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Notfallmaßnahmen bei einer Verhütungspanne



Pille vergessen, Kondom gerissen oder verrutscht, schwere Durchfälle oder sich im Überschwang zum ungeschützten Geschlechtsverkehr hinreißen lassen: Es gibt zahlreiche mögliche Missgeschicke, die eine Notfallmaßnahme in Sachen "Verhütung danach" notwendig machen, damit eine unerwünschte Schwangerschaft nicht eintritt. Beide Methoden, die "Pille danach" und die "Spirale danach", müssen ärztlich verschrieben werden, sind hochwirksam, bieten jedoch keine 100-prozentige Sicherheit.

Die "Pille danach"



Die "Pille danach" ist ein hochwirksames hormonelles Medikament, das je nach Zusammensetzung den Eisprung unterdrückt und/oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert. Hat die Einnistung bereits begonnen, wirkt das Medikament nicht mehr. Mit der "Pille danach" kann eine bestehende Schwangerschaft also nicht abgebrochen werden. Daher darf die "Pille danach" nicht mit der so genannten "Abtreibungs-Pille" verwechselt werden.

Die Wirksamkeit der "Pille danach" ist umso höher, je früher das Medikament nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Unterschieden werden Kombinationspräparate mit den Hormonen Levonorgestrel und Ethinylestradiol von so genannten Monopräparaten, die nur Levonorgestrel enthalten und im Allgemeinen nicht nur weniger Nebenwirkungen haben, sondern auch wirksamer sind.

Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Unregelmäßigkeiten in den nachfolgenden Zyklen. Die Wirksamkeit nimmt mit der nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr verstreichenden Zeit rapide ab.

Kombinationspräparate bestehen aus insgesamt vier Pillen, von denen zwei spätestens 48 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden müssen. Die restlichen zwei Pillen folgen zwölf Stunden später.

Bei den Monopräparaten müssen lediglich zwei Pillen spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden " allerdings je früher, desto besser. Werden die Pillen innerhalb von zwei Stunden erbrochen, muss eine neue Dosis eingenommen werden. Für den Rest des Zyklus ist eine zusätzliche Verhütung notwendig.

Wenn Ihnen an einem Wochenende oder spät am Abend eine Verhütungspanne unterläuft und Ihr Eisprung im aktuellen Zyklus noch aussteht (Spermien können 48 Stunden bis zu einer Woche in den Eileitern überleben und eine Eizelle befruchten), sollten Sie am besten die Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses oder den ärztlichen Notdienst aufsuchen, wo Ihnen die "Pille danach" verschrieben werden kann.

Die "Spirale danach"



Sind mehr als 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr verstrichen, oder wollen Sie kein hormonelles Medikament einnehmen, besteht bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne die Möglichkeit, sich von einem Arzt oder einer Ärztin eine Kupferspirale legen zu lassen. Sinnvoll ist diese Maßnahme vor allem dann, wenn die Spirale auch weiterhin (bis zu fünf Jahre) für die Verhütung sorgen soll. Ansonsten kann sie frühestens mit der nächsten Monatsblutung wieder entfernt werden.

Die Wirksamkeit wird mit 99 Prozent angegeben. Da die "Spirale danach" jedoch zyklusunabhängig eingesetzt wird, kann der Eingriff nicht bei geöffneten Muttermund erfolgen, wie das normalerweise üblich ist. Aus diesem Grund fallen mögliche Nebenwirkungen, die ohnehin mit einer Spirale verbunden sein können, in den nachfolgenden Wochen nicht selten etwas stärker aus.
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