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Risiken und Vorteile hormoneller Verhütung



Hormonpräparate sind hochwirksame Arzneimittel und deshalb verschreibungspflichtig. Wenn Sie hormonell verhüten wollen, müssen Sie vor der ersten Einnahme unbedingt einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufsuchen, um Risikofaktoren und mögliche Nebenwirkungen abzuschätzen. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können bestimmte Präparate geeignet sein oder auch nicht in Frage kommen.

Die Pille greift tief in den Hormonhaushalt und damit in den gesamten Stoffwechsel ein. Aufgrund der heute recht niedrigen Hormondosierungen sind manche Präparate auch für junge Frauen geeignet, die noch im Wachstum sind, aber gerade eine besonders sichere Verhütung brauchen.

Trotz der meist geringen Nebenwirkungen, bleibt die Pille ein sehr wirkungsvolles Medikament mit möglichen Risiken:

Thrombosen:
Die Östrogene in der Pille verkürzen die Gerinnungszeit des Blutes und machen es dickflüssiger. So kann es zu Verstopfungen in Blutgefäßen kommen (Thrombose), die sich im schlimmsten Fall lösen und zu einer Embolie führen können. Dieses Risiko besteht auch bei den niedrigdosierten "Mikropillen". Eine Frau, in deren Familie vermehrt Thromboseerkrankungen aufgetreten sind, sollte u. U. besser eine alternative Verhütungsmethode wählen. Besonders gefährdet sind außerdem Raucherinnen, stark übergewichtige Frauen und Frauen, kurz nach der Entbindung.

Kopfschmerzen:
Durch das schlagartige Absinken des Östrogengehalts im Blut nach 21 bzw. 22 Tagen Pilleneinnahme kann es zu so genannten Entzugskopfschmerzen kommen. Hier hilft häufig die Umstellung auf Gestagenpillen.

Zwischenblutungen:
Die niedrig dosierten Mikropillen verursachen oft ungefährliche Zwischenblutungen. Eine höher dosierte Pille wirkt dem meist entgegen.

Brustkrebs:
Die Pille selbst löst nach aktuellen Erkenntnissen keinen Krebs aus. Dennoch sollten sich vor allem Frauen mit Brustkrebs ausführlich beraten lassen, ob für sie nicht eine andere Verhütung günstiger ist.


Bei folgenden Risikofaktoren sollten Sie mit einem Arzt oder einer Ärztin über Verhütungsalternativen sprechen:
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • starkes Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Neigung zu Krampfadern und Thrombosen
  • Embolien oder Schlaganfall
  • Lebererkrankungen oder Gallensteine
  • Migräne oder Epilepsie


Wechselwirkungen
Wenn Sie gleichzeitig Antibiotika, Anti-Pilzmittel oder Schmerz- und Beruhigungsmittel einnehmen, kann das die Wirksamkeit der Pille herabsetzen. Das gilt ebenso für die Einnahme von Psychopharmaka, Mitteln gegen Migräne und Bluthochdruck, Epilepsie und Allergien.

Durch Erbrechen kurz nach der Pilleneinnahme oder Durchfall werden die Hormone vorzeitig ausgeschieden. In diesem Fall muss zusätzlich eine Pille eingenommen werden.

Seltene Nebenwirkungen sind Lustlosigkeit, Reizbarkeit, Gewichtszunahme durch verstärkten Appetit, Übelkeit, Brustspannen und Scheideninfektionen. Falls diese Beschwerden auch bei niedrig dosierten Pillen auftreten, können auch seelische Belastungen die Ursache sein.

Vorteile
Andererseits können sich durch die Pille auch manche hormonbedingte Beschwerden bessern: Myome schrumpfen und Zysten der Eierstöcke oder eine Endometriose können sich zurückbilden. Auch Blutungsstörungen und Zwischenblutungen können verschwinden sowie Periodenschmerzen schwächer werden.

Durch antiandrogene Wirkstoffe (Cyproteronacetat) in manchen Pillen wird die Wirkung überschüssiger männlicher Hormone blockiert. So kann sich bei hormoneller Verhütung auch eine Akne bessern oder "männlicher" Haarwuchs vermindern.
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