Ihre Suche

Studie: Unerwartete Ereignisse aktivieren Belohnungszentrum

Bonn (mp). An unerwartete Ereignisse erinnert man sich besser als an vorhersehbare Geschehnisse. Das ist zwar längst bekannt, doch was genau passiert im Gehirn bei solch einem Prozess?

Unvorhergesehenes aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn, wie nun Neurowissenschaftler der Universität Bonn in ihrem Fachmagazin "Neuron" festgestellt haben. Hierfür untersuchte das Forscherteam um Dr. Nikolai Axmacher der Uni Bonn bei Patienten die Aktivität von zwei Gehirnregionen: die des Nucleus accumbens, einem Teil des Belohnungszentrums und die des Hippocampus, dem Gedächtniszentrum. "Die Ergebnisse bestätigten, dass die beiden Gehirnregionen miteinander wechselwirkten und zwar bei unerwarteten Ereignissen besonders stark", erläuterte der Mediziner.

In der Studie sollten sich die Probanden Bilder auf einem Computerbildschirm einprägen: Bilder mit Gesichtern auf rotem Hintergrund und Bilder mit Häusern auf grünem Hintergrund. Dabei war jedesmal die eine Art von Bildern deutlich in der Überzahl, die andere Art von Bildern wurde viel seltener präsentiert und kam somit unerwartet für die Studienteilnehmer. Wurden die Gesichter auf rotem Hintergrund besonders häufig gezeigt, konnten sich die Probanden hinterher etwa anderthalbmal besser an die Häuser auf grünem Hintergrund erinnern und umgekehrt. Während der Einprägungsphase wurde die Aktivität in den beteiligten Gehirnregionen gemessen. Die Signale im Hippocampus waren viel stärker, wenn sich die Testpersonen die unerwarteten Bilder einprägten. Das Gedächtniszentrum war also aktiver. Auch im Nucleus accumbens war das Signal bei unerwarteten Bildern höher als bei der gewohnten Art von Bildern.

Der Hippocampus überprüfte zunächst, ob das eingetroffene Ereignis mit der Erwartungshaltung übereinstimmte und gab diese Information an den Nucleus accumbens weiter. Dort wurde daraufhin vermutlich der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, umso mehr, je stärker das Ereignis von der Erwartungshaltung abwich. Die Erkenntnis: Je mehr Dopamin ausgeschüttet wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich der Hippocampus das unerwartete Ereignis besser und länger merkt.

Themenverwandte Meldungen

Menschen mit Gedächtnisverlust erinnern sich an Gefühle, aber nicht an die dazugehörige Ursache. Das zeigt nun eine US-amerikanische Studie.
Eine hohe Hormonanzahl sorgt für ein reduziertes Alzheimer-Risiko. Das haben nun US-amerikanische Forscher anhand einer Studie mit 200 Teilnehmern herausgefunden.
Gerät der normale Biorhythmus des Menschen durcheinander, kann dies zu Herz- und Gefäßkrankheiten führen. Das betrifft vor allem Schichtarbeiter und Personen mit Schlafstörungen, wie nun japanische Forscher herausgefunden haben.
Anzeige
Newsfeed zu Ihrer Google-Startseite hinzufügen RSS-Feed Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
Anzeige
Anzeige
Anzeige