Rückstände in der Muttermilch
Mit der Milch werden nicht nur für die Entwicklung des Säuglings notwendige Substanzen weitergegeben, sondern alles, was die Mutter im Laufe ihres Lebens mit der Nahrung, Medikamenten, Genussmitteln oder durch die Umweltbelastung aufgenommen hat. Viele dieser Stoffe werden praktisch sofort über den Urin wieder ausgeschieden, andere aber werden im Fettgewebe gelöst und über lange Zeit im Körper angereichert.
Zu diesen Rückständen zählen die fettlöslichen Organochlorpestizide und polychlorierten Biphenyle (PCB). Sie werden aus dem Rückstandsdepot im Fettgewebe der Mutter über die Frauenmilch abgegeben. Für Schwermetalle dagegen wirkt der mütterliche Organismus weitgehend als biologische Schranke, so dass eine eventuell vorhandene Belastung der Mutter nur im sehr viel geringeren Maß als bei den fettlöslichen Schadstoffen an den Säugling weitergegeben wird. Die Aufnahme radioaktiver Stoffe erfolgt über die Nahrung (ca. 70 %) und das Einatmen (ca. 30 %) von radioaktiven Aerosolen. Über die Frauenmilch wird ein Teil der radioaktiven Stoffe weitergegeben.
Seit dem Anwendungsverbot zahlreicher Rückstände ist die Schadstoffbelastung der Frauenmilch kontinuierlich zurückgegangen. Durch das Stillen sind keine gesundheitlichen Risiken für die Säuglinge zu erwarten bzw. zu erkennen.


