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Hepatitis A: Jede dritte Muschel in Portugal gefährlich

Wiesbaden (mp). Hepatitis-A-Erreger finden sich in mehr als 30 Prozent aller Muscheln und Schalentiere, die an der Küste Portugals gezüchtet werden. Zu diesem Ergebnis sind jüngst Wissenschaftler gekommen, die in den Meeresfrüchten nach Verunreinigungen und Krankheitskeimen gesucht haben. Neben den bei vielen Menschen beliebten Miesmuscheln sind laut der Analyse oft auch Herzmuscheln, Venusmuscheln, Austern und Trogmuscheln mit Hepatitis-Viren verseucht. Sogar in Aquakulturen mit der höchsten Güteklasse A sind die Krankheitserreger, die infektiöse Leberentzündungen hervorrufen, nachgewiesen worden.

Diese neuen Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die im Norden Spaniens oder auch im Mittelmeer durchgeführt worden sind, und haben deshalb einen Einfluss auf die Gesundheitsvorsorge bei Reisen nach Portugal. "Überraschend ist allerdings, dass auch Schalentiere betroffen sind, die in Gewässern der höchsten Güteklasse wachsen", erklärt Professor Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Muscheln und Schalentiere können Krankheitserreger in ihrem Inneren anreichern. Somit könne der Verzehr von Meeresfrüchten in Portugal eine Gefahr darstellen, sofern diese roh oder nicht ausreichend gegart gegessen werden, warnt der Mediziner.

1."Niemand weiß, wie lange die Meeresfrüchte bei der Zubereitung in einem Restaurant gegart werden - wir wissen aber, dass die Hepatitis-Viren äußerst resistent sind und auch bei höheren Temperaturen vermehrungsfähig bleiben. Insofern kann der Verzehr von beliebten Gerichten wie Spaghetti Vongole oder Muscheln in Weißweinsoße im Urlaub durchaus eine Gefahr darstellen", ist Löscher überzeugt. Wer gerne Muscheln und Schalentiere isst, sollte sich deshalb im Vorfeld einer Reise rechtzeitig gegen Hepatitis A - die so genannte Reisegelbsucht - impfen lassen. Diese Impfung ist noch kurzfristig vor Reisebeginn möglich, der Schutz baut sich meist schon nach circa zehn bis 14 Tagen auf. Die Impfung schützt mindestens ein bis zwei Jahre. Eine weitere Impfung, normalerweise nach frühestens sechs Monaten, bietet dann einen Langzeitschutz für mindestens zehn Jahre. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Schutzimpfung.

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mp Wiesbaden - Beim Verzehr von Muscheln könnten sich Urlauber in Portugal unter Umständen mit Hepatitis-A-Viren infizieren. Denn viele Meeresfrüchte sind in dem Land mit diesen Krankheitserregern belastet.
Klaus Steves / pixelio.de
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