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Lust & Liebe



Lust und Liebe sind alterslos: Sie verändern sich mit den Jahren, verlieren aber nie ihre Bedeutung für Körper und Seelenleben. Studien der letzten Jahre zeigen, dass fast 88 Prozent der Frauen mit festem Partner im 50. Lebensjahr einmal in der Woche Verkehr haben.

Mit dem Sex ist es nach den Wechseljahren also längst nicht "automatisch" vorbei - außer frau wünscht es selbst oder lässt es dazu kommen.
Das Sexualleben in den Wechseljahren und danach ist abhängig von der eigenen Haltung und der des Partners zur Sexualität, aber auch zum Körper allgemein. Wer schon in jüngeren Jahren gut alle persönlichen Eigenarten, Vorzüge und Hemmungen annehmen kann, wird auch in den Wechseljahren keine großen Schwierigkeiten mit den angenehmen wie unangenehmen Veränderungen haben.

Zahlreiche Frauen erleben mit den Wechseljahren eine Art innere Befreiung: Sie müssen nicht mehr auf Verhütung achten und können ihrer Lust nachgehen, ohne sich durch Periodenbeschwerden oder Blutungen einschränken zu lassen. Im neuen Wechselspiel der Hormone überwiegen nun auch die lustfördernden Androgene und regen zusätzlich körperlich an, sich phantasievoll mit dem erotischen Spiel zu beschäftigen. Dabei heißt Erotik nicht allein geschlechtliche Befriedigung, sondern bedeutet einen umfassenden, geistigen wie körperlichen Genuss. Interesse am anderen, Zärtlichkeiten, Zuwendung im Alltag, innere Verbundenheit bedeuten reifen Paaren oft mehr als die rein sexuelle Lust.

Lust und Liebe jenseits von Leistungsdruck: Was jüngeren Paaren im Alltagsstress oft fast verloren geht, können reife Paare meist bewusster genießen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der berufliche Druck durch Etablierung nachlässt, ist mehr Zeit und Raum für die Partnerschaft. Es ergeben sich viele neue Möglichkeiten des (Wieder-) Kennenlernens: Offene Gespräche sind der erste Weg aufeinander zu, wenn der Alltag die Partner einander entfremdet hat.

Regelmäßiger Sex erhält die Elastizität und die Feuchtigkeitsproduktion der Scheide. Auch Beckenbodenübungen straffen die Scheide und unterstützen das sinnliche Vergnügen. Treten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf, können auch seelisch bedingte Hemmungen die Ursache sein - es lohnt sich, die Gründe dafür herauszufinden. Wasserhaltige Gleitmittel können vorübergehend helfen. Nur bei nachweislichem Hormonmangel und auffallend dünner Scheidenhaut sind Scheidencremes mit Hormonzusätzen sinnvoll. Diese haben keine Nebenwirkungen, weil sie nur lokal wirken und die Schleimhaut an Ort und Stelle festigen.
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