Unfruchtbarkeit bei der Frau
Bei der Frau können unterschiedliche Faktoren eine Schwangerschaft erschweren:
- fehlender Eisprung
- gestörter Eitransport
- gestörte Einnistung des befruchteten Eis
Bei jeder siebten Frau ist der Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft der fehlende Eisprung. Auch in den fruchtbarsten Jahren zwischen 20 und 30 kommt es nicht in jedem Zyklus zum Eisprung, insbesondere wenn zuvor mit der Pille verhütet wurde. Dies ist zunächst noch nicht besorgniserregend.
Eireifung und Eisprung sind abhängig vom reibungslosen Zusammenspiel der so genannten Gonadotropine der Hirnananhangdrüse, dem Follikel stimulierenden Hormon (FSH) und dem luteinisierenden Hormon (LH).
Ursachen für eine Störung dieses Zusammenspiels können sein:
- Stress
- Magersucht (Anorexie)
- Stoffwechselstörungen (etwa Diabetes oder Störungen der Schilddrüsenfunktion)
- Nebennierenerkrankungen (selten) auch Tumore der Hirnanhangsdrüse
- Überschuss an Milchbildungshormon Prolaktin
- Veränderungen der Eierstöcke (vielfache Zysten, angeborene Unterentwicklung, durch Chemotherapie, Röntgenstrahlen etc.)
Ruhe und Ausgeglichenheit sind wichtige natürliche Hilfen zum Ausgleich eines stressgeplagten Hormonhaushalts:
- viel Schlaf
- ausgewogenes Essen
- geruhsame sportliche Bewegung im Freien
- entspannende warme Bäder
- zärtliche Zuwendung
- Stressvermeidung in Beruf, Familie und Bekanntenkreis
Doch mancher Stress verbirgt sich: hohe Ansprüche an sich selbst, Perfektionismus, unbewusste Ängste vor einer Schwangerschaft und den Lebensveränderungen, die sie mit sich bringt. Um solche versteckten Blockaden zu erkennen, können auch Gespräche mit der Frauenärztin, einer Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe helfen.
Frauen mit drängendem Kinderwunsch haben manchmal verlernt, auch andere Interessen zu pflegen und quälen sich mit der Enttäuschung. Sobald der Kinderwunsch aus dem Lebenszentrum rückt und andere schöne Seiten des Lebens wichtig werden, lässt der psychische Druck nach und auch der Hormonhaushalt kommt zur Ruhe. Oft wird eine Empfängnis dann möglich.
Wenn der Transport der Eizelle nach dem Eisprung auf dem Weg zur Gebärmutter behindert wird, kann keine Schwangerschaft entstehen. Stark geschlängelte und dünne Eileiter haben meist zu dünne Muskeln in ihrer Wand, was die Pumpbewegung erschwert, mit der die Eizelle in die Gebärmutter geschoben wird.
Verengte, muskelschwache Eileiter sind angeboren, Verklebungen entstehen als Folge von Eierstock- und Eileiterentzündungen (mit Chlamydien und Gonorrhoe als Hauptursachen). Auch Endometrioseherde können die Eileiter verlegen.
Solche Probleme können nur bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt werden: Bei einer Röntgendarstellung der Eileiter (Hysterosalpingographie, kurz HSG) wird durch den Muttermund ein Kontrastmittel in die Gebärmutter eingeleitet, das bis in die Eileiter aufsteigt. Auf dem Röntgenbild kann man den Innenraum der Gebärmutter und der Eileiter dann gut erkennen.
Genaueren Aufschluss gibt die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Dabei wird die Durchgängigkeit der Eileiter beurteilt, indem blau gefärbte Flüssigkeit in den Muttermund gespritzt wird, die an den Fimbrien in den Bauchraum austritt. Verklebungen und Vernarbungen der Eileiter lassen keine Flüssigkeit durchtreten und sind als Einschnürungen meist deutlich zu erkennen.
Da es weder Selbsthilfe noch naturheilkundliche Möglichkeiten bei solchen Störungen gibt, ist die Medizintechnik gefordert: Zu dünne oder zu lange Eileiter können operativ verkürzt werden. Dieser Eingriff kann manchmal über eine Bauchspiegelung vorgenommen werden, erfolgt aber meist über einen kurzen Bauchschnitt. Dabei werden besonders feine Instrumente und haardünnes Nahtmaterial benutzt, um die zarten Organe nicht durch spätere Narben zu belasten. Wenn der Eingriff ohne Erfolg bleibt, ist die In-vitro-Fertilisation (IVF) der nächste Schritt.
Zur Entwicklung eines Kindes ist die Einnistung des befruchteten Eis in die Schleimhaut der Gebärmutter notwendig. Wiederholte frühe Fehlgeburten mit Blutungen bis acht Wochen nach Ausbleiben der Regel können ein Hinweis auf Probleme bei der Einnistung sein. Dahinter stehen oft Hormonstörungen, die den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut erschweren oder verhindern.
Wenn sich das Eibläschen nach dem Eisprung nicht richtig in den Gelbkörper (Corpus luteum) umwandelt, wird nicht ausreichend das schwangerschaftserhaltende Progesteron gebildet. Doch auch Störungen von Schleimhaut und Muskulatur der Gebärmutter erschweren die Einnistung, wenn eine Endometriose oder größere Myome die Durchblutung stören.
Eine der wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen ist auch hier körperliche und seelische Ruhe. Im Liegen verbessert sich die Durchblutung der Gebärmutter und weniger Stress beruhigt auch den Hormonhaushalt.


