Die Schwangerschaft im Überblick
37.-40. Woche
Mutter:
Die ersten Senkwehen schieben das Baby jetzt nach unten ins Becken und der Bauch senkt sich nach vorn. Nun passt wieder eine Fingerbreite zwischen Gebärmutter und Rippenbogen, so dass die Frau besser Luft bekommt und etwas aufatmen kann.
Etwa eine Woche vor Entbindung löst sich der Schleimpfropf aus dem Muttermund und geht über die Scheide ab. Oft beginnen bald danach die Geburtswehen. Tägliche Dehnungsübungen bereiten jetzt gut auf die Geburt vor.
Die mütterliche Blase kann jetzt nur noch wenig Urin aufnehmen, so dass die Schwangeren häufig Wasser lassen müssen. Dennoch sollten täglich mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit getrunken werden. Magnesium beugt unangenehmen Wadenkrämpfen und Verstopfung vor.
Viele Frauen wünschen sich, das Kind endlich "loszuwerden". Dieser Wunsch ist natürlich und eine wichtige Voraussetzung für das Loslassen und für einen günstigen Geburtsverlauf.
Einige Frauen haben in dieser Zeit möglicherweise beunruhigende Träume. Auch das ist völlig normal: Die Anspannung vor der Geburt und die Angst vor Verletzungen und nicht einschätzbaren Veränderungen des zukünftigen Alltags, nimmt bei allen Frauen zu.
Darüber darf und soll die werdende Mutter auch offen sprechen, denn das gehört zur gesunden Einstimmung auf die Lebensumstellung mit dem neuen Familienmitglied.
Kind:
Das Kind ist nun reif und legt immer mehr Babyspeck zu: Um den Geburtstermin herum wird es durchschnittlich 3400 Gramm wiegen und etwa 52 cm lang sein.
Die Plazenta beginnt allmählich zu "verkalken", denn sie wird bald nicht mehr gebraucht. Noch produziert sie aber die schwangerschaftserhaltenden Hormone Progesteron und Östrogen, von denen das Kind auch eine beträchtliche Dosis mit auf die Welt bekommt.
Deshalb sind die Geschlechtsorgane von Neugeborenen in den ersten Tagen leicht vergrößert. Kleine Mädchen können sogar ein wenig Milch in den Brüsten haben oder leicht aus der Scheide bluten. Viele Babys haben hormonell bedingt sogar kleine Pickel auf der Haut. Solche Symptome sind aber völlig ungefährlich und verschwinden innerhalb von wenigen Tagen nach der Geburt von selbst.
Kopfüber und kopfunter
96 Prozent aller Babys liegen zum Geburtstermin mit dem Kopf nach unten. Bis zur 36. Woche ist es normal, wenn das Kind mit dem Kopf nach oben liegt. Danach sollte es sich aber mit dem Kopf nach unten drehen, weil das Kind kurz vor der Geburt bereits zu groß ist, um sich im Bauch der Mutter noch zu drehen.
Mit der so genannten "indischen Brücke" lässt sich die Drehung des Kindes unterstützen: Dabei legt sich die Mutter ein- bis zweimal am Tag für fünf bis zehn Minuten mit dem Rücken auf ein dickes Kissen, so dass sich ihr Bauch hochwölbt und der Rücken ein starkes Hohlkreuz bildet.
Schultern und Beine lässt sie dabei locker hängen und atmet möglichst ruhig.
Außerdem ist darauf zu achten, dass die Mutter ein wenig nach links geneigt liegt, damit das Kind nicht auf ihre Pfortader drückt und den Blutfluss zum Herzen behindert. Sonst kann der Mutter leicht schwindelig werden.
Diese "Zwangslage" ist nicht nur den meisten Schwangeren, sondern auch den Kindern unbequem, so dass sie sich im Bauch drehen. Manche Geburtshelfer unterstützen die Drehung des Kindes mit Moxa, Beifusskraut, das an bestimmten Akupunkturpunkten über der Haut abgebrannt wird.
Die Behandlung ist zwar sanft, aber nicht immer erfolgreich.


