Vorsorgeuntersuchungen
Die Schwangerschaftsvorsorge überwacht den Gesundheitszustand von Mutter und Kind und gibt Gelegenheit zur Klärung von offenen Fragen und möglichen Problemen.
Der Arzt muss möglichst schnell nach Ausbleiben der Monatsblutung wissen,
- wie frühere Schwangerschaften verlaufen sind
- ob es Probleme gab, schwanger zu werden
- ob es Probleme mit der aktuellen Schwangerschaft gibt
- um die Krankheitsgeschichte von Mutter und Vater
- um erbliche Eigenarten oder Krankheiten in der Familie
Der Schwangerschaftstest ist der erste Schritt. Ein Mutterpass aus einer früheren Schwangerschaft erspart evtl. einige der sonst üblichen Blutuntersuchungen. Aus einem Blutspendeausweis können die Blutgruppentests übernommen werden.
Zum ersten Vorsorgebesuch gehört eine Untersuchung der Scheide mit PAP-Abstrich zur Krebsvorsorge und der Tastbefund. Mögliche Infektionen werden über genaue Untersuchung der Abstriche auf Chlamydien, andere Bakterien und Pilze ausgeschlossen. Chlamydien können beispielsweise zum vorzeitigen Blasensprung führen und müssen umgehend bei beiden Elternteilen behandelt werden.
Zur frühzeitigen Feststellung und Behandlung einer Getose (Schwangerschaftshochdruck) sind die Untersuchungen von Blutdruck, Krampfaderneigung, Gewicht und Urin nötig.
Messungen von Körpergewicht, Leibesumfang und Blutdruck sowie eine Urinuntersuchung finden im Folgenden
- bis zur 24. Woche: alle vier Wochen
- ab der 28. Woche: alle drei Wochen
- ab der 34. Woche: alle zwei Wochen
- ab der 41. Woche jeden zweiten Tag statt.
Zehn bis zwölf Tage nach dem errechneten Entbindungstermin (ET) wird die Schwangere häufig zur besseren Beobachtung stationär ins Krankenhaus aufgenommen.
Herztonaufzeichnung mit dem CTG (Cardiotokographie)
Ab der 32. Woche werden die Herztöne des Babys aufgezeichnet: Das CTG-Gerät zeichnet über zwei Ultraschallsensoren auf dem mütterlichen Bauch die Herztöne des Kindes und eine mögliche Wehentätigkeit parallel auf. Außerdem zeigt sich, wie das Baby auf Wehen reagiert: Ob seine Herztöne langsamer werden und wie sie sich nach einer Wehe erholen; je nach Befund kann oder muss gehandelt werden.
Ultraschall
Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist. Die Ultraschalltechnik hat viele neue Erkenntnisse über das Ungeborene ermöglicht und gilt als unbedenkliche Untersuchungsmethode für Mutter und Kind. Dennoch empfehlen manche Mediziner, das Baby nicht ohne triftigen Grund auf den Bildschirm zu holen; die Technik könnte sonst den Tastbefund und die mütterliche Wahrnehmung in den Hintergrund drängen.
Drei Untersuchungen sind bei einer gesund verlaufenden Schwangerschaft vorgesehen:
In der 9.-12. Woche ist die Lage des Kindes in der Gebärmutter und sein Herzschlag feststellbar. Kopf- und Bauchdurchmesser sowie die Länge vom Scheitel bis zum Steiß zeigen die zeitgerechte Entwicklung des Kindes. Mehrlinge sind jetzt besonders gut zu erkennen und auch ob sie ein- oder mehreiig sind. Fallen Besonderheiten, ist eine spezielle Abklärung sinnvoll.
In der 19.-22. Woche sind bereits Arme und Beine sowie innere Organe, vor allem Herz, Nieren und Blase, Magen, Wirbelsäule und Gehirn, erkennbar. Bei Fehlbildungen sind spezielle Untersuchungen (z. B. der Chromosomen) sinnvoll. Außerdem werden jetzt im Ultraschall die Größe der Plazenta und die Menge des Fruchtwassers überprüft.
Größe und Durchmesser von Kopf und Rumpf des Kindes und die Länge der Oberschenkelknochen werden mit den Normkurven verglichen. Jeder auffallende Befund wird zwei bis drei Wochen später nochmals kontrolliert, um individuelle Wachstumsschwankungen auszuschließen.
In der 29.-32. Woche werden mithilfe des Ultraschalls Größe, Wachstum und Lage des Babys überprüft. Liegt es jetzt noch mit dem Steiß nach unten, sollte es sich bis zur Geburt noch drehen, um die Entbindung zu erleichtern.
Spezial-Ultraschall: Doppler-Untersuchung
Die Dopplertechnik ist eine spezielle Ultraschalltechnik, die den Blutfluss messen kann. Diese Untersuchung gibt Aufschluss über den Blutfluss in der Plazenta und in den kindlichen Blutgefäßen. Ein verminderter Blutfluss kann zum Wachstumsrückstand führen und auf lange Sicht das Kind schädigen. Ursache ist oft eine beginnende Gestose, die sofortige Behandlung verlangt.


