Ihre Suche

Zoonosen: Wenn das Tier den Mensch ansteckt

Düsseldorf (mp). Die Schweinegrippe hat in diesem Jahr viele Menschen in Sorge versetzt. Bei dieser Infektionskrankheit stammt der Erreger vom Tier und wird auf den Menschen übertragen. Damit zählt sie zu den sogenannten Zoonosen. Hat sich der Mensch angesteckt, verbreitet er die Erreger bei vielen Krankheiten an andere Menschen weiter und die Auswirkungen können verheerend sein.

Bekannt sind mehr als 200 Zoonosen, sie werden auf verschiedene Arten ausgelöst. Zu den Verursachern zählen Viren, Bakterien und Pilze sowie Parasiten wie Bandwürmer, die das Verdauungssystem befallen. Auch unter der Haut der Betroffenen lebende Fliegenlarven, die sich von Blut oder Gewebe ernähren, gehören zu den Auslösern. Die Ansteckung kann zum Beispiel durch den direkten Tierkontakt, durch Stiche und Bisse sowie durch das Essen von infektiösen Nahrungsmitteln erfolgen. Einige Erreger kann man sich sogar durch bloßes Einatmen der Luft in der Nähe von ansteckendem Material, wie beispielsweise Exkrementen, einfangen.

Die häufigsten durch Bakterien verursachte Zoonosen sind: Borreliose, die Ansteckung erfolgt durch Zeckenbisse; Campylobacter-Enteritis, die Übertragung erfolgt besonders durch Geflügel oder rohe Milch und kann zu Durchfallerkrankungen führen; Papageienkrankheit (Ornithose), Aufnahme durch Einatmen der Bakterien aus Vogelexkrementen kann Lungenentzündungen und weitere Organschäden verursachen; Salmonellose, die Übertragung geschieht durch Lebensmittel und die Krankheit kann Brechdurchfall oder Fieber verursachen; Tularämie (Hasenpest), die Ansteckung tritt durch Haut- oder Schleimhautkontakt oder den Verzehr von halbrohem Fleisch ein und kann für Geschwüre, Lymphknotenvergrößerung und Lungenentzündung sorgen. Durch Parasiten verursachte Zoonosen sind zum Beispiel der Bandwurm- und der Fadenwurmbefall, beide werden durch halbrohen Fleischverzehr übertragen. Durch andere Erreger ausgelöste Zoonosen sind unter anderem die durch Zeckenbisse übertragene FSME, die durch Bisse ausgelöste Tollwut und die durch den Kontakt mit erkrankten Tieren verursachte Vogelgrippe.

Vor allem für Menschen mit Haustieren gilt besondere Vorsicht, denn die Risiken für eine Übertragung von Krankheiten sind groß. So gehen zum Beispiel viele menschliche Salmonellen-Erkrankungen mit dem direkten Kontakt mit Salmonellen ausscheidenden Hunden, Katzen und Reptilien einher und können schwere Durchfallerscheinungen auslösen. Daher ist eine hygienische und artgerechte Haltung von Haus- und Nutztieren unerlässlich. Das Händewaschen nach Kontakt mit den Heimtieren oder mit deren Ausscheidungen sollte unbedingt eingehalten werden, denn sonst wird die Übertragung von Salmonellen auf den Menschen begünstigt - das trifft besonders auf Kinder zu.

Einige Infektionen sind zum Beispiel durch Schutzimpfungen zu verhindern. Zecken, Milben und Läuse sollten zeitnah entfernt werden. Außerdem sind wurmanfällige Haustiere regelmäßig zu entwurmen. Das Ansteckungsrisiko hat man in den eigenen vier Wänden sozusagen selbst in der Hand, so gut wie es eben geht. Doch anders sieht es bei Urlaubreisen aus. Besonders in armen Regionen mit niedrigen Hygienestandards oder in den Tropen kommen Zoonosen häufig vor, da in diesen Gebieten eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. Im Vorfeld ihrer Reise sollten sich die Urlauber daher genau über ihr Ferienziel informieren und für einen entsprechenden Schutz wie Impfungen oder Notfallmedikamente sorgen.

Es sind nicht nur gewisse Vorkehrungen bei der Haustierhaltung und beim Reisen einzuhalten, sondern auch bei der Nahrungsaufnahme. Denn die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Zoonosen sind die Salmonellose und die Campylobacter-Enteritis mit je mehr als 40 000 gemeldeten Fällen jährlich. Beide Krankheiten betreffen den Verdauungstrakt und werden hauptsächlich durch tierische Lebensmittel wie beispielsweise durch Geflügel übertragen. Beim Lebensmittelverzehr ist deshalb immer auf Frische und Hygiene zu achten. Fleisch ist möglichst gut durchzugaren.

Die Schweinegrippe hat gezeigt, wie schnell sich ein Virus von Tieren auf Menschen und dann vor allem unter den Menschen verbreiten kann. Das passiert nun besonders im Zeitalter der Globalisierung, wo viele Menschen privat und geschäftlich in andere Länder reisen und sich dadurch die Krankheit weltweit verbreiten kann. Daher sind gewisse Regeln wie das regelmäßige Händewaschen und ausreichende Hygiene unerlässlich und sollten unbedingt eingehalten werden. Wer auf Nummer sicher gehen und eine Ansteckungsgefahr bei seinen Kindern vermeiden möchte, sollte eine Impfung vornehmen lassen. Doch da diese auch mit Nebenwirkungen verbunden ist, muss sich vorher darüber eingehend beim Arzt informiert werden. Tanja Albat/mp

Themenverwandte Meldungen

Viele Menschen kennen das unangenehme Kribbeln, Jucken und Brennen verbunden mit schmerzhaften kleinen Bläschen: Das Lippenherpes-Virus ist ausgebrochen. Mit einem starken Immunsystem kann man sich davor schützen.
Gegen den Auslöser von Lippenherpes können offenbar Substanzen aus der Natur helfen: Internationale Forscher haben nun in einer Studie die Fähigkeit des Rainfarns entdeckt, Herpes-simplex-Viren abtöten zu können.
Fast jeder fünfte Internet-Nutzer über 14 Jahren (18 Prozent) hat bereits Medikamente online gekauft.
Anzeige
Newsfeed zu Ihrer Google-Startseite hinzufügen RSS-Feed Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen
mp Düsseldorf - Die Schweinegrippe hat in diesem Jahr viele Menschen in Sorge versetzt. Sie ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger vom Tier auf den Menschen übertragen wird und zählt damit zu den Zoonosen. Die Auswirkungen können verheerend sein.
© Miroslaw/Pixelio.de
Anzeige
Anzeige
Anzeige