Ritalin erneut unter Verdacht: Medikament kann das Gehirn schädigen
Düsseldorf (mp).
Wegen der Gefahr einer Hirnschädigung durch die Langzeiteinnahme ist das Mittel Ritalin nun wieder in die Schlagzeilen geraten. Das Medikament wird meist Kindern verabreicht, die unter der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden. Bei einer Untersuchung an Ratten, denen in frühem Lebensalter relativ hohe Dosen des Mittel verabreicht wurde, haben Neurowissenschaftler vom New Yorker Weill Cornell Medical College neben der beabsichtigten Verhaltensänderung durch das Präparat auch strukturelle und neurochemische Veränderungen in einigen wichtigen Hirnregionen festgestellt. Nun wird laut eines Berichtes des "Journal of Neuroscience" befürchtet, dass Kinder, die das Medikament einnehmen, Langzeitschäden davon tragen, da sich bei vielen betroffenen Kindern die Behandlung über Jahre hinzieht. In den USA wird das Präparat unerlaubterweise auch schon bei Drei- bis Fünfjährigen eingesetzt.
Schon früher war Ritalin und ähnliche Produkte wie Medikinat oder Concerta mit dem Wirkstoff Methylphenidat in die Kritik geraten. Seit 2005 standen die Arzneien unter dem Verdacht, das Erbgut zu schädigen, das eine Studie vom Anderson-Krebsforschungszentrum der Universität von Texas verkündet hat. Eine Anfang 2007 veröffentlichte Untersuchung der Universität Würzburg konnte diesen Verdacht jedoch entkräften.
Trotz aller Sorge um eventuelle Nebenwirkungen oder Schädigungen durch Ritalin & Co. greifen in den USA 1,5 Millionen Menschen regelmäßig zu den Ruhigstellern. In Deutschland lag der Verbrauch nach einer Statistik des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte im Jahre 1993 erst bei 34 Kilogramm, im Jahr 2006 waren es schon 1 221 Kilogramm. Viele Ärzte befürchten, dass oftmals ohne ausreichende Diagnostik entsprechende Psychopharmaka verordnet werden.
Kinder mit dem so genannten Zappelphilipp-Syndrom können nicht still sitzen, sich schlecht konzentrieren, stören meistens in der Schule oder dem Kindergarten und ihre Leistungen sind oft nicht gut. Das gesamte Umfeld, vom Elternhaus bis zu den Klassenkameraden, leidet unter der anstrengenden Situation. Obwohl das Syndrom seit Jahren untersucht wird, wissen viele Betroffene sich heute immer noch nicht zu helfen und greifen deshalb zu Medikamenten.
Statt mit pharmakologischen Produkten kann die scheinbar chronische Unruhe der Kinder aber mit anderen Mitteln bekämpft werden. Mittlerweile steht Medizinern und Therapeuten ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Verfügung, mit denen die belastenden Situationen in Elternhaus, Kindergarten oder Schule entspannt werden können. Nach Angaben der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) lassen sich bereits bei vier von fünf Kindern mit ADHS mit so genannten multimodalen Behandlungsansätzen die Symptome Unruhe und Konzentrationsschwäche günstig beeinflussen. "Bei etwa 60 Prozent der Patienten können die Beschwerden jetzt sogar weitgehend beseitigt werden," erklärt Professor Dr. Manfred Döpfner, Psychologe von der Universität Köln. Wichtig dabei ist, dass Eltern zunächst verstehen, warum ihr Kind sich so verhält und auch das Kind begreift, was in ihm vorgeht. Bei den Therapien werden also nicht nur die Kinder therapiert, sondern auch das Umfeld, speziell die Eltern miteinbezogen und entsprechend geschult. Allerdings erfordert das mehr Zeit als die Einnahme von Medikamenten. Doch dagegen sind die Maßnahmen neben der Effizienz auch noch nebenwirkungsfrei und rufen sicher keine Langzeitschädigung hervor.
Schon früher war Ritalin und ähnliche Produkte wie Medikinat oder Concerta mit dem Wirkstoff Methylphenidat in die Kritik geraten. Seit 2005 standen die Arzneien unter dem Verdacht, das Erbgut zu schädigen, das eine Studie vom Anderson-Krebsforschungszentrum der Universität von Texas verkündet hat. Eine Anfang 2007 veröffentlichte Untersuchung der Universität Würzburg konnte diesen Verdacht jedoch entkräften.
Trotz aller Sorge um eventuelle Nebenwirkungen oder Schädigungen durch Ritalin & Co. greifen in den USA 1,5 Millionen Menschen regelmäßig zu den Ruhigstellern. In Deutschland lag der Verbrauch nach einer Statistik des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte im Jahre 1993 erst bei 34 Kilogramm, im Jahr 2006 waren es schon 1 221 Kilogramm. Viele Ärzte befürchten, dass oftmals ohne ausreichende Diagnostik entsprechende Psychopharmaka verordnet werden.
Kinder mit dem so genannten Zappelphilipp-Syndrom können nicht still sitzen, sich schlecht konzentrieren, stören meistens in der Schule oder dem Kindergarten und ihre Leistungen sind oft nicht gut. Das gesamte Umfeld, vom Elternhaus bis zu den Klassenkameraden, leidet unter der anstrengenden Situation. Obwohl das Syndrom seit Jahren untersucht wird, wissen viele Betroffene sich heute immer noch nicht zu helfen und greifen deshalb zu Medikamenten.
Statt mit pharmakologischen Produkten kann die scheinbar chronische Unruhe der Kinder aber mit anderen Mitteln bekämpft werden. Mittlerweile steht Medizinern und Therapeuten ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Verfügung, mit denen die belastenden Situationen in Elternhaus, Kindergarten oder Schule entspannt werden können. Nach Angaben der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) lassen sich bereits bei vier von fünf Kindern mit ADHS mit so genannten multimodalen Behandlungsansätzen die Symptome Unruhe und Konzentrationsschwäche günstig beeinflussen. "Bei etwa 60 Prozent der Patienten können die Beschwerden jetzt sogar weitgehend beseitigt werden," erklärt Professor Dr. Manfred Döpfner, Psychologe von der Universität Köln. Wichtig dabei ist, dass Eltern zunächst verstehen, warum ihr Kind sich so verhält und auch das Kind begreift, was in ihm vorgeht. Bei den Therapien werden also nicht nur die Kinder therapiert, sondern auch das Umfeld, speziell die Eltern miteinbezogen und entsprechend geschult. Allerdings erfordert das mehr Zeit als die Einnahme von Medikamenten. Doch dagegen sind die Maßnahmen neben der Effizienz auch noch nebenwirkungsfrei und rufen sicher keine Langzeitschädigung hervor.





