Ihre Suche

Nagelpilzerkrankung



(Onychomykose)


Was ist eine Nagelpilzerkrankung?


Bei der Nagelpilzerkrankung handelt es sich um die Infektion eines oder mehrerer Nägel (Finger- oder Fußnagel) durch Pilze. Erreger sind meist so genannte Dermatophyten, selten Schimmelpilze oder Hefepilze.

Dabei nisten sich die Pilze häufig unter der Nagelplatte ein und vermehren sich dort. Die meisten Pilze ernähren sich von Hornmaterial, woraus der Nagel besteht. Bei weiterer Ausbreitung der Erkrankung kann auch die Nagelwurzel mitbetroffen sein. Selten beginnt die Infektion wurzelnah oder breitet sich auf der Nageloberfläche aus.

Wie macht sich eine Nagelpilzerkrankung bemerkbar?


In den meisten Fällen beginnt die Infektion von der freien Nagelkante her mit und breitet sich in Richtung Nagelwurzel aus. Das Nagelbett verfärbt sich in gelblichen Streifen oder selten auch dunkelbraun. Es kommt zu einer Verdickung des Nagels, und der Nagel kann bröckelig werden.

Wenn die Infektion die Nagelwurzel miterfasst, kann dies eine Wachstumsstörung des Nagels zur Folge haben. Manchmal löst sich auch die gesamte Nagelplatte vom Nagelbett ab.

Wie stellt der Arzt eine Nagelpilzerkrankung fest?


Neben der sichtbaren Veränderung am Nagel ist eine Pilzkultur die gebräuchlichste Nachweismethode. Hierzu wird Material unterhalb der Nagelplatte entnommen und auf eine Nährstoffplatte gegeben. Darauf wird sich der Pilz innerhalb der nächsten Wochen vermehren.

Allerdings funktioniert ein solcher Nachweis nicht immer beim ersten Mal, weshalb man bis zu drei Versuche durchführt, bevor eine Nagelpilzerkrankung sicher bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Eine möglicherweise zuvor begonnene antimykotische Therapie (Behandlung mit Pilz-abtötenden Mitteln) muss für zwei Wochen ausgesetzt werden. Das gilt auch für die Herstellung eines so genannten Nativpräparates, anhand dessen man unter dem Mikroskop noch am gleichen Tag Pilzerreger erkennen, allerdings die genaue Art nicht benennen kann.

Der Pilznachweis ist wichtig, um die Veränderungen am Nagel von anderen Nagelerkrankungen (Schuppenflechte, Alopecia areata, Lichen ruber etc.) unterscheiden und somit die passenden Medikamente auszuwählen.

Wie wird eine Nagelpilzerkrankung behandelt?


Die Behandlung der Nagelpilzerkrankung richtet sich nach der Ausbreitung der Infektion. Wenn zunächst nur die äußere Nagelkante und Teile des Nagelbettes betroffen sind, kann die äußerliche Anwendung von pilzabtötenden, so genannten antimykotischen Medikamenten ausreichend sein. Wichtig dabei ist, dass die Nagelplatte mit einer Nagelfeile oder nagelauflösenden Salben ausgedünnt wird, um das Durchdringen des Medikamentes an die Pilzerreger unterhalb der Nagelplatte zu ermöglichen. Besonders geeignet sind antimykotische Nagellackpräparate.

Hat die Infektion bereits große Teile des Nagels erfasst oder die Nagelwurzel (Ngelmatrix) erreicht, ist in der Regel eine systemische Therapie, d. h. die Behandlung mit Tabletten, erforderlich. Ob sich eine solche Therapie mit bestehenden Erkrankungen und Medikamenten verträgt, entscheidet der behandelnde Arzt. Nebenwirkungen sind selten, es können jedoch allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schäden an Leber und Nieren sowie Veränderungen des Blutbildes auftreten.

Die Dauer der Therapie ist anhängig von der Geschwindigkeit, mit welcher der gesunde Nagel wächst und die erkrankten Anteile "hinausschiebt". Da die Wachstumsgeschwindigkeit bei einer Nagelerkrankung oft herabgesetzt ist, kann die Behandlung einige Monate andauern.
Zusätzlich sollte auf die ausreichende Desinfektion von Socken, Badematten, Handtüchern und auch Schuhen geachtet werden. Geeignete Wäschezusätze sind in der Apotheke erhältlich.

Was passiert, wenn eine Nagelpilzerkrankung nicht behandelt wird?


Eine Nagelpilzerkrankung kann Ausgangspunkt für eine Pilzinfektion der Hand- und Fußsohle sowie der Finger- und Zehenzwischenräume sein. Besonders in den Zehenzwischenräumen kann es dann zur einer Aufweichung der Haut mit Einrissen kommen. Diese bilden dann Eintrittspforten für Bakterien und sind häufige Ursache einer Wundrose im Unterschenkel.

Aber auch die Verdickung der Nagelplatte kann durch Anstoßen im Schuh Schmerzen verursachen und eine regelmäßige professionelle Fußpflege notwendig werden lassen.

Was kann der Patient selbst tun?


Ein gesunder Nagel kann einer Infektion mit Pilzerregern lange standhalten. Wenn die Gesundheit des Nagelorgans aber durch allgemeine Erkrankungen wie eine Zuckererkrankung, venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen, Immunmangelsyndrome, die Körperabwehr unterdrückende Therapien oder ständige Belastung durch Druckstellen im Schuh bzw. abgeschlossenes Schuhwerk beeinträchtigt ist, kann sich eine Infektion leichter entwickeln und ausbreiten. Daher ist ein gesundes Fußklima durch ausreichend luftige Schuhe, optimale Versorgung bestehender Begleiterkrankung und Vermeidung von Nagelverletzungen wichtig.

Häufige Ansteckungsquelle sind Fußböden, auf denen viele Menschen barfuß laufen, beispielsweise im Schwimmbad, in der Sauna oder im Hotel. Badelatschen schützen vor einer Ansteckung besser als die Benutzung von so genannten Fußdesinfektionsanlagen, wie sie in vielen Schwimmbädern zu finden sind.

Bei häufigem Schwimmbad- oder Saunabesuch kann auch die vorsorgliche Anwendung von antimykotischen Fußcremes oder -sprays am Ende des Besuchs sinnvoll sein.


Literatur/Leitlinie/EBM:



Altmeyer P. : Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer (1997).

Braun-Falco O.: Dermatologie und Venerologie. Springer (1996).

Fritsch P.: Dermatologie und Venerologie, Lehrbuch und Atlas. Springer (1998).

Jung, E. G.: Dermatologie. MLP Duale Reihe. Thieme (5. Auflage 2002).

Sterry, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme (4. Auflage 2000).

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF):
Leitlinie Onychomykose (Tinea unguium). AWMF-Register-Nr. 013/003 (November 2000).
Anzeige
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
Anzeige
Anzeige
Anzeige