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Pränataldiagnostik



Die Ultraschalltechnik ermöglicht es, Kinder schon im Mutterleib genau und gefahrlos zu untersuchen. Sogar kleinere Operationen am Kind sind möglich, denn der Eingriff lässt sich über den Ultraschall genau verfolgen.

Ab der 14. Woche lässt sich unter Ultraschallsicht eine Probe aus dem Fruchtwasser nehmen (Amniozentese). Diese Untersuchung gibt Aufschluss bei einem Verdacht auf eine schwere Erbkrankheit des Kindes. Dazu werden die im Fruchtwasser schwimmen Hautzellen des Kindes auf Chromosomenzahl und -form, auf Stoffwechselkrankheiten, Rhesus-Unverträglichkeit und das Geschlecht des Kindes untersucht. Komplikationen treten bei dieser Untersuchung selten auf: Nur in 0,5-1 Prozent der Fälle kommt es zu Blutungen oder Fehlgeburten.

Schon ab der achten Woche gibt die Chorionbiopsie Aufschluss über die Erbanlagen. Dabei wird durch den Muttermund oder die Bauchdecke eine kleine Gewebeprobe der Plazenta entnommen und untersucht. Allerdings liegt das Risiko für eine Fehlgeburt durch den Eingriff um etwa zwei Prozent höher als die natürliche Fehlgeburtenrate.

In manchen Fällen, z. B. bei einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind, benötigt man schon vom Ungeborenen eine Blutprobe. Die Ultraschalltechnik ermöglicht eine gezielte Punktion der Nabelvene (Umbilikalzentese). Auch Infektionen des Kindes, wie Röteln oder Toxoplasmose, können so nachgewiesen werden. Auf dem gleichen Wege können bei Bedarf Blutübertragungen (Transfusionen) zum Kind durchgeführt werden.

Seit einigen Jahren steht ab der 16. Woche der so genannte Triple-Test zur Verfügung. Diese Untersuchung ermöglicht eine Risikobestimmung auf Down-Syndrom und Neuralrohrdefekt (Offener Rücken) beim Kind - auch wenn die Mutter noch nicht im Risikoalter, d. h. alter als 35 Jahre, ist oder keine Amniozentese durchführen lassen will. In einer mütterlichen Blutprobe werden Östriolgehalt, der Gehalt an Plazentahormon HCG (Humanes Chorion-Gonadotropin) und des in der Schwangerschaft auftretenden Hormons a-Fetoprotein bestimmt. Bei begründetem Verdacht auf eine Schädigung des Kindes wird zur sicheren Abklärung eine Amniozentese empfohlen.

Die Methoden der Pränataldiagnostik bedeuten für viele Eltern eine Entlastung von Sorgen um ihr werdendes Kind. Die in Deutschland übliche Diagnostik verletzt nicht die ethischen Grenzen. Dennoch ist es wichtig, sich vor einer Untersuchung die Konsequenzen einer möglicherweise schwerwiegenden Diagnose deutlich vor Augen zu führen. Im Gespräch können sich werdende Eltern über die Verantwortung klar werden, die Sie für ihr Kind und sein Leben tragen. Arzt und Hebamme können dabei mit wertvollen Informationen unterstützen.

Der kritische Aspekt an der vielfach diskutierten Pränataldiagnostik, insbesondere der Amniozentese, bezieht sich hauptsächlich auf die Möglichkeit, ein "unnormales" Kind abtreiben zu lassen. Genanalyse und Gentherapie beim Ungeborenen gelten weltweit als ethisch bedenkliche Eingriffe.
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