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Kurze Verwirrtheit und Schwindel können im auf Epilepsie hinweisen

Krefeld (mp). Treten bei älteren Menschen Gedächtnisstörungen und kurze Verwirrtheitszustände in Kombination mit Schwindelbeschwerden auf, könnte dies auf eine bisher unerkannte Epilepsie hinweisen. Bei Senioren, die an dieser neurologischen Erkrankung leiden, treten meist auch viele Symptome auf, die allerdings relativ uncharakteristisch sind, wie etwa Kopfweh und Muskelschmerzen. Daher werden die Beschwerden oft mit normalen Alterserscheinungen erklärt oder gar einer Demenz-Erkrankung zugeordnet.

Dass eigentlich eine behandelbare Epilepsie dahinter steckt, wird nicht selten erst spät erkannt. "Den Betroffenen selbst sind die kurzen Ausfälle gar nicht bewusst, solange sie nicht stürzen und sich verletzen. Behandelnde Ärzte sind deshalb auf Beobachtungen von Angehörigen angewiesen", erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN).

Im höheren Alter gibt es eine Reihe von Ursachen, die zu einem epileptischen Anfall führen können. "In etwa der Hälfte der Fälle bei über 65-Jährigen sind dies Schlaganfälle. Auch Durchblutungsstörungen des Gehirns sind häufige Auslöser oder aber dementielle Störungen wie die Alzheimer-Krankheit, bei der rund zehn Prozent der Patienten auch eine Epilepsie entwickeln" erläutert der Kölner Neurologe.

Die Therapie der Epilepsie ist bei älteren Menschen etwas komplizierter als in jüngeren Jahren, da sich der Stoffwechsel im Alter verändert. Medikamente wirken daher oft anders und auch Wechselwirkungen mit anderen Präparaten, die der Patient bereits einnimmt, müssen überprüft werden. "Werden diese Punkte beachtet und die Dosis entsprechend angepasst, haben auch ältere Patienten eine gute Chance, durch eine Behandlung mit modernen Antiepileptika auf Dauer anfallsfrei zu bleiben", meint Beil. Epilepsie ist inzwischen eines der häufigsten neurologischen Leiden im höheren Alter. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 500 000 Patienten. Jährlich erkranken rund 35 000 Menschen neu, wobei ältere Menschen öfter als Kinder betroffen sind.

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