Sich jung fühlen fördert die Denkleistung
Düsseldorf (mp).
Die Denkleistung des Menschen wird vom gefühlten Alter beeinflusst. Zwar spielt das tatsächliche (chronologische) Alter auch eine Rolle, doch fühlen sich ältere Menschen einige Jahre jünger, sind ihre kognitiven Leistungen wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Kreativität oder Lernen deutlich stärker. Diesen schon länger vermuteten Zusammenhang zwischen gefühltem und tatsächlichem Alter hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten des Gehirns konnten Wissenschaftler der Purdue University belegen. Bereits 1995 befragten die Forscher rund 500 Amerikaner im Alter von 55 bis 74 Jahren nach ihrem gefühlten körperlichen und geistigen Alter. Nach einem Bericht in der Fachzeitschrift "Social Sciences" schätzte die Mehrheit ihre Leistungsfähigkeit durchschnittlich zwölf Jahre jünger ein als es ihrem chronologischen Alter entspricht. 2005 wurden die gleichen Menschen erneut befragt. Zufriedener mit ihren kognitiven Fähigkeiten waren jene Personen, die sich 1995 jünger fühlten. Bei jenen Menschen, die sich damals älter fühlten als es eigentlich ihrem Geburtsjahrgang entsprechen sollte, klagten dagegen über eine sich verschlechternde Leistungsfähigkeit ihres Gehirns. Das betraf vor allem Frauen. Ob nun Wohlbefinden die geistige Leistungsfähigkeit fördert oder die kognitive Leistung bewirkt, dass man sich jünger fühlt, konnten die Wissenschaftler aber nicht herausfinden. Auf jeden Fall sollten sich nun ältere Menschen nicht aufgrund des Forschungsergebnisses und des weitverbreiteten Jugendwahns unter Druck gesetzt fühlen, sich jung fühlen zu müssen, um leistungsfähig zu sein. Dennoch sollten sich Personen, die in die Jahre gekommen sind, häufiger auf Neues einlassen, raten die Forscher. Das fördere die Selbstwahrnehmung und die geistige Leistungsfähigkeit.





