Körperliche Störungen
Bei Mann wie Frau gibt es gleichermaßen körperliche Störungen, die beim Mann zunächst leichter, durch eine Untersuchung der Spermien, zu erkennen sind.
Deshalb setzt die Suche nach körperlichen Ursachen für Kinderlosigkeit beim Mann ein. Lässt sich dabei nichts feststellen, wird der weibliche Körper genauer untersucht.
Bei manchen Paaren liegt der Kinderlosigkeit oder den gehäuften Fehlgeburten keine körperliche Störung, sondern eine genetische Besonderheit zu Grunde, die die Chromosomen von Frau und Mann sozusagen inkompatibel macht. Wenn dabei die genetischen Abweichungen nicht in allen Zellen des Körpers vorliegen (Mosaiktyp), bleiben sie zunächst unerkannt, weil bei den Eltern keine Symptome auftreten.
Wenn aber bei der Befruchtung genetisch belastete Ei- und Samenzellen zusammen kommen, entstehen Probleme für den Embryo. Schwerkranke oder nicht lebensfähige Embryonen nisten sich dann gar nicht erst in die Gebärmutter ein oder gehen etwas später als Fehlgeburt ab. Besteht der Verdacht auf eine genetische Ursache eines unerfüllten Kinderwunschs, ist eine Untersuchung und Beratung durch entsprechende Spezialisten notwendig.
In seltenen Fällen kann auch eine allergische Unverträglichkeit zwischen Mann und Frau dazu führen, dass schon der Zervikalschleim den Samen in seiner Beweglichkeit hemmt und so die Befruchtung verhindert. Allergische Prozesse können auch später eine Abstoßung des Embryos verursachen und ein Grund für wiederholte Fehlgeburten sein.
Zur Feststellung einer Allergie wird wenige Stunden nach dem ungeschützten Verkehr (postkoital) eine Probe des Zervikalschleims mikroskopisch kontrolliert: Bei allergischen Reaktionen werden die Spermien erkennbar gelähmt und zersetzt.
Eine Insemination umgeht den Muttermund und kann somit zum Erfolg führen. Eine besondere Impfung mit weißen Blutkörperchen des Partners ist in hochspezialisierten Kliniken möglich, aber selten erfolgreich.


