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Mumps



(Ziegenpeter; Parotitis epidemica)


Was versteht man unter Mumps?


Mumps zählt zu den Kinderkrankheiten und ist eine Virusinfektion. Sie ist gekennzeichnet durch eine schmerzhafte Schwellung der Speicheldrüsen, insbesondere der Ohrspeicheldrüse (Parotisdrüse), in Verbindung mit Fieber. Im Alter von fünf bis neun Jahren kommt sie am häufigsten vor.

Eine Impfung gegen die Erreger von Mumps ist möglich. Sie ist der beste Schutz vor einer Mumpserkrankung.

Wie ansteckend ist Mumps?


Mumps ist sehr ansteckend. Die Übertragung der Erreger erfolgt beim Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion) über die im Speichel enthaltenen Mumpsviren. Meist treten erste Beschwerden 16 bis 18 Tage nach der Ansteckung auf. Allerdings zeigen ungefähr die Hälfte der Infizierten nach einer Ansteckung keine Symptome (so genannter stummer Verlauf).

Ein Infizierter kann bereits eine Woche vor dem Auftreten der ersten Symptome selbst ansteckend sein. Die Ansteckungsgefahr besteht bis etwa neun Tage nach Krankheitsausbruch. Nach einer Mumpserkrankung besteht ein lebenslanger Schutz vor einer erneuten Ansteckung.

Wie sind die Krankheitszeichen und der Krankheitsverlauf?


Mumps äußert sich meist mit Fieber, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Dabei findet sich eine häufig erst einseitige, teigige, nicht scharf abgrenzbare und schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Diese ist vor und hinter dem Ohr zu sehen und kann zu einem abstehenden Ohrläppchen führen.

Durch die starke Schwellung der Ohrspeicheldrüse kommt es zu Schmerzen beim Kauen und zur erschwerten Öffnung des Mundes. Nach Stunden bis Tagen wird meist die andere Parotisdrüse befallen. Auch die übrigen Speicheldrüsen können geschwollen und entzündet sein. Beschränkt sich die Erkrankung auf die Speicheldrüsen und eine fieberhafte Erkältung, dauert sie etwa zwei Wochen.

Mit zunehmendem Alter werden schwerere Verlaufsformen der Erkrankung häufiger. Es können weitere Körperdrüsen betroffen sein. Hier sind vor allem die Hoden, Eierstöcke und Bauchspeicheldrüse gefährdet. Bei ungefähr jedem dritten Jungen nach der Pubertät tritt bei einer Mumpserkrankung eine schmerzhafte Hodenentzündung auf, die zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Weiterhin kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, die sich mit heftigen Kopf- und Nackenschmerzen äußert. Selten tritt eine Gehirnentzündung auf, welche jedoch lebensgefährlich sein kann und bei der Hälfte der Betroffenen zu Dauerschäden führt.

Eine Infektion während der Schwangerschaft kann insbesondere in den ersten zwölf Wochen zu einer Fehlgeburt führen.

Wie wird Mumps festgestellt?


Mumps wird meist schon an den ein- oder beidseitig geschwollenen Ohrspeicheldrüsen erkannt. Zusätzlich können im Blut spezifische Antikörper gegen die Mumpsviren nachgewiesen werden.

In besonderen Fällen ist ein Virusnachweis aus Rachensekret, Blut, Urin oder Hirnflüssigkeit möglich.

Wie wird Mumps behandelt?


Bei den meisten Betroffenen reichen Bettruhe und fiebersenkende Maßnahmen aus. Bei allen fieberhaften Erkrankungen muss viel getrunken werden. Schluckbeschwerden behandelt man am besten durch Rachenspülungen mit Kamille- oder Salbeitee. Pürierte Kost erleichtert das Schlucken.

Bei Komplikationen kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig werden. Ein Hodenbänkchen und kalte Umschläge lindern eine schmerzhafte Hodenschwellung. Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse sollte eine Nulldiät eingehalten werden. Bei einer Meningitis kommen Virustatika zum Einsatz.

Wie kann man vorbeugen?


Nur die Impfung schützt vor einer Mumpserkrankung sowie vor den Komplikationen und Spätschäden. Aus diesem Grund wird die Impfung aller Kinder empfohlen. Die Impfung erfolgt zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat meistens als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff). Eine zweite Impfung sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat erfolgen. Auch bei Hühnereiweißallergie ist eine Impfung möglich.

In folgenden Fällen sollte nicht geimpft werden:
  • bei fieberhaften Erkrankungen
  • bei schweren Schäden des Immunsystems (Ausnahme AIDS)
  • bei Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffs (v. a. das Antibiotikum Neomycin)
  • während der Schwangerschaft


Literatur/Leitlinien/EBM:



Lentze, M. J.: Pädiatrie. Grundlagen und Praxis. Springer (2003).

Robert-Koch-Institut: Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. Mumps (5/2003).

Sitzmann, F. C.: Pädiatrie. MLP Duale Reihe. Thieme (2002).

Netter, F. H.: Pädiatrie. Thieme (2001).
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