Ihre Suche

Kupferspirale



Eine Spirale (auch Intrauterinpessar oder kurz IUP genannt) wirkt auf mehrfache Weise: Sie verzögert und erschwert die Befruchtung und verhindert zusätzlich die Einnistung einer eventuell bereits befruchteten Eizelle.

Spiralen bestehen meist aus einem reizarmem Kunststoff und haben verschiedenartige Formen und Größen (2,5 bis 3,5 cm), je nach Eignung für die Gebärmutter. Am leichtesten lassen sich T- und 7-förmige Spiralen einlegen. Der Stiel ist mit einem Draht aus Kupfer umwickelt, das die Beweglichkeit der Spermien und die Schlängelbewegung der Eileiter hemmt. Auch wird dadurch die biochemische Feinregulation der Befruchtung erschwert.

Außerdem nimmt der Körper ein IUP als Fremdkörper wahr, wodurch es in der Gebärmutter zu einer permanenten, aber harmlosen Entzündungsreaktion kommt. Darauf beruht der eigentliche Verhütungseffekt der Spirale, denn in eine chronisch gereizte Schleimhaut kann sich kein befruchtetes Ei einnisten.

Die Spirale muss von einem Arzt oder einer Ärztin eingelegt werden. Eine Woche zuvor sollte durch Abstriche gesichert sein, dass keine unerkannten Scheideninfektionen bestehen. Normalerweise ist das Legen einer Spirale wenig schmerzhaft, ein kurzes Ziehen wie bei einem Periodenkrampf geht schnell vorbei. Narkose oder örtliche Betäubung sind nicht nötig.

Am leichtesten gelingt der Eingriff am ersten oder zweiten Tag der Regelblutung, denn dann ist der Muttermund weicher als sonst. Außerdem ist dann gesichert, dass keine frühe Schwangerschaft besteht (die durch das Legen der Spirale gefährdet wäre). Anschließend wird durch Ultraschall die Lage der Spirale überprüft. Noch vor dem nächsten Eisprung wird nochmals eine Lagekontrolle durchgeführt.

Die Spirale wirkt sofort " solange sie nicht verrutscht. Sie können selbst überprüfen, ob das IUP richtig sitzt: Aus dem Muttermund schauen dünne Rückholfädchen aus Nylon etwa zwei Zentimeter weit heraus. Ist die Spirale verrutscht, sind die Fäden länger, mitunter lässt sich dann das untere Spiralenende sogar als harter Knoten im Muttermund fühlen. Dann sollten Sie sofort zur ärztlichen Untersuchung gehen.

Eine Spirale kann bis zu fünf Jahre kontinuierlich die Verhütung sichern. Außer einem Infektionsschutz sind dann keine weiteren Maßnahmen notwendig. Mit einem Pearl-Index von unter 1 ist ein IUP sehr sicher.

Durch den chronischen Reiz der Gebärmutterschleimhaut kann eine Spirale etwas stärkere, längere und schmerzhaftere Perioden sowie leichtere Schmierblutungen auslösen. Sehr junge Frauen, deren Gebärmutter noch wächst, sollten nicht mit einem IUP verhüten, da mögliche Nebenwirkungen bei ihnen stärker ausgeprägt sind.

Risiken



Mit einer Spirale besteht ein fünf- bis zehnmal höheres Risiko für eine Eileiterschwangerschaft: Durch die Hemmung der Eileiterbewegungen kann sich ein befruchtetes Ei dort einnisten. Sobald trotz Spirale die Periode ausbleibt, sollten Sie deshalb unbedingt einen Schwangerschaftstest durchführen.

Falls es trotz Spirale zu einer Schwangerschaft kommt, besteht medizinisch keine Notwendigkeit zur Abtreibung. Trotz Spirale kann sich das Kind normal entwickeln; bei der Entbindung kommt das IUP dann mit heraus. Allerdings sollte die Hebamme darauf aufmerksam gemacht werden, damit das IUP nicht versehentlich in der Gebärmutter zurückbleibt.

Das Hauptrisiko sind Entzündungen von Gebärmutter oder Eileitern, die schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit führen können. Deshalb wird Frauen, die später noch Kinder bekommen möchten, von manchen Ärzten von der Spirale abgeraten.

Für Frauen mit Blutarmut (Anämie), chronischen Infektionen oder Immunstörungen, beispielsweise HIV-Infektion, kommt das IUP nicht in Frage. Die meisten Probleme treten kurz nach dem Einlegen auf, wenn eine Entzündung der Scheide unerkannt geblieben oder die Desinfektion nicht ausreichend war.
Anzeige
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
Anzeige
Anzeige
Anzeige