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Masern




Was versteht man unter Masern?


Masern zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Sie werden durch Masernviren übertragen, sind weltweit verbreitet und hoch ansteckend. Das Virus hinterlässt eine lebenslange Immunität, das heißt, wer einmal Masern hatte, kann kein zweites mal erkranken. In Deutschland ist die Häufigkeit der Masern in den letzten 30 Jahren aufgrund der Impfung deutlich zurückgegangen. Trotzdem kommt es immer wieder auch zu weiträumigeren Ausbrüchen der Erkrankung.

Von Bedeutung sind vor allem die Komplikationen der Masernerkrankung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein können.

Wie ansteckend sind Masern?


Masern sind sehr ansteckend. Häufig reicht ein flüchtiger Kontakt zu Erkrankten, um sich mit dem Virus zu infizieren. Erkrankte Personen übertragen die Erreger beim Husten, Niesen und Sprechen mit dem Speichel. Dieser Übertragungsweg wird Tröpfcheninfektion genannt. Sogar ohne unmittelbaren Kontakt zum Erkrankten ist eine Ansteckung über die Schleimhäute der Atemwege und der Augenbindehäute möglich.

Anstecken kann sich jeder Mensch, der nicht geimpft ist oder noch keine Masern gehabt hat. Antikörper der Mutter schützen Säuglinge in den ersten Lebensmonaten vor einer Maserninfektion.

Ein Patient ist ein bis zwei Tage vor den erkältungsartigen Beschwerden bzw. vier bis fünf Tage vor dem Hautausschlag ansteckend. Eine Übertragung der Infektion auf andere ist bis zu vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlages möglich.

In dieser Zeit dürfen erkrankte Kinder nicht in den Kindergarten oder zur Schule gehen. Nicht geimpfte Erwachsene und abwehrgeschwächte Personen sollen den Kontakt zu Masernerkrankten meiden.

Was sind die Krankheitszeichen einer Masernerkrankung?


Ungefähr zehn Tage nach der Ansteckung treten die ersten Beschwerden, ähnlich einer fieberhaften Erkältung, auf. In diesem so genannten Prodromalstadium (Vorstadium) kommt es zu Fieber, Husten, Schnupfen und einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Typisch sind feine kalkweiße Stippchen auf der geröteten Mundschleimhaut. Diese so genannten Koplikschen Flecken finden sich insbesondere in der Wangenschleimhaut auf Höhe der Backenzähne.

Wenige Tage später tritt der typische Hautausschlag auf (Exanthem-/Ausschlagstadium), begleitet von einem steilen Anstieg des Fiebers.Der Hautausschlag besteht aus zwei bis fünf Millimeter großen roten Flecken, die im weiteren Verlauf ineinander fließen und leicht erhaben sind. Gelegentlich können die Flecken blutunterlaufen sein. Sie beginnen meist hinter den Ohren, am Hals oder im Gesicht und breiten sich dann innerhalb von drei Tagen auf Rumpf, Arme und Beine aus. Der Hautausschlag heilt nach ungefähr einer Woche ab, im Verlauf kann es zu einer feinen Schuppung kommen.

Eine Masernerkrankung schwächt die Abwehrkräfte über Wochen und macht für nachfolgende Bakterien- und Virusinfektionen anfällig.

Welche Komplikationen können auftreten?


Häufige Komplikationen einer Masernerkrankung sind Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung und Durchfälle. Außerdem kann es zu schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten im Bauch kommen, die eine akute Blinddarmentzündung vortäuschen.

Bei ein bis zwei von tausend Masernerkrankungen stellt die Gehirnentzündung eine schwerwiegende Komplikation dar. Es kommt zu Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. 10 bis 20 Prozent der Erkrankten versterben an dieser so genannten Masernenzephalitis, bei 20 bis 30 Prozent bleiben Schäden wie Seh- oder Hörstörungen, bestehen.

Sehr selten kommt es erst nach fünf bis zehn Jahren zu einer Entzündung des Gehirns durch die im Körper noch vorhandenen Masernviren. Diese Entzündung ist besonders gefürchtet, weil sie in der Regel tödlich verläuft.

Wie werden Masern behandelt?


Bei komplikationslos verlaufenden Masern reichen Bettruhe und fiebersenkende Maßnahmen in der Regel aus, die Behandlung orientiert sich also an den Beschwerden (symptomatische Therapie). Wie bei allen fieberhaften Erkrankungen sollte außerdem ausreichend getrunken werden. Komplikationen müssen ggf. im Krankenhaus behandelt werden.

In Einzelfällen kann eine Impfung bis drei Tage nach einer Ansteckung den Ausbruch der Erkrankung verhindern. Eine Impfung in den ersten sechs Tagen nach einer Ansteckung kann den Verlauf einer Masernerkrankung abschwächen.

Wie kann man vorbeugen?


Nur die Impfung kann vor einer Masernerkrankung, möglichen Komplikationen und Spätschäden schützen. Aus diesen Gründen wird die Impfung für alle Kinder empfohlen. Erwachsene, die aus beruflichen Gründen viel mit Kindern zusammen sind, sollten sich impfen lassen, wenn sie noch keine Masern hatten und nicht geimpft sind.

Die Impfung mit abgeschwächten Masernerregern ist in über 95 Prozent der Fälle erfolgreich: Der Körper bildet ausreichend Antikörper, die im Falle einer Ansteckung den Ausbruch der Masern verhindern. Kinder werden im Alter von 11 bis 14 Monaten erstmals geimpft. Die Impfung erfolgt meist als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Eine Zweitimpfung wird seit Juli 2001 bereits im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen.

Bei bis zu fünf Prozent der Geimpften treten in der zweiten Woche nach der Impfung die so genannten Impfmasern auf. Hierbei kann es zu leichtem Fieber sowie einem geringen Hautausschlag kommen. Bei Hühnereiweißallergie ist eine Impfung möglich. In folgenden Fällen sollte jedoch nicht geimpft werden:
  • bei hochfieberhaften Erkrankungen
  • bei bestimmten schweren Störungen des Immunsystems
  • bei Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffs
  • während der Schwangerschaft
Um Komplikationen und Spätschäden zu vermeiden, sollten die Impfempfehlungen und Impftermine eingehalten werden. Der Impfpass hilft, erfolgte und anstehende Impfungen zu überprüfen.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Behrman, R. E.: Nelson Textbook of Pediatrics. Harcourt Verlag (17. Auflage 2003).

Koletzko, B.: Kinderheilkunde. Springer (12. aktualisierte. Auflage 2004).

AWMF-Online: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: Masern (1998)

Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Futuramed (2000).

Robert-Koch-Institut: Empfehlung der STIKO. www.rki.de (2004).

Robert-Koch-Institut: RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten: Masern.
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