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Warzen



(Verrucae; Verruca vulgaris; Alterswarzen; Verruca seborrhoica)


Was sind Warzen?


Warzen sind gutartige Neubildungen der Haut, die in den meisten Fällen durch Viren (Humane Papillomviren; HPV) ausgelöst werden. Sie können an allen Bereichen des Körpers und nur vereinzelt oder gehäuft vorkommen. Bevorzugt treten Warzen an den Fingern und der Fußsohle, im Gesicht oder im Anogenitalbereich auf.

Die Übertragung kann durch Hautkontakt, Kontakt mit dem Erreger auf Oberflächen (in Schwimmhallen o. ä.) oder auch durch Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr erfolgen. Dabei gelangt das Virus über kleine Haut- oder Schleimhautrisse in den Körper. Nach einer Inkubationszeit, d. h. die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, äußert sich die Infektion in Form einer sichtbaren Neubildung der Haut.

Welche Formen gibt es?


Die häufigsten Warzen werden durch das humane Papillomvirus verursacht. Die Neubildungen können auf der Haut (Hautwarzen), im Anal- und Genitalbereich (anogenitale Veränderungen) und auf der Schleimhaut (Schleimhautwarzen; Papillome) vorkommen. Humane Papillomviren sind aber auch
mitverursachend für bestimmte Vorstufen von bösartigen Tumoren (Präkanzerosen), zum Beispiel das Gebärmutterhalskarzinom.

Im Folgenden eine Übersicht über die häufigsten Warzen:

1. Hautwarzen durch HPV:

  • Verruca vulgaris (gewöhnliche oder gemeine Warze)
  • Verruca plantaris (Plantarwarze, vor allem an Händen und Füßen)
  • Verruca planae juveniles (flache, vor allem bei Jugendlichen vorkommende Warze)
  • Verrucosis generalisata
2. Anogenitale Veränderungen durch HPV:

  • Condylomata acuminata (Feigwarzen):
Durch Schmierinfektion (z. B. beim Geschlechtsverkehr) werden die Viren übertragen und führen zur Entstehung von Papeln. Diese können ein blumenkohlartiges Aussehen annehmen. Sie kommen v. a. an Penis, Scheide und Anus vor. Begünstigt wird die Infektion bei bestehender Abwehrschwäche (z. B. im Rahmen einer AIDS-Erkrankung).

  • Condylomata plana der Scheide und des Gebärmutterhalses (flache Kondylome ähnlich der Feigwarzen)
  • Condylomata gigantea (Buschke-Löwenstein-Tumoren, riesenhafte Wucherungen)

Schleimhautwarzen durch HPV:



  • Papillome des Kehlkopfes
  • Papillome der Mundschleimhaut

Andere, nicht durch HPV verursachte Warzen:



  • Dellwarze (Molluscum contagiosum):
Durch ein Virus (Poxviridae-Viren) übertragene derbe, bis zu erbsengroße Papel mit zentraler Eindellung. Dellwarzen werden durch Schmierinfektion übertragen und kommen häufig bei kleinen Kindern, bei Patienten mit Neurodermitis und Abwehrgeschwächten vor. Sie bilden sich oft spontan innerhalb eines Jahres zurück.

  • Alterswarze (Verruca seborrhoica):
Verruca seborrhoica (seborrhoische Keratosen) sind meist ab dem 50. Lebensjahr auftretende, hellbraune bis braun-schwarze Neubildungen. Sie wirken fettig und "wie auf die Haut aufgesteckt", sind linsen- bis bohnengroß (manchmal auch größer), rundlich bis oval und kommen meist in großer Anzahl vor. Sie verursachen manchmal einen Juckreiz, in der Regel aber keine Beschwerden. Die seborrhoischen Keratosen sind gutartig.

Welche Beschwerden rufen Warzen hervor?


Häufig verursachen Warzen wenig oder gar keine Beschwerden. Durch ihr Aussehen können sie allerdings für den Betroffenen ein ästhetisches Problem darstellen.

Beschwerden entstehen häufig durch eine Zunahme der Größe oder durch die Lage der Warzen, beispielsweise an der Fußsohle in der Hauptbelastungszone. Dazu zählen Schmerzen bei Berührung oder Druck (z. B. beim Auftreten) sowie Nässen oder Jucken.

Wie wird die Diagnose gestellt?


Die Diagnose wird in erster Linie durch das typische Erscheinungsbild der Warzen gestellt. Mit einer Lupe und dreiprozentiger Essigsäure lassen sich mit bloßem Auge nicht sichtbare Warzen oft besser darstellen. Außerdem gibt es bestimmte immunologische und immunhistochemische Verfahren, die Antikörper gegen das Virus nachweisen können.

Wurde eine Warze ganz entfernt oder nur eine Probe (Biopsie) entnommen, kann man dieses Gewebe anschließend unter dem Mikroskop betrachten und die Diagnose eindeutig stellen. So können auch Abgrenzungen zu möglichen bösartigen Veränderungen gezogen werden.

Wie sieht die Behandlung aus?


Die Behandlung der Warzen richtet sich nach ihrer Art, Größe und Ausdehnung. Manchmal bilden sich die Warzen auch ohne Therapie zurück (Spontanheilung). In anderen Fällen kann es aber auch trotz einer Behandlung dazu kommen, dass die Warzen immer wieder neu auftreten. Deshalb muss eine Behandlung konsequent durchgeführt und der Erfolg der Therapie auch nach Abheilung der Warzen über eine gewisse Zeit kontrolliert werden.

Bei der Behandlung stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So können bestimmte Lösungen, Tinkturen oder Pflaster (verschiedene Säuren; z. B. Trichlor-Essigsäure, Vitamin-A-Säure, Salizylsäure) zur Anwendung kommen, die die Verhornung auflösen. Generell ist die Therapie langwierig und muss vor allem konsequent durchgeführt werden. Virushemmende Mittel (Virustatika) und gelegentlich auch Zellgifte (Zytostatika) werden in einigen Fällen ebenfalls eingesetzt.

Wichtig bei diesen Behandlungsmethoden ist, dass die umgebende nicht erkrankte Haut durch sorgfältige Abdeckung beim Auftragen der Lösungen geschont wird. Ansonsten ist es möglich, dass es zu Schäden bis hin zum Absterben gesunder Hautbereiche kommt. Bei den Zellgiften ist zu beachten, dass diese Substanzen sehr aggressiv sind und deshalb nicht Mittel der ersten Wahl sind.
Bei schwangeren Frauen dürfen sie auf keinen Fall eingesetzt werden.

Die Behandlung der Warzen kann auch mit Laser oder Elektrokoagulation (durch Ausbrennen) erfolgen; auch eine chirurgische Entfernung ist möglich. Bei diesen Therapien ist eine örtliche Betäubung notwendig. Als Komplikationen des Ausschneidens oder Ausbrennens können Blutungen, Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen sowie Infektionen der Wunde auftreten. Nach Entfernung der Warze kommt es zu einer Narbe, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann.

Wie ist die Prognose?


Da es sich bei Warzen um gutartige Neubildungen handelt, ist die Prognose in der Regel gut.

Ausnahmen bilden ein ausgedehnter Befall (Buschke-Löwenstein-Tumoren) und die Übergangs-Stadien zu den bösartigen Neubildungen (Morbus Bowen).

Was sollten Patienten beachten?


Um die Ansteckung möglichst gering zu halten, sollten Patienten beim Benutzen von Schwimmbädern oder Gemeinschaftsduschen nicht barfuß gehen. Ist man an Warzen im Geschlechtsbereich erkrankt, sollten beim Geschlechtsverkehr entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden (z. B. durch Benutzung von Kondomen) um eine Schmierinfektion zu vermeiden.


Literatur/Leitlinien/EBM:



Altmeyer, P.; Dirschka, T.; Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer (2.Aufl. 2002).

Jung, E. G.; Moll, I.: Dermatologie. Thieme (5.Aufl. 2003).

Korting, H. C.: Therapeutische Verfahren in der Dermatologie. Blackwell (2001).

Orfanos, C. E.; Garbe, C.: Therapie der Hautkrankheiten. Springer (2.Aufl. 2002).

Rassner, G.: Dermatologie. Urban & Fischer (7.Aufl. 2002).
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