Seekrankheit
Als Kinetose, Bewegungskrankheit oder auch Reisekrankheit fasst man unterschiedliche Körperreaktionen zusammen, die vor allem auf See, aber auch im Auto, Bus oder Flugzeug bei unruhiger Bewegung des Fahrzeugs auftreten können. Zwar gewöhnen sich die meisten Menschen nach einigen Tagen an die schwankende Fortbewegung, aber bis dahin muss man womöglich nicht nur Übelkeit, sondern gar Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen ertragen.
Wenn die Ozeanwellen so richtig wogen und das Schiff zusätzlich zum Auf und Ab in eine Seitwärtsbewegung trudelt (seemännisch: rollt), hört der maritime Genuss für viele Leute auf: Die Augen verlieren den Horizont aus dem Blick, kalter Schweiß bricht aus, der Magen krampft sich zusammen und scheint sich schließlich zu drehen. Jeder Gedanke an Essen oder Trinken führt mindestens zu einem "Uups" und schließlich nehmen die Würgereflexe überhand...
Durch die schlingernde Bewegung des Schiffes (oder auch längere Fahrten auf Serpentinenstraßen) wird das Gleichgewichtsorgan des Menschen offenbar überfordert und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Ein leerer wie ein gefüllter Magen kann daraufhin beim ersten Rollen des Schiffes empfindlich reagieren. Deshalb vor Abfahrt und auf dem Schiff nicht hungern, aber nur leichte Kleinigkeiten zu sich nehmen.
Regelrechte Gegenmittel gegen die Seekrankheit gibt es nicht. Handelsübliche Mittel gegen Reisekrankheit im Allgemeinen wirken dämpfend auf die entsprechenden Zentren im Gehirn, machen allerdings meist müde. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das passende Medikament für Sie.
Wer vor dem Einsetzen der Übelkeit eingeschlafen ist, hat anscheinend die besten Chancen, die Schiffspartie ohne Erbrechen zu überstehen. Falls das nicht gelingt, können Sie sich mit den folgenden Tipps die Seereise leichter machen:
- Während der Fahrt nicht lesen, sondern in Fahrtrichtung einen festen Punkt am Horizont fixieren
- An der frischen Luft aufhalten und den Bewegungen des Schiffes folgen - am besten auf der (windabgewandten!) Leeseite, falls Sie sich doch übergeben müssen
- Nur leichte, fettarme Mahlzeiten vor und während Reise zu sich nehmen
- Kaubewegungen scheinen die Überreaktion des Magens zu mildern: Nicht nur Kaugummi oder Äpfel, sondern auch Möhren sollen wirkungsvoll sein
- Alkoholische Getränke meiden und nicht rauchen
- Medikamente gegen Reisekrankheit nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen, da manche z. B. nicht für Schwangere geeignet sind
- Ingwer scheint den Brechreiz zu reduzieren und gegen kalte Schweißausbrüche zu wirken


