Sex nach der Geburt
In den ersten Wochen nach der Entbindung haben die meisten Frauen wenig Lust auf Sex. Auch viele Männer sind dann auf das neue Familienleben konzentriert. Eltern zu sein ist eben nicht dasselbe, wie ein lustvolles Liebespaar. Jedes Paar sollte sich Zeit für die Umstellung und Einstellung auf das neue Leben nehmen.
Rein medizinisch betrachtet, ist schon drei bis vier Wochen nach der Entbindung nichts gegen Geschlechtsverkehr einzuwenden. Allerdings sollte wegen der Infektionsgefahr unbedingt das Ende des Wochenflusses abgewartet werden. Sonst müssen Kondome benutzt werden.
Wahrscheinlich wird sich die Lust zunächst anders anfühlen als vor der Geburt oder während der Schwangerschaft. Das ist völlig normal und darf auch offen ausgesprochen werden. Sollten allerdings tiefergehende Beziehungsprobleme auftauchen, können Frauen- oder Hausarzt beraten bzw. an eine psychotherapeutische Beratung vermitteln.
Verhüten in der Stillzeit
Während des Stillens, unterdrückt der Blutspiegel des milchbildenden Hormons Prolaktin den Eisprung und die Blutung. Das klappt nach Studien in Afrika allerdings nur in den ersten Monaten und nur dann verlässlich, wenn das Baby mehr als fünfmal täglich angelegt wird und es jedes Mal länger als zehn Minuten trinkt.
Um sicher zu verhüten, stehen zunächst das Kondom, und - nach dem völligen Ende des Wochenflusses - ein neu angepasstes Diaphragma oder die Spirale als Möglichkeiten zur Verfügung. Stillen und hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille sind nicht vereinbar, denn die enthaltenen Östrogene hemmen den Milchfluss. Mit einer Ausnahme: Die Minipille ist möglicherweise etwa sechs Wochen nach der Entbindung einsetzbar, da sie nur Gestagene enthält. Wird nur teilweise gestillt und tritt die Regelblutung schon wieder regelmäßig auf, ist auch eine Mikropille mit niedrigem Östrogengehalt zur Verhütung möglich.


