilfe einer Magenspiegelung ausfindig machen. Obwohl eine vergleichsweise einfach Untersuchung der Ausatemluft ebenfalls Hinweise auf eine Helicobacter-Infektion geben kann, lässt diese Methode alleine eine Abgrenzung der Typ-B-Gastritis von anderen, behandlungsbedürftigen Schädigungen nicht zu.

Weiter Untersuchungsverfahren, wie die Kontrastmitteldarstellung des Magens und des Dünndarmes im Zuge einer Röntgenuntersuchung, kommen auf Grund ihrer begrenzten Aussagemöglichkeit allenfalls bei besonderen Fragestellungen zum Einsatz.

Gibt es Komplikationen?


Aus einer chronischen Magenschleimhautentzündung kann sich im Laufe der Zeit ein Magengeschwür entwickeln. Folge davon können Magenblutungen sein. Auch hat man, insbesondere bei der chronischen Gastritis vom Typ A und Typ B, einen Zusammenhang mit der Entstehung von Magenkrebs (Magenkarzinom) beobachtet.

Deshalb sollte eine Gastritis immer ernst genommen und behandelt werden.
Dennoch ist der weitaus überwiegende Teil der symptomatischen (zu Beschwerden führenden) Magenschleimhautentzündungen eher harmloser Natur.

Wie werden Magenschleimhautentzündungen behandelt?


Die Typ-B-Gastritis wird in der Regel medikamentös, genauer gesagt mit einer Kombination verschiedener Antibiotika und magensäurehemmender Medikamente behandelt. So kann man mit einer bestimmten Kombinationstherapie (sog. Tripel-Therapie) versuchen, den Erreger Helicobacter pylori zu eliminieren. Man nennt dies "Eradikation".

Nebenwirkungen dieser Behandlung sind selten, es kann aber grundsätzlich zu Übelkeit und Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Blutbildveränderungen oder allergischen Reaktionen kommen.

Bei bestimmten Leber- oder Nierenerkrankungen sollten die Medikamente nicht angewandt werden.
In leichten Fällen kommen nur säurehemmende oder schleimhautschützende Medikamente zum Einsatz, die eine Verbesserung der Selbstschutzmechanismen der Magenschleimhaut bewirken beziehungsweise die Produktion der aggressiven Magensäure einschränken.

Patienten, die an einer Typ-C-Gastritis erkrankt sind, sollten auf die regelmäßige Einnahme von "aggressiven" Substanzen wie Alkohol oder Schmerztabletten als auslösende Faktoren verzichten.

Eine Gastritis vom Typ A hingegen lässt sich nicht ursächlich behandeln. Die Folgen der Erkrankung wie die Blutarmut können jedoch symptomorientiert behandelt werden, z. B. durch die Gabe von Vitamin B 12.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Hahn/Riemann: Klinische Gastroenterologie (3. Auflage 2000).

Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (15. Auflage 2002)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2005).

TIM - Thiemes Innere Medizin (1999).

AWMF-Online: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs und Stoffwechselkrankheiten: Diagnostik und Therapie der Helicobacter-pylori-Infektion (021/001) (1996).

AWMF-Online: Leitlinie der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung. Gastritis und Ulkus (068/007) (2002).
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