Impetigo contagiosa
(Eiterflechte; Grindflechte; Pustelflechte; Krustenflechte; Borkenflechte; Grind, feuchter)
Was ist eine Impetigo?
Impetigo ist eine häufige oberflächliche Infektion der Haut. Sie kommt vorwiegend bei Kleinkindern vor und ist ansteckend. Im Volksmund ist die Erkrankung unter zahlreichen anderen Begriffen wie "Eiterflechte", "Grindflechte" oder "Pustelflechte" bekannt. Einige bezeichnen die Impetigo auch als "Krustenflechte", "Borkenflechte" oder "feuchten Grind".
Häufigkeitsgipfel finden sich im Spätsommer und im Herbst. Viele Kinder stecken sich in Kindergärten und Schulen an.
Wie kommt es zu einer Impetigo?
Bei der Impetigo contagiosa handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Meistens ist der Erreger das Bakterium Staphylococcus aureus, das ein blasenbildendes Toxin (Gift) produziert. Seltener sind so genannte ß-hämolysierende Streptokokken Auslöser einer Impetigo. Die Infektion wird meist über einen bakteriell bedingten Schnupfen (Rhinitis) oder über Kontakt mit an Impetigo contagiosa Erkrankten übertragen.
Begünstigend für das Auftreten einer Impetigo wirken Unsauberkeit, möglicherweise auch zugrunde liegende Störungen der körpereigenen Abwehr (Immunstörungen) und Erkrankungen in der direkten Umgebung.
Welches Erscheinungsbild kann eine Impetigo haben?
Eine Impetigo kann als kleinblasiger Typ mit kleinen, rasch platzenden Bläschen in Erscheinung treten. Diese Bläschen gehen zum Teil in honiggelbe Krusten über.
Sie kann sich aber auch als großblasiger Typ mit größeren, eher schlaffen Blasen ohne stärkere Krusten zeigen.
Die Blasen und Bläschen sind mit klarer Flüssigkeit oder mit Eiter gefüllt. Betroffen ist am häufigsten das Gesicht, vor allem die Nasen- und Mundgegend. Prinzipiell ist aber auch ein Befall der Hände, sowie jeder anderen Körperstelle möglich. Gelegentlich können diese Bläschen auch jucken.
Bei entsprechender Behandlung heilt die Hauterkrankung innerhalb von ein bis zwei Wochen aus und hinterlässt im Allgemeinen keine Narben.
Welche Komplikationen sind bei einer Impetigo möglich?
Selten kann es ausgehend von einer Impetigo zu einer beginnenden Blutvergiftung (regionäre Lymphangitis und Lymphadenitis), einer eitrigen Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder einer Mittelohrentzündung (Otitis media) kommen.
Als Folge einer durch Streptokokken bedingten Impetigo sind Entzündungen der Nieren und des Herzens, die so genannte postinfektiöse Glomerulonephritis und Endokarditis, gefürchtet. Diese Komplikationen sind allerdings bei entsprechender Behandlung heutzutage glücklicherweise sehr selten.
Wie wird eine Impetigo festgestellt?
Meistens kann der Hautarzt die Diagnose aufgrund des Hautbefundes sofort stellen. Zusätzlich hilft ein bakteriologischer Abstrich, der von den betroffenen Hautstellen entnommen wird.
Ferner kann man im Blut Antikörper gegen bestimmte Bakterien bzw. Bakterienprodukte nachweisen (Antistreptolysin-Titer und Antistreptodornase-B-Titer).
Zu Beginn der Therapie und nach sechs Wochen wird außerdem der Urin untersucht (Urinstatus), um mögliche Nierenschäden frühzeitig festzustellen.
Wie wird eine Impetigo behandelt?
Feuchte Umschläge und desinfizierende oder in Einzelfällen auch Antibiotika-haltige Salben führen rasch zu einem Abtrocknen der Blasen und Bläschen.
In schweren Fällen werden die Antibiotika (meistens Penizillin) auch innerlich, also als Tabletten oder über die Vene als Infusionen bzw. Spritzen verabreicht.
Die Antibiotika töten die Bakterien ab und verhindern damit ihre weitere Ausbreitung im Körper.
Als unerwünschte Wirkungen der Antibiotika kann es beim Auftragen auf die Haut zu allergischen Reaktionen und Hautreizungen kommen. Bei innerlicher Anwendung treten gelegentlich außerdem Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden, Mundtrockenheit und in Einzelfällen auch Blutbildveränderungen auf. Schwere Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie wie Schäden an Nieren und anderen Organen sind selten.
Bei einer Impetigo ist es außerdem wichtig, hygienische Maßnahmen zu beachten, um eine weitere Ausbreitung der Schmierinfektion zu vermeiden. So sollten zum Beispiel auch die Fingernägel kurz geschnitten und sauber gehalten werden.
Impressum
Copyright: sanvartis GmbH
Erstellungsdatum: Oktober 2002
Autor: Dr. med. Charlotte Willers (Fachärztin für Dermatologie)
Letzte Aktualisierung: Januar 2005
Durch: Janna Christoffers, Medizinjournalistin
Literatur/ Leitlinien/ EBM:
Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer (1997).
Altmeyer, P.; Dirschka, T.; Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer (2.Aufl. 2002).
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Fritsch, P.: Dermatologie und Venerologie Springer (2.Aufl. 2003).
Rassner, G.: Dermatologie. Urban & Fischer (7. Auflage 2002).
Schmoeckel, Ch.: Lexikon und Differentialdiagnose der klinischen Dermatologie. Thieme (1997).
Sterry, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme (5.Aufl. 2004).
Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: Staphylokokken-Infektionen.
(Letzte Aktualisierung: 1998).
Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: Streptokokken (Gruppe A) Infektionen.
(Letzte Aktualisierung: 1998).


