Ihre Suche

Der Hormonhaushalt



Das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Hormone im weiblichen Organismus betrifft unterschiedliche Organsysteme, die sich auch gegenseitig beeinflussen.

Bis heute sind nicht alle Zusammenhänge erforscht, aber über die Funktion der Geschlechtshormone ist Folgendes bekannt:
  • Das zentrale Steuerungshormon Gonadotropin-Releasing-Hormone (GnRH, = "Geschlechtshormon-freisetzendes Hormon") wird im Hypothalamus, einer Hirnregion, gebildet.


  • GnRH regt die Bildung zweier weiterer Steuerungshormone an: Das Follikel-stimulierende Hormon (FH) bewirkt die Reifung von Eibläschen bis zum Eisprung; das luteinisierende Hormon (LH) sorgt für den Eisprung und die Bildung des Gelbkörperhormons Progesteron.


  • Reifende Eibläschen bilden Östrogen, so dass der Östrogenspiegel im Blut ansteigt und dadurch die Bildung von weiterem FH hemmt.


  • Der erhöhte Östrogenspiegel im Blut regt außerdem die Produktion von LH an, so dass es zum Eisprung kommt und - im Falle einer Befruchtung - zur Bildung von schwangerschaftserhaltendem Gelbkörperhormon (Progesteron).


  • Kommt es nicht zur Befruchtung, sinkt der Östrogenspiegel und löst eine Periodenblutung aus.

In den Wechseljahren reagieren die Eierstöcke nicht mehr auf die Anregung von FH. Das Gehirn produziert verstärkt GnRH und FH ohne eine Steigerung des Östrogenspiegels erreichen zu können: GnRH- und FH-Blutspiegel bleiben hoch. Durch den niedrigen Östrogenspiegel baut sich kaum Schleimhaut in der Gebärmutter auf, so dass die Periode schwächer wird, seltener eintritt und schließlich ganz ausbleibt.

Der erhöhte GnRH- und FH-Spiegel kann während der Wechseljahr aber zu einer schubartigen Östrogenbildung führen, die einen starken Schleimhautaufbau in der Gebärmutter und entsprechend heftige, aber unregelmäßige Blutungen zur Folge hat.

Schwankende und vor allem niedrige Östrogenspiegel deutet das vegetative Nervensystem als "Entzug" und schaltet sozusagen auf "Sparflamme", d. h. es reguliert die Körper-Soll-Temperatur und den Kalorienverbrauch herunter. Das Thermozentrum im Gehirn missversteht diese Botschaft und arbeitet mit Wärme- und Adrenalinproduktion dagegen: So kommen Frauen plötzlich ins Schwitzen und Herzklopfen tritt auf.

Hier einige praktische Tipps bei Hitzewellen:


  • Nach dem Zwiebelprinzip in mehreren Schichten leichte Kleidung tragen. Bei einer Hitzewallung kann ganz nach Bedarf eine Lage abgelegt und bei Abklingen der Hitze wieder angezogen werden.


  • Kleidung aus thermoregulierenden Fasern kann angenehmer sein als aus schweren Naturfasern, die sich schnell mit Schweiß voll saugen. Reservewäsche am Arbeitsplatz oder unterwegs kann bei starken Hitzen hilfreich sein.


  • Bei Hitzeanwandlungen die Unterarme unter laufendes Wasser halten. Lauwarme Waschungen mit Pfefferminz- oder Lavendelöl kühlen besser als eiskaltes Wasser, das den Körper oft nur zu neuen Wallungen anregt.


  • Ein griffbereiter Fächer gibt erhitzten Wangen erholsame Kühlung.


  • Die Hitzewallungen im Kalender festhalten: Vielleicht lässt sich ein Muster erkennen, z. B. ein Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen, Speisen und Getränken. So kann frau die entsprechenden Situationen oder Dinge vermeiden oder sich zumindest darauf einstellen.
Anzeige
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
Anzeige
Anzeige
Anzeige