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Placenta praevia und vorzeitige Plazentalösung



Von einer Placenta praevia spricht man, wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt, wenn also der Weg aus der Gebärmutter für das Kind versperrt ist. In diesen Fällen muss die Entbindung durch einen Kaiserschnitt erfolgen. Oft treten Blutungen schon vor der 30. Schwangerschaftswoche auf, die eine stationäre Beobachtung von Mutter und Kind erforderlich machen.
Schädigungen der Gebärmutterschleimhaut z. B. durch eine rasche Schwangerschaftsfolge (Abstand kürzer als ein Jahr) oder Entzündungen sind häufig mit einer Placenta praevia verbunden. Auch die Größe des Mutterkuchens spielt bei der Entstehung einer Placenta praevia eine Rolle: Je größer der Mutterkuchen, desto größer die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Placenta praevia. In Mehrlingsschwangerschaften und bei Vielgebärenden ist die Plazenta im allgemeinen überdurchschnittlich groß.

Im Gegensatz zur Placenta praevia, die bei der Schwangerschaftsvorsorge diagnostiziert werden kann, tritt die vorzeitige Plazentalösung meistens plötzlich auf. Noch vor der Entbindung, oft auch vor Geburtsbeginn, löst sich der Mutterkuchen teilweise oder ganz von der Gebärmutterwand. Es kommt zu erheblichen Blutungen aus Gefäßen des mütterlichen und kindlichen Kreislaufs. Die vorzeitige Plazentalösung stellt eine Notsituation dar, die äußerst schnelles Handeln (Kaiserschnitt) erfordert.
Die Ursache für eine vorzeitige Plazentalösung bleibt in etwa der Hälfte der Fälle unklar. Im Übrigen beobachtet man sie häufig nach Unfällen, bei Blutdruckkomplikationen in der Schwangerschaft oder bei Zwillingsschwangerschaften bei der Geburt des zweiten Kindes.

Nach erfolgter Kaiserschnittentbindung muss die nächste Geburt nicht unbedingt wieder durch Kaiserschnitt erfolgen. Welcher Geburtsmodus bei einer nachfolgenden Schwangerschaft angestrebt wird, ist von vielen Faktoren abhängig, u. a. auch von dem Grund für den vorausgegangenen Kaiserschnitt. Nach Placenta praevia oder vorzeitiger Plazentalösung kann durchaus eine "normale" Geburt erfolgen. Es ist aber auf jeden Fall ratsam, sich ungefähr in der 36. Schwangerschaftswoche zur Geburtsplanung in der Entbindungsklinik vorzustellen. Das Wiederholungsrisiko für o. g. Komplikationen des Mutterkuchens ist ebenfalls von vielen Faktoren abhängig.
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