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Vermutlich leidet ein Viertel aller Flugpassagiere an Flugangst. Für Menschen, die beruflich viel fliegen müssen, kann sie zu einem Hindernis werden. Sie sollten die Flugangst überwinden, bevor eine Berufsunfähigkeit droht.

Die Angst kann sehr unterschiedlich sein: Die einen fürchten die Höhe, andere die Enge im Flugzeug oder das Gefühl, nicht weg zu können. Manche Betroffene entwickeln starke Ängste, während des Fluges nicht mehr kontrollierbare Angsterscheinungen zu bekommen.

Die Angst vor dem Fliegen nimmt nicht unbedingt mit der Flugerfahrung ab. Auch wer bereits viel geflogen ist, kann durch ein auslösendes Ereignis Flugängste entwickeln. Menschen, die eine starke Angstsituation im Flugzeug erlebten und danach wieder positive Flugerfahrungen haben, fliegen schnell wieder angstfrei. Bei Personen, die selten oder nie wieder fliegen, kann sich die Flugangst festigen.


Symptome der Flugangst

Bei einer akuten Angstreaktion ist das sympathische Nervensystem voll aktiviert. Dadurch werden körperliche Funktionen aktiviert, die für eine Kampf- oder Fluchtreaktion lebensnotwendig sind. Typische Beschwerden sind:
  • Schwindel
  • Zittern und Schweißausbrüche
  • Übelkeit und Magenbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Atembeschwerden
  • Unruhe und Erregung, bis hin zu Panikattacken oder Ohnmacht


Was gegen Flugangst hilft

Aufklärung und Information hilft, Situationen besser einzuschätzen und als weniger bedrohlich einzustufen. Hier setzt auch die so genannte kognitive Angsttherapie an. Sie versucht, negative angstfördernde Gedanken zu entschlüsseln und zu lösen. Parallel werden Entspannungstechniken wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Atemübungen empfohlen.

Verhaltenstherapie gehört in der Angstbehandlung zu den erfolgreichsten Verfahren der Psychotherapie. Der Patient wird im Laufe der Behandlung mit der angstauslösenden Situation konfrontiert ("therapeutischer Flug") und soll die Erfahrung machen, dass die Angst nachlässt. Luftfahrtgesellschaften wie die Lufthansa bieten in Zusammenarbeit mit professionellen Partnern entsprechende Seminare an.

Leider werden bei Angststörungen noch zu häufig angstlösende Psychopharmaka verschrieben wie Benzodiazepinderivate, deren Gebrauch zur Abhängigkeit führen kann. Eine Studie zeigte sogar, dass sich nach der Einnahme die Angst während des ersten Fluges verminderte, während des zweiten Fluges jedoch ein erheblicher Anstieg der Angst und der Häufigkeit von Panikanfällen erfolgte.

Wer zwar Flugangst verspürt, eine Behandlung aber noch nicht für notwendig hält, sollte während des Fluges strikt auf Alkohol verzichten. Er kann das Ausmaß des Leidens vertuschen, das Gefühl des Kontrollverlustes verstärken oder die Flugangst festigen. Die Zeitung oder ein spannendes Buch können zur Ablenkung beitragen. Andere haben gute Erfahrungen mit Entspannungsmethoden gemacht. In jedem Falle empfiehlt sich ein Gespräch mit Mitreisenden oder dem Personal über die Ängste. Das befreit und nimmt die Sorge, unangenehm aufzufallen.
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