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Der Umgang mit dem Schmerz



Jede Frau verarbeitet Schmerzen anders. Wehenschmerzen dauern nicht unendlich, und hören irgendwann wieder auf, das ist zumindest ein Trost! Wehen bleiben letztlich stark und schmerzhaft.

Die Frau sollte sich offen halten, ob und welche Schmerzmittel sie nutzen will. Wer sich zu sehr innerlich festlegt, kann sehr enttäuscht sein, wenn die Geburt anders verläuft als sie es sich vorgestellt hat. Deshalb ist es wichtig, vor der Entbindung mit der Hebamme und dem Arzt über alle schmerzstillenden Möglichkeiten zu sprechen. Während der Entbindung kann die Frau dann jederzeit fragen, welches Schmerzmittel im Augenblick für sie empfehlenswert wäre. Die Frau sollte dabei ihr Gefühl respektieren: Wenn sie die Schmerzen tatsächlich nicht mehr aushalten kann, sollte sie sich nicht mit unsinnigen Durchhalteparolen überfordern.

Selbsthilfe



Es gibt viele Möglichkeiten, ohne Medikamente die Wehenschmerzen zu bewältigen:
  • Entspannung, Bewegung und gezieltes Atmen sind die wichtigsten Selbsthilfen, die bei der Geburtsvorbereitung geübt werden.

  • Wärme entspannt, entkrampft und lindert Schmerzen. Die Wehen werden dann meist milder. In allen Kliniken und Geburtshäusern kann die Gebärende heute in der Eröffnungsphase ein warmes Bad nehmen. Der Auftrieb im Wasser hilft außerdem gegen Rückenschmerzen. In manchen Kliniken ist es sogar möglich, das Kind im Wasser zu gebären.

  • Meditation, innere Bilder und Musik können die Gebärende von den Wehenbeschwerden ablenken. Diese innere Konzentration muss allerdings vorher geübt werden, um in der Stresssituation der Geburt auch wirksam zu sein.

  • Der Partner kann mit einer kräftigen Knetmassage im Rücken oder Druckmassage zur Lockerung der Gesäßmuskeln helfen. Auch das wird in der Geburtsvorbereitung trainiert.


Ärztliche Hilfe gegen Schmerzen



Geburtshelfer geben immer Mittel, die individuell auf die akuten Beschwerden der Gebärenden ausgerichtet sind:

Akupunktur ist wirksam, um Wehenschmerzen zu dämpfen.

Schmerzlindernde Medikamente können gezielt entkrampfen oder die Schmerzleitung unterbrechen. Die Mittel, welche dier modernen Geburtshilfe verwendet, haben kaum Auswirkungen auf das Baby.

Örtliche Betäubungsmittel können vor der Austreibungsperiode den Pudendusnerven am Muttermund betäuben. Diese so genannte Pudendusblockade stört weder Wehen noch Pressdrang, so dass die Frau weiterhin gezielt pressen kann.

Bei der Periduralanästhesie (PDA) wird ein Betäubungsmittel zwischen zwei Wirbeln hindurch über einen dünnen Schlauch in den Rückenmarkskanal gespritzt. Das Mittel blockiert wirkungsvoll die Schmerzleitung, so dass die Frau unterhalb der Injektion keine Schmerzen mehr spürt.

Je nach Dosierung kann eine komplette Blockade aller Empfindungen herbeigeführt werden, so dass sogar ein Kaiserschnitt bei hellwachem Bewusstsein möglich ist. Das Mittel schadet dem Baby nicht, kann jedoch die Wehen vermindern. Mit einer PDA kann die Frau nur schwer mitpressen, weil der Pressdruck für sie kaum spürbar und deshalb nicht steuerbar ist.

Risiken: Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung in den betroffenen Körperpartien, versehentliche Punktion von Blutgefäßen. Sehr selten kommt es zu einer Verletzung des Rückenmarks.
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