Blutgerinnungsstörungen in der Schwangerschaft
Zu den Blutgerinnungsstörungen wird eine übermäßige Blutgerinnung (Thrombose) und eine zu langsame Blutgerinnung (verstärkte Blutungsneigung) gerechnet.
Auf Grund der hormonellen Veränderungen steigt die Blutgerinnungsbereitschaft in der Schwangerschaft. Kommen weitere Risikofaktoren (z. B. vorausgegangene Thrombose, angeborene Blutgerinnungsstörung, Mehrlingsschwangerschaft, lange Bettruhe) hinzu, können Thrombose-vorbeugende Maßnahmen notwendig werden, z. B. Kompressionsstrümpfe und/oder Heparin-Spritzen. Das wird im Einzelfall vom Frauenarzt, ggf. in Absprache mit einem Internisten, entschieden.
Blutgerinnungsstörungen, die mit einer zu langsamen Blutgerinnung (einer erhöhten Blutungsbereitschaft) einhergehen, sind entweder erworben (z. B. bei vorzeitiger Lösung des Mutterkuchens, bei Blutdruckkomplikationen in der Schwangerschaft oder Infektionen) oder angeboren (z. B. zu wenig Blutplättchen bei Morbus Werlhof). Außerdem gibt es Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes), die in der Schwangerschaft mit einer verminderten Anzahl von Blutplättchen verbunden sein können. Medikamentenwirkstoffe (z. B. Heparin und Acetylsalicylsäure) können die Zahl der Blutplättchen ebenfalls senken. Bei Schwangeren treten allerdings auch häufig verminderte Zahlen von Blutplättchen auf, für die keine Ursache gefunden wird und die keine krankhafte Bedeutung haben.
Sind in einer vorausgegangenen Schwangerschaft Blutgerinnungsstörungen aufgetreten oder liegen angeborene Störungen der Blutgerinnung vor, sind je nach Art und Ursache unterschiedliche Maßnahmen erforderlich, die im Einzelfall mit Frauenarzt, Internist und Entbindungsklinik abgesprochen werden. Vor allem bei erhöhter Blutungsbereitschaft ist auch die frühzeitige Planung der Geburt wichtig, um den Blutverlust während der Entbindung möglichst gering zu halten und im Bedarfsfall entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.


