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Späte Schwangerschaft

Düsseldorf (mp). Ist eine Frau bei ihrer ersten Schwangerschaft 35 Jahre alt oder älter, wird sie medizinisch als "Spätgebärende" bezeichnet; im Mutterpass wird eine "Risikoschwangerschaft" vermerkt. Doch das allein ist kein Grund zur Sorge. Das durchschnittliche Alter einer Erstgebärenden steigt jährlich und immer mehr reife Mütter bringen problemlos ein gesundes Kind zur Welt.

Ältere Schwangere sind oft verantwortungsbewusster und leben insgesamt gesünder. Sie gehen regelmäßiger zur Vorsorge, trinken weniger Alkohol, rauchen weniger, bewegen sich regelmäßig und gönnen sich mehr Ruhe. Zudem bereiten sich reifere Frauen häufig besser auf die Geburt vor.

Trotzdem gibt es für Spätgebärende und deren Kinder erhöhte Risiken. Das liegt unter anderem daran, dass eine Frau keine neuen Eizellen produziert; im Gegensatz zu Männern, in deren Geschlechtsorganen lebenslang neue Spermien entstehen. Eine Frau kommt mit all ihren Eizellen zur Welt. Sie unterliegen dem natürlichen Alterungsprozess und je älter eine Frau wird, je älter werden ihre Eizellen. Dadurch kann es möglicherweise zu einer Schädigung des Erbgutes kommen.

Werdende Mütter über 35 Jahre haben deshalb ein erhöhtes Risiko, ein Kind mit geschädigtem Erbgut zu gebären. Die bekannteste und am häufigsten auftretende genetische Störung ist die Trisomie 21, das Down-Syndrom. Mit jedem Jahr steigt die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom zu gebären; so ist das Risiko für eine 37-Jährige etwa sechsmal so hoch, wie für eine 25-Jährige. Ärzte sind in Deutschland dazu verpflichtet, eine Schwangere über 35 Jahre auf die Möglichkeit der pränatalen Diagnostik, wie zum Beispiel eine Fruchtwasserpunktion, hinzuweisen. So kann das Erbgut des Ungeborenen auf mögliche Schäden untersucht werden. Falls das Kind krank ist, kann ein Schwangerschaftsabbruch erwogen werden.

Frauen über 35 Jahre haben bei ihrer ersten Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko an einer so genannten Gestose, einer schwangerschaftsbedingten Stoffwechselstörung, zu erkranken. Zu den Leitsymptomen der Spätgestose oder auch Präeklampsie gehören neben Wassereinlagerungen (Ödeme) auch ein erhöhter Blutdruck und vermehrte Eiweißausscheidung der Nieren. Bei fortschreitender Erkrankung kann es zu Störungen des Nervensystems, wie beispielsweise Sehstörungen, kommen. Das kann für Mutter und Ungeborenes sehr gefährlich sein und die Schwangere sollte sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Die Ursachen für die Erkrankung sind weitestgehend unklar. Gute Erfolge wurden bei einer salz- und eiweißreichen Ernährung beobachtet. Bei älteren Schwangeren tritt häufiger Diabetes auf als bei jüngeren. Aus diesem Grund sollten sich Frauen über 35 Jahre gezielt auf diese Krankheit testen lassen, da eine schwangerschaftsbedingte Zuckererkrankung leicht unerkannt bleibt. Auch eine regelmäßige Blutdruckmessung ist für reifere Frauen ratsam. Myome, gutartige Tumore in der Gebärmutter, sind im Normalfall unproblematisch. Während der Schwangerschaft können diese jedoch rasch wachsen und das Baby bekommt unter Umständen nicht genügend Nährstoffe. Fehl- oder Frühgeburten sind möglich.

Bei einer älteren Frau ist die Elastizität der Gebärmutter und der Geburtswege geringer, was zu Komplikationen bei der Geburt führen kann. Reife Gebärende leiden häufiger unter vorzeitigen Wehen oder einer Wehenschwäche. Aus reiner Vorsicht führen viele Ärzte bei älteren Frauen einen Kaiserschnitt durch. Laut des Internet-Portals www.eltern.de entbinden Erstgebärende über 38 Jahre doppelt so oft per Kaiserschnitt wie jüngere. Solange die Schwangere gesund ist und keine weiteren Probleme auftreten, liegt hierfür jedoch kein Grund vor.

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mp Düsseldorf - Ist eine Frau bei ihrer ersten Schwangerschaft 35 Jahre alt oder älter, wird sie medizinisch als "Spätgebärende" bezeichnet; im Mutterpass wird eine "Risikoschwangerschaft" vermerkt.
Foto: Pixelio/mp
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