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Madenwurminfektion



(Wurmbefall mit Maden)


Was sind Madenwürmer?


Madenwürmer (Enterobius oder Oxyuris vermicularis) sind Parasiten, die einen anderen Organismus dazu benutzen, um sich selbst zu ernähren. Madenwürmer kommen überall vor, so können sie sich auch im Dickdarm eins Menschen ansiedeln.

Kinder geraten besonders oft mit Parasiten in Kontakt, da sie viele Dinge anfassen und in den Mund stecken.

Madenwürmer sind mit bloßem Auge zu erkennen und sehen aus wie weiße Nähfaden, weshalb man sie auch als Fadenwürmer bezeichnet. Madenwürmer sind extrem widerstandsfähig und können mehrere Wochen außerhalb eines Organismus überleben.

Wie infiziert man sich mit Madenwürmern?


Mangelnde Hygiene begünstigt die Ausbreitung der Madenwürmer. Nach dem Kontakt mit verunreinigten Gegenständen oder Lebensmitteln können die Eier des Madenwurms in den Körper gelangen und sich innerhalb von vier bis acht Stunden entwickeln.

Nachts wandern die weiblichen Madenwürmer zur Eiablage aus dem Anus. Sie legen ihre Eier in nächster Umgebung des Darmausgangs im Bereich der Analfalten ab. Anschließend sterben sie ab, die männlichen Madenwürmer hingegen verbleiben im Darm.

Wenn sich der Betroffene in dieser Region kratzt, können die Eier des Madenwurms leicht unter den Fingernägeln hängen bleiben. Werden danach Gegenstände berührt oder anschließend die Finger in den Mund genommen, kommt es immer wieder zu einer Reinfektion mit Madenwürmern.

Besonders infizierte Kinder übertragen die Madenwürmer leicht auf andere Kinder oder Familienmitglieder, z. B. durch engen Körperkontakt, Nahrungsmittel oder gemeinsame Kleidung.

Was sind die Anzeichen eines Madenwurmbefalls?


Ausgeprägte Krankheitszeichen für eine Infektion mit Madenwürmern gibt es nicht. Auffälligstes Symptom ist der Juckreiz im Analbereich, der besonders nachts auftritt.

Folgende Symptome können möglicherweise zusätzlich beobachtet werden:
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Blässe
  • Allgemeines Unwohlsein


Manchmal finden sich über Nacht abgestorbene Würmer im Schlafanzug oder in der Bettwäsche. Eltern sollten bei Verdacht die Nacht- und Bettwäsche ihrer Kinder gründlich danach absuchen.

Welche Komplikationen können auftreten?


In seltenen Fällen treten bei einer Madenwurminfektion Komplikationen auf. Durch häufiges Kratzen im Analbereich können sich die Wurmeier auf die Geschlechtsorgane ausbreiten und bei Mädchen eine Scheidenentzündung verursachen. Außerdem kann die Infektion mit Madenwürmern zu einem Gewichtsverlust führen.

Sehr seltene Komplikationen sind eine Entzündung des Blinddarms oder die Ausbildung eines Dickdarmgeschwürs.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?


Bei Verdacht auf eine Madenwurminfektion untersucht der Arzt den Bereich des Darmausgangs und entnimmt eventuell einen Abstrich. Zusätzlich werden Stuhlproben auf Parasiten untersucht.

Wichtig ist auch, dass die Eltern betroffener Kinder dem Arzt genaue Angaben zu den Beschwerden des Kindes machen. Die Würmer sind mit bloßem Auge zu erkennen. Das Weibchen, das den Darm verlässt, kann über zehn Millimeter lang werden. Eine einfache Nachweismethode ist, einen Zellophan-Klebestreifen (Tesafilm) in die Analfurche zu kleben und diesen am Folgetag zu entfernen. Die Eier der Madenwürmer heften daran und lassen sich auf dem Klebestreifen unter dem Mikroskop nachweisen.

Wie wird eine Madenwurminfektion behandelt?


Madenwürmer sollten auf jeden Fall behandelt werden, um ihre weitere Übertragung zu vermeiden. Menschen, die in engem Kontakt mit dem Betroffenen stehen, sollten auf ähnliche Beschwerden achten, wenn nötig mituntersucht und bei schlechten hygienischen Bedingungen vorbeugend mitbehandelt werden.

Eine Behandlung erfolgt mit wurmabtötenden Medikamenten. Die Therapie dauert meist wenige Tage bis zu einer Woche und ist in der Regel gut verträglich. Das Medikament muss zum Teil auch nur ein einziges Mal eingenommen werden.

Außerdem sollte auf eine gute Hygiene geachtet werden. Das bedeutet, die Fingernägel zu kürzen, täglich zu duschen und die Handtücher täglich zu wechseln und sich regelmäßig, vor allem nach jedem Stuhlgang, die Hände zu waschen und täglich die Unterwäsche und regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln.

Impressum


Copyright: sanvartis GmbH
Erstellungsdatum: September 2002
Autor: Dr. med. Martina Waitz
Letzte Aktualisierung: Oktober 2005
Durch: Janna Christoffers, Medizinjournalistin

Literatur/Leitlinien/EBM:


Fritsch, P.: Dermatologie und Venerologie. Springer (2.Aufl. 2003).

Lentze, M.J.; Schaub, J.; Schulte, F.J.; Spranger, J.: Pädiatrie. Springer (2.Aufl. 2003).

Sterry, W.; Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme (5.Aufl. 2004).
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