Partnerschaft
Nicht jede Partnerschaft übersteht die Wechseljahre ganz unberührt - und das ist gut so. Denn daraus ergibt sich auch die Gelegenheit für eine Zwischenbilanz, Neudefinition und gegebenenfalls Korrektur der Beziehung.
Dabei sind es weniger die Wechseljahre der Frau, die eine Ehe oder Liebesbeziehung in eine vermeintliche Krise stürzen, sondern vielmehr spielen die parallelen Veränderungen in der Familie und im sozialen Umfeld dabei eine große Rolle.
In der Lebensmitte bieten sich jedoch die gleichen Chancen wie in der Jugend: gemeinsame Unternehmungen, zärtliche Stunden, intime Gespräche, rücksichtsvoller Umgang miteinander, Eifersucht und Streitigkeiten, knisternde Spannung, gemeinsame Zukunftsplanung - all das ist möglich. Unerlässlich ist dabei allerdings, dass die Partner im Gespräch bleiben, um ihre Erlebnisse auszutauschen, Einstellungen abzugleichen und daraus gegenseitiges Verstehen zu entwickeln.
Erfreuliches und Komplimente sollten ausgetauscht werden, so wie auch Konflikte offen und ehrlich ausgetragen werden. Denn oft werden die guten Aspekte einer Beziehung zur Selbstverständlichkeit, über die man nicht mehr spricht. Wer das Gute aus dem Auge verliert, hat aber gedanklich keinen Raum mehr für eine Konfliktlösung. Gerade in einer Lebensphase, in der es für beide Partner darauf ankäme, sich aufeinander zu zu bewegen und sich neu kennen zu lernen, kommt es deshalb nicht selten zur Beziehungskrise. Manche Partner haben sich im Alltag der vergangenen Jahre derart aus den Augen verloren und entfremdet, dass es kaum möglich scheint, einen Neuanfang in Angriff zu nehmen. Denn zu Vieles ist vielleicht unausgesprochen geblieben und verhärtet.
Dann ist es besonders wichtig, im Gespräch zu bleiben: Offen, respektvoll und ohne alten Groll oder Vorwürfe kann so Manches geklärt werden, was jahrelang ein Problem war. Vor allem die Darstellung der eigenen Gefühle und Erlebnisse sollte im Vordergrund stehen, denn nur dann kann das Gegenüber Verständnis für die Reaktionen der/des Anderen entwickeln. Interpretationen des Verhaltens vom Partner und vorwürfige Unterstellungen führen nicht weit.
Gegenseitiges Verständnis ist die beste Ausgangsbasis für eine gemeinsame Lösung der Probleme, das Entdecken von Gemeinsamkeiten und Überlegungen, wie es weitergehen könnte. Gelingt der Austausch zu zweit nicht, kann eine Paarberatung oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Kontaktadressen gibt es bei allen Kirchen, Gemeinden, Wohlfahrts- und Psychotherapeutenverbänden.


