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Lösungsstörungen des Mutterkuchens und Atonie der Gebärmutter



Verstärkte Blutungen nach der Entbindung sind immer mit einem erheblichen Blutverlust (mehr als 500 ml) für die Mutter - nicht für das Kind - verbunden. Abgesehen von bestehenden Gerinnungsstörungen sind die häufigsten Ursachen die verzögerte, nicht vollständige oder gar nicht stattfindende Lösung des Mutterkuchens und die unzureichenden Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach Lösung des Mutterkuchens (auf Grund einer Atonie). Da durchaus die Möglichkeit besteht, dass ähnliche Probleme bei der nächsten Entbindung wieder auftreten, sollten betroffene Frauen unbedingt in einer Klinik entbinden.

Risikofaktoren für Lösungsstörungen des Mutterkuchens sind Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, z. B. nach Ausschabungen, Entzündungen (auch Wochenbettfieber), ein besonders kleiner Mutterkuchen oder ein ungünstiger Sitz der Plazenta im Eileiterwinkel der Gebärmutter. Um sicher zu sein, dass sich die Plazenta wirklich vollständig gelöst hat, wird sie nach der Geburt von Arzt und Hebamme gründlich auf Vollständigkeit untersucht.

Verstärkte Blutungen auf Grund einer Atonie, eines mangelhaften Spannungszustands der Gebärmutter, treten besonders häufig nach Frühgeburten, bei Vielgebärenden, bei rascher Geburtenfolge (Abstand kürzer als ein Jahr), bei vorausgegangenem Kaiserschnitt und nach vielen Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen auf.

Um einer Atonie entgegen zu wirken, erhält jede Frau nach der Geburt eine Spritze mit einem Medikament, das die Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach der Geburt unterstützt. Gefährdete Frauen (siehe oben) erhalten zudem oft eine Infusion mit stärker wirkenden oder höher dosierten Medikamenten.
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