Asthma bronchiale
Asthma-Behandlung
Langzeittherapeutika / Controller
Kortikosteroide
Diese auch Glucocorticoide genannten Medikamente sind synthetisch hergestellte Abkömmlinge des Nebennierenrindenhormons Cortisol. Sie besitzen die stärkste anti-entzündliche Wirkung. Bei dauerhafter Anwendung bewirken sie ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion und vermindern die Überempfindlichkeit der Atemwege. Neben der Entzündung wird auch die allergische Reaktion unterdrückt. Außer bei der Behandlung von Patienten mit schwerstem Asthma werden Kortikosteroide inhaliert, in der Regel zwei- bis viermal täglich. Sie wirken also direkt am Bronchialsystem, die bei Kortisonpräparaten von vielen Patienten gefürchteten Nebenwirkungen können so weitgehend vermieden werden. Die beim akuten Anfall oft angewendete Notfall-Injektion ist völlig frei von Nebenwirkungen.
Nedocromil und Chromoglycinsäure
Diese beiden Substanzen stabilisieren an den Entzündungsprozessen beteiligte Zellen. Ihre anti-entzündliche Wirkung ist allerdings geringer und weniger zuverlässig als die von niedrig dosierten Kortikosteroiden. Sie sind weitgehend frei von Nebenwirkungen, müssen aber mindestens viermal täglich eingenommen werden. Nedocromil und Chromoglycinsäure sind wirksam bei der Prävention von anstrengungsinduziertem Asthma. Angewendet werden beide Mittel zur Dauertherapie von leichtem Asthma, insbesondere im Kindesalter.
Theophyllin
Lange Zeit wurde angenommen, dass Theophyllin seine anti-asthmatische Wirkung nur über eine direkte Entspannung der Bronchialmuskulatur entfaltet. Wie neuere Studien zeigen hemmt die Substanz auch die Entzündung. Der Theophyllinspiegel im Blut muss gleichmäßig hoch sein, daher wird das Mittel als Retard-Präparat genommen, das den Wirkstoff verzögert freisetzt. Theophyllininjektionen sind bei der Behandlung der Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchokonstriktion) bei einem schweren akuten Asthmaanfall sehr hilfreich. In der Dauertherapie dient das Medikament in erster Linie als Kombinationspartner zu inhalierender Kortikosteroide. Bei schwerem Asthma ist die zusätzliche Gabe von Theophyllin oft wirksamer als eine Verdopplung der Glucocorticoiddosis. Besonders bei nächtlichen Beschwerden bringt Theophyllin vielen Betroffenen Linderung.
Leukotrienantagonisten
Diese Medikamente sind die jüngste Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten in der Asthmadauertherapie. Leukotriene sind körpereigene Botenstoffe, die sowohl die Entzündung als auch die erhöhte Krampfbereitschaft der Atemwege hervorrufen. Die Leukotrienantagonisten besetzen deren biologische Bindungsstellen. Antileukotriene wirken auf diesem Wege entzündungshemmend, vermindern die bronchiale Überempfindlichkeit und verhindern die asthmatische Bronchienverkrampfung. Bei der Behandlung von kälteindiziertem Asthma und Anstrengungsasthma haben sich die Leukotrienantagonisten als besonders wirksam erwiesen. Da die Wirkung in Langzeitstudien noch nicht abschließend gesichert ist, werden Leukotrienantagonisten derzeit in erster Linie bei leichtem und mittelschwerem Asthma zusätzlich als Dauertherapeutika eingesetzt. Dadurch lässt sich der Bedarf an Kortikosteroiden vermindern.


