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Babys: Schrei-Attacken aufgrund von Dreimonatskoliken

Köln (mp). Als sogenannte Dreimonatskoliken werden starke Bauchschmerzen und Blähungen bei Säuglingen bezeichnet. Sie treten in den ersten drei bis fünf Lebensmonaten auf und können bei den Babys zu exzessiven Schrei-Attacken führen. Etwa zehn bis 15 Prozent der Kinder leiden unter dem Problem, Jungen sind davon häufiger betroffen als Mädchen.

Typischerweise tritt das Schreien immer zur gleichen Tageszeit auf, vor allem am späten Nachmittag oder Abend. "Die Krämpfe können ein paar Minuten lang dauern oder auch drei Stunden und mehr. Das Kind lässt sich währenddessen schwer beruhigen und hat oft einen hochroten Kopf", erläutert Professor Dr. Hans-Jürgen Netwich, Kinder- und Jugendarzt aus Zwickau. Weitere Anzeichen sind beispielsweise ein vorgewölbter Bauch, ein Anziehen der Beine oder geballte Fäuste.

Die genauen Ursachen der Dreimonatskoliken sind laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bisher noch nicht bekannt. In jedem Fall sollten die Eltern einen Arzt aufsuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Welche Maßnahmen dem Kind helfen, ist von Baby zu Baby verschieden. Beim Füttern kann es helfen, wenn der Säugling eine möglichst aufrechte Sitzposition einnimmt. Zudem ist es sinnvoll, die Nahrung in mehreren kleineren Portionen zu verabreichen, um die Verdauung zu erleichtern. Das Aufstoßen während oder nach der Mahlzeit ist wichtig, damit die Luft entweichen kann. Beim Füttern mit der Flasche ist darauf zu achten, dass das Saugerloch nicht zu groß ist, damit der Säugling weniger Luft schluckt.

Stillende Mütter sollten zudem auf ihre eigene Ernährung achten, da sie bestimmte Inhaltsstoffe der Lebensmittel auch an die Kinder weitergeben. Auf blähende Nahrung wie Zwiebeln, Lauch oder Kohl ist deshalb besser zu verzichten. Außerdem kann ausgetestet werden, ob das Baby positiv auf das Weglassen von Zitrusfrüchten, starken Gewürzen oder Kuhmilchprodukten reagiert. Häufig hilft den Kindern ein geregelter Tagesablauf. Eine gleichbleibende Routine gibt Sicherheit und Ruhe. Treten die Blähungen auf, kann eine nicht zu heiße Wärmflasche den Magen-Darm-Trakt beruhigen. Auch eine sanfte Bauchmassage ist in der Lage, die Verdauung zu unterstützen. Manche Kinder mögen es, herumgetragen oder sanft im Arm gewiegt zu werden.

Bei den meisten Babys mit Dreimonatskoliken verschwinden die Beschwerden innerhalb der ersten Monate, spätestens mit einem Jahr sind die Probleme ausgestanden. Für die Eltern kann das häufige Schreien aber sehr belastend sein. Wenn sie das Gefühl haben, mit der Situation aufgrund von Stress und Schlafmangel auf Dauer nicht zurecht zu kommen, kann der Kinder- und Jugendarzt Tipps geben, wohin sie sich wenden können. So gibt es beispielsweise spezielle Schrei-Ambulanzen, die den Müttern und Vätern Hilfestellung bieten.

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mp Köln - Stillende Mütter sollten auf ihre Ernährung achten, da sie bestimmte Inhaltsstoffe der Lebensmittel auch an die Kinder weitergeben. Auf blähende Nahrung wie Zwiebeln, Lauch oder Kohl ist deshalb besser zu verzichten.
Foto: ABDA/mp
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