Organe
Östrogene sind anregende und aufbauende Hormone: Sie sorgen für die gut durchblutete, weiche Haut der Frau und durchfeuchtete Schleimhäute; sie fördern Stoffwechselprozesse und Gewebeaufbau, sie beschleunigen die Verdauung und heben den Blutdruck durch Wirkung auf den Wasserhaushalt.
Außerdem gleichen sie die Stimmung auf einem positiven Niveau aus. Östrogene arbeiten eng mit den ebenfalls stoffwechselfördernden Schilddrüsenhormonen zusammen und beeinflussend die Nebennierenrinde, in der das lebenswichtige Cortisol gebildet wird. Sie sind eng vernetzt mit den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin und mit den schmerzlindernden und beruhigenden "Wohlfühlhormonen", den Endorphinen.
Unter Einfluss der Östrogene stehen vor allem auch die Geschlechtsorgane. Die Brüste wachsen in der Pubertät durch die Östrogenwirkung, die Gebärmutter ebenfalls. Menstruationsblutungen sind ohne Östrogen unmöglich, denn sie sorgen für den zyklischen Aufbau der Schleimhautauskleidung in der Gebärmutter.
In den Wechseljahren bilden sich diese Prozesse teilweise zurück: Die Brüste werden weicher, weil die Gewebespannung nachlässt und die Gebärmutterschleimhaut wird dünner. Eine Gebärmuttersenkung tritt bei einzelnen Frauen zeitgleich mit den Wechseljahren auf, hat aber nicht direkt mit den Hormonen zu tun: Sie ist Folge von über die Jahre ausgedehnter Haltebänder der Gebärmutter, einem schwachen Beckenboden oder schwerer Geburten. Mit sinkenden Östrogenspiegeln kann manchmal die Blase etwas empfindlicher gegenüber Entzündungen werden, denn Östrogene stabilisieren auch den Immunhaushalt.
Für Frauen mit familiärer Belastung, extrem schlanke Frauen oder solche, die in Kindheit und Jugend nicht ausreichend feste Knochenmassen aufgebaut haben, können in den Wechseljahren die Knochen zum Problem werden. Denn Östrogene sorgen als aufbaufördernde Hormone auch für einen gesunden Stoffwechsel des Knochens.
Die geringeren Mengen an Östrogen im Blut in den Wechseljahren reduzieren diese Aufbauprozesse und in Kombination mit körperlicher Untätigkeit, kalziumarmer Ernährung und bei familiärer Risikobelastung kann eine Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) die Folge sein. Bei ausreichenden Vorbeugemaßnahmen wie Sport und kalziumreicher Nahrung ist die Osteoporose bei ansonsten gesunden Frauen jedoch selten.


