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Ältere Bluthochdruck-Patienten werden überdosiert

London/England (mp). Ältere an hohem Blutdruck leidende Patienten werden oft medikamentös zu aggressiv behandelt. Das behaupten nun britische Forscher. Die sogenannten "ältesten Alten", damit sind Patienten im Alter von 80 Jahren und älter gemeint, bekommen demnach zu viele Medikamente in zu hohen Dosierungen. Das schadet ihnen meistens mehr als dass es ihnen gut tut. Cochrane-Wissenschaftler behaupten, dass Ärzte ihre Behandlungsziele bei 80-Jährigen niedriger ansetzen könnten. Ein solches Vorgehen würde obendrein das Gesundheitswesen finanziell entlasten, da es in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben wird.

Laut Experten stellen die "ältesten Alten" die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in der Welt dar. Nach jüngsten Schätzungen wird sich zum Beispiel der Anteil der 85-Jährigen in Großbritannien laut "BBC" bis zum Jahr 2020 um ein Drittel erhöhen. Und mehr als die Hälfte von ihnen werden Behandlungen für hohen Blutdruck benötigen. Britische und US-amerikanische Richtlinien empfehlen, dass Menschen über 80 Jahre die gleiche Blutdruckbehandlung erhalten sollten wie Menschen eines jeden anderen Alters. Es sind somit Medikamente-Kombinationen zu verschreiben, die einen Blutdruck von 140/90 mmHg erreichen.

Die Cochrane-Forschungsgruppe fordert nun, dass Kliniken ihr derzeitiges Verhalten ändern sollten und sich zu einem zurückhaltenden Denkansatz für die über 80-Jährigen überlegen. Denn verschiedene Studien fanden kaum Beweise dafür, dass eine aggressive Behandlung automatisch mehr Leben rettet. Weil auch in Deutschland ältere Menschen häufig viele Medikamente einnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass hierzulande ähnliche Probleme auftreten können. Deshalb sind die Empfehlungen der Wissenschaftler auf Deutschland übertragbar.

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mp London/England - Ältere an hohem Blutdruck leidende Patienten werden oft medikamentös zu aggressiv behandelt. Das behaupten nun britische Forscher.
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